Scheitert der Euro, scheitert die EU – aber nicht Europa

Eines wollen wir gleich klarstellen: Es gibt ein Leben nach dem Euro und nach dieser glücklosen Europäischen Union. Diese ewige Panikmache von der deutsch-amerikanischen Kanzlerin, von Jean-Claude (Alki) Juncker und von den Pro-EU-Medienkonzernen muss ein Ende haben.

Von Andre Eric Keller 

Erstens, es gibt Staaten in Europa die außerhalb der Europäischen Union existieren und zweitens gibt es EU-Staaten außerhalb der Eurozone. Letztere verspüren auch gar nicht den Wunsch in die Eurozone einzutreten. Viel zu groß ist hier die Angst vor einer Teuerungswelle – wie wir sie auch erlebten – und einer Disharmonie zwischen Produktiviät und Währung, welche nicht angepasst werden kann.  

Wenn wir nicht gerade von den Balkanstaaten reden – denn die kommen nach den Jugoslawienkriegen nur langsam wieder hoch – gibt es drei erfolgreiche Staaten, deren Bevölkerung sich nicht der EU anschließen möchten. Das sind die Schweiz, Norwegen und Island. In diesen Ländern gibt es eine klare Ablehnung gegenüber der EU und dem Euro. 

Folglich kann man entgegen allen wahnwitzigen Prognosen und Meinungen sagen: wenn es ein Leben außerhalb der EU gibt, dann gibt es auch ein Leben nach einem Austritt oder einem Scheitern der EU. Würde dieses Leben viel schlechter sein als jetzt? Ein klares NEIN! Als scheinbar wichtigstes Argument käme immer wieder die Reisefreiheit und das Niederlassungsrecht zur Sprache. Wenn ich davon ausgehe, dass wir fleißigen Arbeiter maximal 2 mal im Jahr in den Urlaub fahren können, dann würden wir die Passkontrollen in Kauf nehmen. Wenn wir dann das Niederlassungsrecht in der EU ansprechen wollen, dann ist eine Frage zu stellen: wer profitiert innerhalb der EU von diesem Recht am meisten? Die Antwort darauf überlasse ich Ihnen. 

Gäbe es die Europäische Union nicht, was würden wir dann tun? Wir würden genauso Handel mit anderen Ländern betreiben. Etwa im Zuge der EFTA, taten wir doch vorher auch. Ja, aber wir würden keine Förderungen mehr bekommen? Nein, das stimmt, aber ohnehin sind Deutschland und Österreich Nettozahler. Wir zahlen mehr ein als wir aus dem Topf wieder bekommen. Das ganze Geld welches wir als Mitgliedsbeitrag einzahlen, könnten wir gleich direkt in unser Land investieren. Gleichzeitig bestünde die Chance zu einer Regionaliserung der Produkte. In der EU werden die Waren durch ganz Europa transportiert, die Sinnhaftigkeit ist hier zu hinterfragen. Wenn uns ein Produkt unmittelbar in der Region zur Verfügung steht, warum sollen wir dieses in ein anderes EU-Land transportieren, um dann ein gleiches Produkt von einem anderen EU-Land importieren. 

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Griechenland ist nicht das Problem. Griechenland kann sogar die Lösung des Problems sein. Wenn Tsipras hart bleibt, Merkel und Konsorten weiterhin auf dem Standpunkt stehen, dass sie Griechenland nicht aus dem Euro und der EU entlassen wollen, dann müssen sie die Schulden Griechenlands übernehmen. So einfach ist das. Das weiß auch Tsipras. Merkel und Co sind selbst schuld, wenn sie immer wieder betonten, dass mit einem Scheitern des Euro, auch Europa scheitern würde. Dann weiß doch die ganze Welt, wie der Hase läuft. Griechenland wird auf alle Fälle gerettet.

Auch für den Fall, dass sie Griechenland nicht retten und in die Freiheit entlassen. Dann kann Griechenland einen Neuanfang in Angriff nehmen, was sicher nicht das Schlechteste wäre. So gesehen hat Griechenland nichts zu verlieren. Tsipras darf sich nur nicht erpressen lassen und keinesfalls weich werden.

