Die verlängerten EU-Sanktionen gegen Russland stehen zurecht in der Kritik. Moskau sieht in der Haltung Brüssels ein untertäniges Verhalten gegenüber Washington. Doch die transatlantische Politik unter Führung Washingtons und diverser Think-Tanks ist bezeichnend.

Von Marco Maier

Nikolai Patruschew, Sektretär des russischen Sicherheitsrates, fand gegenüber der russischen Zeitung Kommersant klare Worte: "Die Europäer sind willenlos (…) und die USA wollen in der Welt dominieren. Dieses Ziel ist in ihren Doktrinen festgehalten." Eine Feststellung, die im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen nicht grundlos erfolgt.

Als Reaktion auf die Verlängerung der EU-Sanktionen gegen Russland will nun auch Moskau die Gegenmaßnahmen aufrecht erhalten. Auch wenn man diese am liebsten aufheben würde. Denn die gegenseitige Sanktionierung sei weder im Interesse der russischen Wirtschaft, noch im Interesse der Steuerzahler in den EU-Staaten, betonte Dmitri Peskow, Sprecher von Präsident Putin.

Erst kürzlich errechnete das österreichische Wifo, dass die Russland-Sanktionen in Europa rund 2 Millionen Jobs gefährden und die ohnehin schon angeschlagene Wirtschaft weiter belasten. Doch die von transatlantischen Think-Tanks beeinflussten EU-Politiker interessieren sich nicht für das Wohl ihrer Länder, so lange sie sich zum Büttel der Finanzoligarchie machen können.

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Doch die Ukraine-Krise bietet einen perfekten Vorwand, um einen Wirtschaftskrieg gegen Russland führen zu können. Und das auf Kosten der Europäer. Denn die USA verzeichnen weiterhin steigende Umsätze im binationalen Handel mit dem "Feind", während die EU-Volkswirtschaften für die politische Agenda bestraft und geschwächt werden. Ein schwaches Europa wird sich nämlich auch weniger gegen TTIP, TiSA & Co stellen, welche eine Vorstufe zu einem transatlantischen Superstaat darstellen.

Indessen warnte US-Verteidigungsminister Ashton Carter Russland davor, den Machtbereich in Europa ausdehnen zu wollen. Denn der "alte Kontinent" gilt als Protektoratsgebiet der Amerikaner. "Wir werden uns Russland entgegenstellen, wenn es versucht, sich eine Einflusssphäre wie in der Sowjetzeit zu verschaffen", so Carter zum Auftakt seines Besuchs in Deutschland. Eine solche Doppelmoral an den Tag zu legen, schaffen wohl nur die Amerikaner. Sie gebärden sich wie die Briten Anfang des 20. Jahrhunderts, welche damals Deutschland Weltherrschaftspläne unterstellten, während sie selbst ein gewaltiges Kolonialreich besaßen und die halbe Welt ausplünderten. Eine angelsächsische Tradition, die heute von den USA mit anderen Mitteln fortgeführt wird.

Indessen bezeichnete Russlands Präsidialamtschef Sergej Iwanow die Befürchtungen der baltischen Staaten, Russland würde eine militärische Invasion erwägen, als "psychische Krankheit". Dabei kritisierte er, dass die Medien eine "virtuelle Realität" transportieren würden, welche nichts mit den Fakten gemein habe. Den baltischen Staaten würde es seiner Ansicht nach nur darum gehen, mehr Geld von der NATO zu erhalten.

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6 KOMMENTARE

  1. Es wird immer deutlicher, dass die USA die Vernichtung Russlands und Deutschlands jetzt realisieren wollen, da dies im 2. Weltkrieg nicht gelungen ist.

    Zwar hat man Deutschland nach den 2. WK an die Leine (NATO) genommen, aber wieder Erwarten ist das Land zu stark geworden. Ausserdem haben sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland seit der Wiedervereinigung aus der Sicht der USA viel zu positiv entwickelt !?!?!

    Es war absehbar, dass die Partnerschaft zwischen D und RU die Urängste der Anglikanischen Länder wieder aufleben ließ…nämlich wenn Ingenieurwissen und Rohstoffe miteinander kooperieren, verlieren die Anglikaner die Weltmacht.

    Siehe:Der Gründer und Vorsitzende des führenden privaten US-amerikanischen Think Tank STRATFOR (Abkürzung für Stategic Forecasting Inc.) George Friedman bestätigt am 4. Februar 2015, dass die USA seit mehr als 100 Jahren die deutsch-russische Zusammenarbeit mit allen Mitteln verhindern wollen. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht, inclusive vorsätzlicher Lügen bis zum Krieg. Dieses Video (13 Minuten) unbedingt ansehen.

    UNGLAUBLICHES EINGESTÄNDNIS
    –> https://www.youtube.com/watch?v=9fNnZaTyk3M

    Aufgrund dieses Eingeständnisses dürfen wir annehmen, dass die USA und GB Hitler und dessen Angriff aus Russland im 2. WK gefördert und gewollt haben !!!!

