Wahlen in der Türkei: AKP verpasst wohl die absolute Mehrheit

Wie CNN Türk mitteilt, dürfte Erdogans AKP infolge des möglichen Einzugs der HDP wohl ihre Ziele nicht erreichen. Womöglich muss sich die Regierungspartei sogar einen Koalitionspartner suchen.

Von Marco Maier

Mehr als 60 Prozent der Stimmen wurden bislang ausgezählt. Laut den Hochrechnungen kommt die islamisch-konservative Regierungspartei AKP von Präsident Erdogan nur auf 43,6 Prozent der Sitze und verfehlt damit wahrscheinlich sogar die absolute Mandatsmehrheit im Parlament. Denn das Bündnis aus Kurdenvertretern und Regierungskritikern, HDP, dürfte mit 10,6 Prozent wohl den Einzug geschafft haben.

Die als sozialdemokratisch geltende CHP liegt demnach mit 24,4 Prozent der Stimmen auf Platz 2, die nationalistische MHP kommt den Angaben zufolge auf 17,1 Prozent. Damit werden wohl diese vier Parteien für die nächsten Jahre im Parlament vertreten sein.

Sollten sich die Hochrechnungen im Großen und Ganzen verwirklichen, muss die AKP nicht nur einen Koalitionspartner suchen, sondern auch die Pläne zur Installation eines Präsidialsystems auf Eis legen. Denn für eine absolute Mehrheit bräuchte die AKP mindestens 276 Sitze, für eine Verfassungsänderung schon 330 Sitze im Parlament. Derzeit liegt sie den Hochrechnungen zufolge bei 270 Abgeordneten.

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