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5 Kommentare

  1. Geiler Artikel!
    „Tsipras darf sich nur nicht erpressen lassen und keinesfalls weich werden.“ genau so läuft der Hase. Erperessung, und zwar im Dienste der US-Finanzoligarchen.
    Zumindest mit dieser Aussage hatte die geistige Tieffliegerin Nuland recht: „Fuck the EU!“

  2. Habe gerade einen auch interessanten Artikel gelesen unter folgendem Link:
    http://antikrieg.com/aktuell/2015_06_18_poker.htm

    Da die Angloamerikaner mit Sicherheit nicht wollen dass Griechenland aus der EU und schon überhaupt nicht aus der NATO austritt, werden sie wieder eines ihrer abartigen Spielchen spielen.
    In dem o. a. Link wurde das Szenario eines Militärputsches ala Ägypten entworfen.

    Erinnert auch an den von den Angloamerikaner eingefädelten Militärputsch in Chile und Pinochet.

    Da ein griechischer „Maidan“ nach hinten losgehen könnte, und ein Bombardement Griechenlands durch die USA/NATO dann vielleicht doch endlich zu einem Aufschrei des Rests der Welt (mit Ausnahme der US-geführten Politiker in Europa) führen würde, ist zu befürchten dass die Angloamerikaner diese Alternative wählen werden.

  3. Griechenland wird niemals aus der Nato (und EU was das gleiche ist) entlassen.Das wäre ein so harte Niederlage für die Nato,das sie eher die Griechen verhungern lassen ,um dann als Retter mit einem Militärputsch von Rechts die Sache wieder in Griff kriegen.Es gab schon nach 49 ein Bürgerkrieg in Gr., beendet mit einem rechten Militärhunta.und mit 10 thausenden Flüchlingen (die Linke) Richtung Ostblock. Es wird wahrscheinlich, nach einem brutalen elendigen Kaos nach dem Grexit, wiederholt. Einige Offiziere werden von den Amis gekauft.Wie damals. Und anscheinend traut sich der Putin auch nicht an die Sache dran.(übrigens hat damals weder Stalin noch Tito auch nicht geholfen.Die Welt war aufgeteilt)Da müssten einige andere das auch mitmachen,aber damit wäre die EU (endlich) gesprengt. Ein super Artikel (wie meißtens) beschreibt den logischen Idealfall.Ob das so kommen wird ,ist leider stark zu bezweifeln.

