Seehofer: „Es geht auch um massenhaften Asylmissbrauch“

In der CSU werden die Aussagen von Bundespräsident Joachim Gauck nicht gut aufgenommen. Der Vergleich der momentanen Lage mit jener nach dem Zweiten Weltkrieg stößt in konservativen Kreisen auf Unmut. Kritik an seinen Äußerungen kommt von den Grünen.

Von Marco Maier

Die Vertreibungsschicksale der Deutschen aus den Ostgebieten mit jenen der Menschen zu vergleichen, die aus den Bürgerkriegsländern nach Europa drängen, passen CSU-Chef Horst Seehofer nicht in den Kram. "Ich weiß aus vielen Gesprächen mit Heimatvertriebenen, dass sie solche Vergleiche nicht gerne hören", so der Ministerpräsident Bayerns gegenüber dem Münchner Merkur.

Für Seehofer sind die Ursachen der Vertreibung bei den Deutschen damals und jenen aus dem Nahen Osten und Nordafrika andere: "…jetzt geht es auch um massenhaften Asylmissbrauch. Ich finde diese Diskussion nicht angezeigt." Dementsprechend fordert der konservative Politiker auch ein konsequentes Vorgehen gegen Asylmissbrauch. Abgelehnte Asylwerber sollten verstärkt abgeschoben werden.

Wie zu erwarten sprach sich der CSU-Politiker für einen Ausbau der "Festung Europa" aus und forderte umfangreiche Maßnahmen im Mittelmeer und den EU-Außengrenzen: "Und die EU-Kommission, die sich ja so intensiv um unsere Maut kümmert, sollte sich in gleichem Ausmaß lieber mal um den Schutz von Europas Grenzen bemühen." Bei 500.000 Asylbewerbern müsse die Politik ihre Maßnahmen anpassen.

Indessen kommt von Claudia Roth (Grüne) heftige Kritik an Seehofers Äußerungen. Gegenüber der Leipziger Volkszeitung sagte sie dass "sich Seehofer und die CSU immer deutlicher der AfD und den Kräften Rechtsaußen" andienen würden. Ihrer Ansicht nach habe sich die CSU offenbar dazu entschlossen, "Politik ohne Rücksicht auf Verluste" zu betreiben.

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Über kurz oder lang werden sich die Europäer jedoch ohnehin entscheiden müssen. Will man weiterhin die US-Geopolitik unterstützen, sowie eine Wirtschaftspolitik verfolgen, die nur den Großkonzernen nützt und so für immer mehr Flüchtlingsströme sorgen – oder will man sich endlich an die Ursachenbekämpfung wagen?

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4 Kommentare

  1. Die unbegremzte Einwanderung von egal welchen und egal wie vielen hat 6 Voraussetzungen:

    1. unbegrenzt viele offene Arbeitsstellen, vorwiegend für einfache Arbeiten
    2. ewig dauernde Hochkonjunktur
    3. unbegrenzt leistungsfähige Infrastrukturen
    4. ein unbegrenzt dehnfähiges soziales Netz
    5. immer volle Staatskassen
    6. unbegrenzt zur Verfügung stehender preiswerter Wohnraum

    – mit anderen Worten: Wir brauchen ein aufblasbares Deutschland.

    (s. wendelin-trendmuffels-aphorismen-2015.de)

    1. @Ralph, eine vielleicht einfachere Lösung wäre wohl, nur EInwanderer rein zu lassen, die man ausblasen kann 😀

      Und stapeln. Möglicherweise in den Lager bei Gorleben kann man sie (zum allgemeinen Schutz) deponieren…

  2. Herr Gauckler weiß wohl nicht mehr von was er redet.-
    Heimatvertriebene des 2. Weltkrieges aus den Ostgebieten waren Deutsche!
    Nochmalls, das waren deutsche Flüchtlinge!! Durch den Krieg wurde die deutsche Bevölkerung kleiner, es gab genügend Raum die Heimatvertriebenen im Westen aufzunehmen.
    Heute ist die Bundesrepuplik mit der zweit größten Bevölkerungsdichte, England am dichtesten (Malta auisgenommen). Unser Boot ist voll, es geht einfach nicht, ganz Afrika aufzunehmen.
    Der größte Teil der jetzigen Asylbewerber sind keine F l ü c h t l i n g e Herr Gauckler!

  3. Den Worten eines Frühstücksdirektors, sollte man nicht so viel Wert beimessen. Gauck redet stets dass, wo er glaubt, dass es ihm selbst dient. Er hat die Mentalität Merkels. (Da kann ja nichts schief gehen.) Man kann Seehofer mögen oder nicht, aber recht hat er in diesem Fall. Und C. Roth ? Kein Kommentar !

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