"Ich kaufe umweltbewusst ein, ohne Tüten. Selbst die Currywurst hole ich mir in einer Dose vom Stand. Ich gehe regelmäßig zu Demos, beteilige mich an Volksbegehren und Unterschriften-Aktionen. Ich spende an den Umweltschutz und verbrauche so wenig Energie wie möglich. Das ist mein Beitrag für meine Kinder und deren Zukunft."

Von Marcel Grasnick

So der O-Ton eines Bekannten neulich zu mir, als es im Gespräch um die Zukunft,  Kinder und die Umwelt ging. Ganz sicher tut er mehr damit als der Großteil anderer Eltern für Umwelt und die Zukunft dieser. Doch reicht so etwas aus?

Unser Erbe für unsere Nachkommen ist ein brisantes. Nicht nur wirtschaftlich haben wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten desolat gearbeitet, sondern auch noch für schnöden Mammon, für Gier und Habsucht die Umwelt mit zerstört. Die Luft ist verpestet von Abgasen, die Müllberge wachsen weiter (wenn nicht bei uns, dann doch in der sogenannten Dritten Welt), die Meere leergefischt. Gletscher schmelzen ab und wir jagen Millionen von Jahren gespeichertes Kohlendioxid via Verbrennung wieder in die Luft. Das Gleichgewicht der Natur ist völlig aus dem Ruder, der natürliche Lebensraum von Tieren reduziert sich Jahr für Jahr immer weiter.

Schlussendlich pfuschen wir der Natur mit der Gentechnologie ins Handwerk, ohne die Folgen auch nur erahnen zu können. Hauptsache, es gedeiht alles so, wie wir Menschen das gerne hätten. Schöner, einfacher, schmackhafter – größer. Wir brauchen immer mehr Land, um den ewig wachsenden Energie- und Nahrungsbedarf der ewig wachsenden Weltbevölkerung zu decken. Auf jede nur erdenkliche Art und Weise treten wir die Natur nicht nur mit Füßen, nein, wir walzen alles nieder. Der Mensch, der Zerstörer des Lebens.

Loading...

Reichen unsere derzeitigen Bemühungen aus, um unseren Kindern eine Welt zu hinterlassen, in der es sich leben lässt? Wohl kaum. Die Erde ist nur noch ein zugemüllter Felsklumpen, mit vergifteten Atmosphäre und schmutzigem Wasser, der durch die Weiten des Alls eiert. Strahlung und Giftmüll obendrein. Da ist das schlechte Gewissen nicht mit einer Spende an Umweltschutz-Organisationen reinzuwaschen, das reicht bei weitem nicht. Die Menschheit müsste komplett umdenken, radikal ihr Verhalten und die Einstellung zur Umwelt ändern. Doch einige Dinge sind bereits irreparabel zerstört, man denke dabei nur an die ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten. Unser Erbe an unsere Nachkommen ist nicht schön, es ist abscheulich.

Loading...

3 KOMMENTARE

  1. Der Begriff „Umwelt“ ist mir in diesem Zusammenhang zu abstrakt. Er impliziert eine Vielzahl von natürlichen Gegebenheiten, die mich umgeben, auf die ich keinen Einfluss habe, zu denen ich aber ein nachhaltig „richtiges“ Verhältnis anstreben soll. Ich würde ihn lieber durch den Begriff „natürliche Lebensgrundlagen“ ersetzen. Dieser scheint mir konkreter und macht deutlich, dass der Planet Erde, der uns hervorgebracht hat, zugleich die einzig nutzbare, vorhandene und wahrscheinlich auch langfristig gesehen einzig erreichbare Biosphäre darstellt, die Voraussetzung der weiteren menschlichen Existenz ist. Jede Schädigung dieses einzig vorhandenen Lebensraums, zumal aus niederen und zumeist gewinnorientierten Beweggründen, ist nichts Anderes als ein Angriff auf die Menschheit selbst und sollte entsprechend beantwortet werden.

    • Vielen Dank Tür die konstruktive Erweiterung. Wobei ich persönlich den Begriff „Umwelt“ mit „natürlichen Lebensgrundlagen“ gleich setze, eben soeben wie Leben und/oder Natur. Das eine ist ebenso das andere.

      Wie sollte denn die Antwort aussehen, die du in deinem letzten Absatz befürwortest?

    • Da die dauerhafte Zerstörung natürlicher Ressourcen aufgrund privaten Gewinnstrebens  letztlich nicht nur eine bestimmte Region tangiert, sollte es meiner Meinung nach ein Anliegen der Weltgemeinschaft, d.h. einer UN-Organisation, sein, solche Vorgänge zu erfassen und auf eine Art "scharzer Liste" zu setzen. Unternehmen, die dort aufgeführt  sind, sollten nach einer weltweiten Übereinkunft künftig von allen öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen sein und auch im privatwirtschaftlichen Verkehr das Stigma einer Ächtung erfahren. Nur sehr hoch angesetzte Ausgleichszahlungen, die tatsächlich dem Erhalt der Biosphäre zugute kommen, sollten ihnen eine Chance geben, einen unbelasteten Status wiederzuerlangen. Künftig würden dann Aktionäre und andere Share Holders darauf achten, dass spektakuläre Umweltkatastrophen vermieden werden. Natürlich müsste vorab von wirklich unabhängigen Institutionen (falls es solche  gibt) genau definiert werden, welche Eingriffe unsere Lebensgrundlagen tatsächlich großflächig und in einem komplexeren Wirkungszusammenhang grundlegend schädigen. Als Laie würde ich vermuten, dass dies etwa der nicht sachgerechte Umgang mit radioaktiven Stoffen, die Verseuchung von Böden und Grundwasser durch Fraking oder verantwortungslosen Bergbau oder ein nicht nachhaltiger Einschlag in der Forstwirtschaft sein könnten (nur Beispiele).

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here