    Sanktionen: Russland kritisiert EU-Vasallentum – Carter hetzt weiter
    Und unsere Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (Mutter von 7 Kindern) erlaubt sich auch noch gegen Russland zu sagen:
    „Wir brauchen eine Position der Stärke“
    Russland ist nun zu Recht empört über solche Worte, zumal die ganze Aggression ja vom Westen ausging udn die Kiewer Junta alles tut den Konflikt weiter zu schüren….WARUM WOHL WOLLEN DIE KIEWER KEINE FREIEN WAHELN IM DONBAS…WIE EIGENTLICH VEREINBART ??..Dann wäre sofort Frieden !!

    • @Walter Gerhartz, Sie dürfen „annehmen“, – laut guidopreparata.com und anderer Autoren- dass bereits 1914/18 inclusive der Versailler- „Vertrag“ GENAU darauf angelegt war. (siehe wer hitler mächtig machte) (Wallstreet und der Aufstieg Hitlers – Antony C. Sutton) etc etc – Madleine Albright soll gesagt haben: Die Russen brauchen ihre Bodenschätze nicht, die wollen wir haben.
      Wo sitzt Josef Fischer heute ? im Thinktank von Fr. Albright – es wiederholt sich alles (Reinhard Gehlen etc.) Es kann einem nur ÜBEL werden –
      wie sagt Peter Feist: es ist Zeit für ein 2. Tauroggen – Dazu wird es aber wohl nötig sein (?) diese Marionetten „unter der Glaskuppel“ „hinauszubitten“. FRIEDLICH !

  2. Carter lobte die „diplomatischen Bemühungen“ von Angela Merkel in der Ukraine, beschränkte sich allerdings auf eine eher lauwarme Würdigung. Tatsächlich war seine Rhetorik ziemlich martialisch. Er lobte die Sanktionen, die die EU ohne Angabe von näheren Gründen am Montag verlängerthatte und verstrickte sich hier im Eifer der Demagogie in einen handfesten Widerspruch: Carter sagte nämlich, dass die USA und die EU die Sanktionen die so lange verlängern würden, bis Russland die Implementierung des Minsker Prozesses vollumfänglich akzeptiere. Die Russen sagen seit Monaten, dass die den Minsker Prozess unterstützen und haben offenkundig keine Aktionen gesetzt, die das Misstrauens der westlichen Militärallianz rechtfertigen würde.

    Ebenfalls unlogisch: Carter erklärte ausführlich, warum man die Russen als Bedrohung für Europa empfinde, um wenig später zu sagen, wie gerne und gut man mit Russland auf anderen Krisenschauplätzen der Welt zusammenarbeite.

    Immerhin zeigte Carter in seinem Statement auch auf, darum Russland in Europa zum Feindbild gemacht wurde: Man wolle die Europäer aus der Abhängigkeit von den russischen Energie-Importen befreien. Die Amerikaner versuchen seit geraumer Zeit, den Russen den europäischen Energiemarkt abzujagen. (Quelle: DWN)

  3. Otto von Bismark Sagte seinerzeit: 

    "Mit den Russen sollte man ehrlich spielen, oder gar nicht!" Das galt galt damals und gilt heute genauso.

  4. Alexis Tsipras ist ein Beispiel für ganz Europa

    Er hat gezeigt wie man den Erpressungen der USA und des IWF entkommen kann und sich auch mit den kommenden, bald ALLEINIGEN WELTMÄCHTEN Russland und China einvernehmlich vertragen und zusammen arbeiten kann.

    Frau Merkel und die anderen EU-Polit-Vasallen. Geht doch mal in die Lehre bei diesem Mann, dann könnt ihr wieder in die Politik einsteigen….zuvor tretet ihr besser ab !!!

  5. Na da passt der Kommentar von Herrn Steinmeier ja wie die Faust aufs Auge. „Lage so gefährlich „wie seit Zweitem Weltkrieg nicht mehr“ Es gibt aktuell nur eine Weltmacht die als Bedrohung der Weltordnung auszumachen ist. Und das sind mit deutlichem Abstand die USA. Betrachtet man lediglich die Fakten und lässt die Propganda von beiden Seiten weg, sieht das Ergebnis noch dramatischer aus.

    Wir müssen nicht mehr Verantwortung übernehmen, wir müssen lediglich das illegale Morden in fremden Ländern beenden, den Ländern ihre Entwicklung und dem damit verbundene Wohlstand gönnen, dann hat das Thema Krieg keine Chance mehr. Unterdrückung, Mord und Waffen sind im 21. Jahrhundert kein Mittel um den Weltfrieden zu erhalten. Aktuell erleben wir scheinbar das Revival des 2. WK.

    Die Ausgangsvorraussetzungen waren ähnlich und wenn wir so weiter machen, könnten auch wieder radikale an die Macht gelangen. Wir machen uns zur Geisel der Finanzwelt, bauen Schulden auf die nie zurückgezahlt werden können, es scheint als würde alles nach Regiebuch ablaufen, der Schlussakt ist dann der Reset mittels Dezimierung der Bevölkerung durch Krieg. Bleibt nur zu hoffen, dass wir die Bevölkerung geschlossen nein zu solch einem Szenario sagen.

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