  4. Das heutige Konstrukt der EU wurde ja überhaupt erst ermöglicht, weil friedliebende Bürger in Europa ab der Mitte der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts per Wahlen mehrheitlich ihre Stimme „pro Europa“ gaben. Es war vorwiegend die Jugend der geburtenstarken Jahrgänge, die auf Hoffnung einer pazifistischen und besseren Zukunft für die Europäer dieses Ergebnis zustande brachten; junge, politisch unerfahrene Menschen, die im Gegensatz zur erfahrenen Generation, die schon viele Versprechungen über sich ergehen lassen musste, sich blauäugig und ohne Argwohn, sowie leicht von „großen Ideen“ zu verführen, in dieses politische Großexperiment stürzten, oder besser: sich stürzen ließen. Bürger, die sich heute, nach einem arbeitsreichen Leben als Generation 50+ von ihren Erwartungen enttäuscht und um ihre Hoffnung betrogen fühlen, mit dem unguten Gefühl, für sich und insbesondere für die Zukunft ihrer Kinder genau das Gegenteil erreicht zu haben.
    Denn inzwischen bedeutet „EU“:
    – Für die europäischen Völker: Souveränitätsdiebstahl (Kompetenzübernahme, Parlamentsentmachtung, eine entfesselte EZB übt unkontrollierbare Macht aus)
    – Für den Einzelnen: Identitätsklau (Überfremdung, Entdemokratisierung, Genderschwachsinn) und Bevormundung (von einheitlichen Duschköpfen bis hin zur PC).
    – Für die Steuerzahler: Kontrollverlust über die Steuerausgaben bis hin zu Steuergeldklau (Steuerhöchstbelastung wegen Subventionswahnsinn, Aufblähen der Bürokratie, unkontrolliertes Versickern von Milliardenbeträgen)
    – Für alle Euro-Europäer: Geldwertvernichtung (QE und Niedrigzinspolitik zwecks Euro-“Rettung“ = Staatsfinanzierung durch die Notenpresse wegen Staatsüberschuldung) und Vernichtung der Altersvorsorge.
    – Für den Wohlstand: Statt versprochener Wohlstandsmehrung in der Breite durch z.B. Wohlsatandsanpassung eher Verarmung breiter Schichten (Arbeitslosigkeit und Umverteilung von unten nach oben wegen Vorantreiben der Globalisierung aber auch wegen einer die Finanzindustrie und Reiche bevorzugenden Geldschwemme mit einer Assetpreisinflation im Gefolge)
    – Für den Frieden nach außen: Sanktionen und Kriegstreiberei (im voreiseilenden Gehorsam des US-Imperialismus); aber auch zunehmenden Hass der Länder untereinander (wegen der ungleicher werden Wohlstandsentwicklung, siehe Punkt oben drüber)
    – Für den inneren Frieden: die EU als langjähriger Türöffner für Islaminfiltration (Maghreb-Verträge mit der OIC) mit der Konsequenz von Parallelgesellschaften, No-Go-Areas und zunehmenden Übergriffen auf Polizei, Feuerwehr, Sanitäter und Kirchen, Juden, Christen, sowie überhaupt auf die einheimische Bevölkerung, bevorzugte Opfer sind auch Frauen und Jugendliche. Fördermittel jedoch gibt es nur für einen ominösen den „Kampf gegen Rechts“ (inklusive „Europafeinde“); der flächendeckende Terror von Links hingegen wird als der eigenen Sache (sozialistischer Zentralismus) dienlich geduldet; all das pervertiert dadurch zu einem – von der Politik beklatschten ! – Kampf gegen die eigenen rechtschaffenen Bürger. (Europäer haben keine Lobby!)
    – Für das Gemeinwohl, fiskalisch: Steuersondervergünstigung für überregionale Großkonzerne (Lobby !) bei gleichzeitiger Empfehlung an die nationalen Regierungen, für die Bevölkerung die Steuern und Gebühren (Maut!) anzuheben (wehrlose Bürger haben keine Lobby !)
    – Gür das Gemeinwohl, die Versorgung: Privatisierungsbestrebungen von öffentlichen Aufgaben (Wasserversorgung, Straßennetze, …) zwecks weiter Förderung von Verdienstmöglichkeiten und Kapitalkonzentration für Großkonzerne (Lobby!) mit der billigend in Kauf genommenen Auslieferung und Abzocke der Bevölkerung (wehrlose Menschen haben keine Lobby !)
    – Für die politische Landschaft: Aushebeln der Kartellgesetze auf dem Sektor öffentliche Meinungsbildung (Altparteienkartell bildet Großkoalition gegen „Emporkömmlinge“ und „nationale Abweichler“; sowie Journalisten“schulungen“ zur Bildung von gefälliger Einheitsmeinung bis hin zur Förderung statt Unterbindung von – Selbstzensur gesteuerten – Medienkartellen)
    – Für die Sprache: Einher mit der Einheitsmeinung (siehe Punkt oben drüber) geht die Implementierung des sinnverdrehenden orwellschen Neusprech (z.B: Aufbauen von immer neuen Staatsschuldenhöchstständen heißt jetzt ‘die schädliche Sparsamkeit muss aufgegeben werden‘ – um eben noch mehr Schulden zu rechtfertigen; Kriegstreiberei heißt schon länger ‘Beteiligung an friedenstiftenden Einsätzen‘; …), sowie auch Sprachbereinigung (pikante Soße statt Zigeunersoße, gendergerechtes Kauterwelsch, …)
    – Für die politische Kultur: Intransparenz (wie kommen Subventionszuweisungen zustande, geheime TTIP-Verhandlungen; …) und Phrasendrescherei („zerfällt der Euro, zerfällt Europa“, „Wir brauchen mehr Migration“ – wer konkret wurde eigentlich gefragt und wer ist eigentlich ‚wir‘?, …).
    Ja, gutwillige, wenn auch unerfahrene junge Menschen bester Absicht träumten einst den Traum einer EU „von Bürgern für Bürger“ – bekommen haben sie einen Albtraum irgendwo zwischen Orwell-Staat, Planwirtschaft und Bankismus. Wer sich da jetzt über Politikverdrossenheit, „Lügenpresse“ oder alternative Bewegungen wie AfD, XXGIDA oder die EU-Parlamentsfraktion „Europa der Nationen und der Freiheiten“, mokiert, der hat rein GAR NICHTS kapiert, nein schlimmer noch, der WILL auch nichts kapieren; oder gehört schlicht und einfach zu den Nutznießern des Systems – die Masse der rechtschaffenen und friedliebenden Europäer jedoch gehört nicht dazu. Und ist jetzt aufgewacht – wie äußerst „unfair“!

