Wer Probleme verschweigt, spielt den Populisten in die Hände

Mit roten Linien der politischen Korrektheit in der Politik selbst und in den Medien schafft man ein eine Stimmung, die den populistischen Heilsversprechern in die Hände spielt. Man muss auch unliebsame Tatsachen ansprechen dürfen, ohne dabei mit Vorwürfen und Beschimpfungen eingedeckt zu werden.

Von Marco Maier

In Österreich gewinnt die FPÖ wieder massiv hinzu, in Frankreich befindet sich der Front National auf der Überholspur, in Dänemark denken vor allem die türkischstämmigen Menschen über eine Rückkehr in die Türkei nach und in Deutschland erfreuen sich Portale wie "Netzplanet" oder "PI-News" zunehmender Beliebtheit. Und die Avantgarde "Volksparteien der Mitte" und der Leitmedien? Die setzen dieser Erosion nichts entgegen. Warum ist das so?

Man hat gerade bei der politischen Linken, aber auch im politischen Zentrum scheinbar große Angst davor, bei der Thematisierung von tatsächlich vorhandenen Problemen eben diesen Populisten – welche zwischen purer Hetze, massivem Unverständnis über die Tatenlosigkeit von Politik und Justiz, und simplen Symptomlösungsstrategien schwanken – in die Hände zu spielen. Doch gerade diese enorme Zurückhaltung und partiell gar völlige Ignoranz führen dazu, dass sich viele Menschen von diesen Parteien und Portalen verstanden fühlen. Denn diese sprechen genau das an, was nicht wenige Menschen oftmals tagtäglich erleben, jedoch von den "etablierten" Parteien und Medien oftmals konsequent verleugnet oder ignoriert wird.

Wenn beispielsweise die österreichischen Medien darüber berichten, wie beim Flüchtlings-Notlager in Linz einige Asylwerber randalieren, weil das eigens für die vorwiegend muslimischen Bewohner zubereitete Essen "nicht schmeckt" und es keine kostenlosen Tabakwaren gibt, darf man sich über Verwunderung und Ablehnung bei der Bevölkerung nicht wundern. So macht sich das Gefühl breit, dass diese Menschen als Hilfesuchende kommen und dann nichts weiter tun als nörgeln, stänkern und Unruhe stiften. Auch wenn man bedenken muss, dass diese Leute dort wochenlang zusammengepfercht werden, nichts zu tun haben und quasi einen "Lagerkoller" bekommen, so ist das vermittelte Bild eine Steilvorlage für die Kritiker.

Aber auch der sogenannte "Halalismus" trägt dazu bei, dass der Unmut wächst. Das Anspruchsdenken der Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen – welches einerseits aus Furcht vor Rassismus-Vorwürfen zumeist toleriert, oftmals aber auch durch Passivität gefördert wird – sorgt erst für die Rufe nach verstärkter Integration und gar einer Assimilation. Ein friedliches Nebeneinander – wie es ja auch sonst innerhalb der autochthonen Gesellschaften in Europa gibt – wird so verunmöglicht. Dazu tragen aber auch Politik und Medien bei, die stets von der Mehrheitsgesellschaft "mehr Toleranz" fordern, nicht jedoch von den Minderheiten.

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Ähnlich ist es mit dem Umstand, dass bestimmte Zuwanderergruppen auch bei diversen Straftaten die Statistiken anführen. Der Begriff "Ausländer-Kriminalität" ist derart "belastet", dass er quasi als Tabu gilt. Schießereien und Messerstechereien auf offener Straße gehören immer wieder dazu wie auch brutale Massenvergewaltigungen. Nicht, dass es so etwas bei Deutschen oder Österreichern nicht auch geben würde, doch sowas wie archaische "Ehrenkodizes" und patriarchalisch-dominante Verhaltensweisen sind nicht zu verleugnen. Auch hier gilt es, nicht alle Menschen aus bestimmten Kulturkreisen in einen Topf zu werfen und zu pauschalieren – doch die entsprechenden Tendenzen sind nachweislich da. Selbst ganze Verbrecher-Sippen (wie den Miri-Clan) können quasi schalten und walten wie sie wollen, ohne dass – wie es in vielen anderen Ländern der Fall wäre – hart durchgegriffen wird. Auch die Polizisten – die nunmal an vorderster Front stehen – lassen sich inzwischen exzessiv darüber aus. Was auch nachvollziehbar ist.

Wenn man weiterhin den Kopf in den Sand steckt und die wirklich vorhandenen Probleme den Populisten überlässt, anstatt diese offen anzusprechen, werden irgendwann die Stimmen für "einfache Lösungen" überhand nehmen. Inklusive einer Radikalisierung der Masse, die sich von "der Politik" und "den Medien" nicht mehr vertreten und verstanden fühlt. Weder die aktuelle "Diktatur der Minderheit", noch die von den populistischen Agitatoren gewünschte "Diktatur der Mehrheit" sind probate Mittel, um die Probleme zu lösen. Denn weder die Taktik des Verschweigens, noch die Taktik des Übertreibens helfen dabei, eine vernünftige Lösung zu finden, die für alle Betroffenen ein annehmbares Zukunftsszenario darstellt. Doch die muss auch die Berücksichtigung der Einwände der Mehrheitsbevölkerung beinhalten. Auch wenn es manchen Leuten nicht passt.

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2 Kommentare

  1. Sehr schom dargestellt Herr Maier. Nur ob den Sinn jeder versteht wage ich zu bezweifeln . Nehmen wir den klassischen linken der Neuzeit, der sofort bei solchen Worten die Nazi-Keule schwingt, im Grunde dem Inhalt aber recht geben würde. Falscher Idealismus ist es, was viele davon abhält, der Wahrheit und den Tatsachen ins Gesicht zu blicken.

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