Gestern am 8. Juni jährte sich der World Ocean Day, der Tag des Meeres, zum sechsten Male. Doch viele wissen nicht einmal, was das ist, warum das so ist und woher das kommt.

Von Marcel Grasnick

Dabei ist die Erklärung relativ simpel. Der Tag des Meeres, bleiben wir einmal bei der deutschen Bezeichnung, hat seinen Ursprung beim Erdgipfel am 8. Juni 1992. Seit 2009 wird nun der Tag alljährlich von den Vereinten Nationen begangen – zur Erinnerung daran, dass die Ozeane bedeutend für das Klima sind und als ein kritischer Teil der Biosphäre angesehen werden. Ziel des Tages sollte es sei, die Menschen zu sensibilisieren, die Ozeane als wichtigen Teil des Überlebens zu betrachten, gerade in den Punkten Ernährungssicherheit und Gesundheit.

Dass gerade wir in Europa unser mildes Klima dem transatlantischen Golfstrom zu verdanken haben, sollte eigentlich Allgemeinwissen sein. Doch gelebt wird es auf keinen Fall. Ebenso interessiert es die wenigsten, dass die Ozeane ebenfalls auf ein empfindliches Gleichgewicht angewiesen sind. Jede Zone der Erde ist ein Biotop mit Abhängigkeiten und wir Menschen trampeln genüsslich darauf herum. Die Überfischung der Meere ist dabei nur eines von vielen Übeln. Doch warum ausgerechnet zum World Ocean Day, der eigentlich mit dem Schutz der in den Ozeanen lebenden Tiere bedacht war, viele Restaurants und Catering-Unternehmen auf Meeresbewohner auf den Speisekarten setzen – das entzieht sich irgendwie der Logik.

Viele Firmen werben heute mit nachhaltigen Produkten, "fair trade" und grüne Gütesiegel bestimmen die Regale in den Geschäften. Doch ob nun der Lachs aus der Zucht wirklich soviel besser ist, auch wegen der Verträglichkeit gegenüber dem Biotop Meer, sei mal dahingestellt. Es gibt Expertisen für und wider. Die aussagekräftigsten sind natürlich die von zahlungskräftigen Unternehmen, die damit ihren Gewinn bei der Ausbeutung des Meeres sichern wollen.

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Doch davon einmal abgesehen, solange sich gewisse Nationen sowieso nicht an die bereits eingeführten Regeln zum Schutz der Ozeane und der Lebewesen darin halten, können wir Aktionstage abhalten noch und nöcher. Es wird sich erst dann etwas ändern, wenn die Meere leer gefischt sind und von einem saftig – oder eher giftig grünen Algenteppich überzogen oder mit Schwärmen von Quallen bevölkert.

Das Bewusstsein über den Schutz der Meere sollte nicht nur uns einfachen Bürgern überlassen bleiben, auch wenn wir maßgeblichen Anteil daran haben durch unser Konsumverhalten. In erster Linie sind Politik und Wirtschft gefragt. Doch wonach denen der Sinn steht wissen wir ja: Gewinnmaximierung. Nur irgendwann wird es keinen Gewinn mehr aus den Ozeanen geben…

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