    1. Die EU ist etwas anderes als die EG. Die EG war eine Wirtschaftsgemeisnchaft, die EU ist eine politische Gemeinschaft. Der Euro ein politsches Projekt, was an seiner Instabilität zu erkennen ist. Und sie ist ohne die Zustimmung der Deutschen zustande gekommen. Alle existentiellen Verträge und Abkommen sind in der Legislaturperiode geschlossen worden. Es gab nie eine Wahl. Vielmehr haben die Regierungen den Deutschen Sand in die Augen gestreut, indem sie mit Banalitäten wie Steuersenkung und sozialer Gerechtigkeit auf Stimmenfang gingen.

      Die EU war ein kalter Putsch während der Umbruchphase des Mauerfalls. Und sie ist heimlich vorbereitet worden. Der Schengen-Raum machte vor dem Mauerfall gar keinen Sinn. Man wußte also schon, was in der DDR vor sich ging und hat hier Fäden gezogen.

      In der DDR glaubt man natürlich, daß man das System gestürzt habe. Das ging aber nur, weil Ungarn die Grenzen geöffnet hat und die Stimmung systematisch angeheizt hat.

      "Hätten "wir" die Deutschen gefragt, hätte es keinen Euro gegeben", bekannte Waigel ganz freimütig. Das Mann bekommt bis heute Haßmails für seine Eigenmächtigkeit.

      Trotzdem gebe ich Ihnen Recht, was Ihre Schlußfolgerung betrifft.

      Gender übrigens ist leicht zu wiederlegen: das Erbgut der Männer ist in den XX-Chromosomen, daß der Frauen in XY-Chromsomen. Frauen und Männer sind also alles andere als zu einer Rolle erzogen!

      Ignorieren wir also die Attacken auf Lucke, die AfD, die Pegida und die alternativen Parteien im Ausland, denken genau nach und machen dafür Werbung.

      Bernd Lucke ist Wirtschaftsprofessor, der statt mit dem Hammer auf TTIP loszugehen, den Schraubendreher angesetzt hat mit einer Eingabe, nämlich eine Opt-out-Klausel in TTIP aufzunehmen. Damit ist TTIP kastriert. Das Hoheitsrecht bleibt hier.

      In schwierigen Zeiten muß der Führung Vertrauen entgegen gebracht werden. Würde Lucke radikal predigen, wie manche in Blogland das fordern, wäre die AfD politisch bankrott.

      Bernd Lucke hat es geschafft, die AfD in der ERP  unterzubringen – gegen den Widerstand von Merkel und Cameron. Auch das war ein genialer Streich. Deshalb will man ihn loswerden.

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