Was ist sicher, was nicht? Oder soll es doch lieber die Technik richten? Denn mittlerweile wird auch von immer mehr Veranstaltern überlegt, das Bargeld auf Festivals abzuschaffen und dort dank RFID-Chips das Bezahlen zu ermöglichen. Eine umstrittene Maßnahme, nicht nur unter den Besuchern, sondern auch den Verkäufern.

Von Marcel Grasnick

Die Pros und Kontras halten sich, das ist viel schlimmer, nicht die Waage. Denn alle Argumente sprechen für das Nutzen der Chips, während die Bargeld-Befürworter nicht wirklich etwas ins Feld führen können. Die Datensicherheit ist, zumindest bei Festivals und dank derer geringen Größe als im allgemeinen Leben, viel besser und das Argument des gläsernen Menschen spielt hierbei keine Rolle. Denn wen sollte schon interessieren, welches T-Shirt sich wer von welcher Band gekauft hat, wie viele Getränke getrunken, welche Speisen konsumiert wurden? Da reicht eine einfache Verkaufsstatistik, um alle Besucher auf einen Schnitt runterzurechnen und damit die optimale Werbung zu platzieren.

Ebenso die Frage der Sicherheit. 1:0 für den Chip, denn, kommt dieser abhanden, egal ob verloren oder gestohlen, kann er gesperrt werden und ein Ersatzchip wird mit dem Guthaben geladen, dass zum Zeitpunkt der Sperrung noch "enthalten" war. Wenn Bargeld weg ist – ist es einfach nur weg. Der Chip speichert, zumindest bei Veranstaltungen nur eine ID-Nummer, die dann beim Zahlvorgang mit der Datenbank abgeglichen wird. Transaktionen werden, ob positiver oder negativer Natur, ebenfalls nur in dieser Datenbank gespeichert. Auf dem Chip direkt ist eben nichts weiter als die ID. Und mit dieser kann niemand etwas anfangen, der keinen Zugang zur Datenbank hat. Damit ist auch die Angst unbegründet, der Chip könnte auf dem Festivalgelände mithilfe von Scannern ausgewertet werden.

Der einzige Knackpunkt dabei bleibt die Datenbank in den Händen der Festival-Betreiber. Denn da steuerliche Umsätze darin verzeichnet sind, besteht eben auch die Aufbewahrungsfrist für eventuelle steuerliche Kontrollen von 10 Jahren. Und damit kann auch der Nutzer von Chip XYZ gewissen Einkäufen zugeordnet werden. Für Geheimdienste ein gefundenes Fressen. Doch was wollen sie mit Informationen, wer wann wie wo und was auf einem Festival konsumiert hat. Solche Informationen lassen sich doch leichter per Videoüberbewachung beschaffen?

Das Bargeld im Zahlungsverkehr dagegen ist und wird es bleiben – ein persönlicher Akt. Man hat jederzeit die volle Kontrolle darüber. Man kann es ohne Probleme vergeben, man braucht keinen Chip aufzuladen.

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Was ist es also, was der Diskussion Auftrieb verleiht? Ist es die Angst vor dem Kontrollverlust, die Angst, die Anonymität zu verlieren – die Angst vor etwas neuem? Vor der Technik womöglich? Da ist nun die Meinung der Leser gefragt.

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4 thoughts on “RFID-Chips: Das liebe Bargeld und die Technik”

  1. Lohnabhängig und ohne Lohntüte und nur ein Konto bei einer Bank ohne Bankgeheimnis, dann ist das so als wenn mein Portmonnaie bei der Bank irgend ein X-beliebiger Dritter hat, den ich nicht kenne und jeder Gangster sieht rein ob noch was zu holen ist.

    Am 1. April 2005 verschwand das Bankgeheimnis in Deutschland nun vollständig.

    Hauptbetroffene sind Rentner, Erben, Studierende, Empfänger von ALG I+II(HartzIV), Sozialgeld, BAföG, Kindergeld und Wohngeld.

    Ein Anfangsverdacht oder ein richterlicher Beschluss sind dann nicht mehr nötig.

    Fünf Tage vor Weihnachten, am 19. Dezember 2004 wurde dieses Gesetz heimlich still und leise von Hans Eichel im Bundestag eingebracht und vollzogen.

    Wenn damals nur mit der Lohnabhängigkeit A. H. alles machte, um wieviel mehr lässt sich mit der Kontoabhängigkeit für Regierungen heute erreichen?

    Jetzt auch noch ein Chip.Was werden wir tun ohne unser Portmonnaie – fort laufen? Uns in den nächsten Zug und auf das nächste Schiff flüchten, das uns in Sicherheit bringt? Wir Lohnabhängige(Sklaven) können dann nicht mehr fort laufen.

    Ja wohin denn auch oder doch vielleicht nach Russland und mit Rubel bezahlen, so fern es noch geht.

    Lässt sich das Bargeldlose dann auch in Rubel umtauschen?

    „Wie sie wollen nach Russland flüchten ? Sie ein Staats und Volksverräter ab in den Knast .“

    1. @Habnix

      Ein weiteres Problem ist jedoch der Kreditkartenklau. 😉 Und damit haben wir wohl weniger Probleme als andere.

      Schauen Sie doch die Arte-Doku "In den Fängen der Internet-Mafia". Ich meine, man kann auch Zeitung lesen. Der Klau ist ein dickes Problem und macht das System noch hypersensibler.

      Vor allem die low-tech-Staaten haben ihre Überlegenheit ausgebaut. Die könnten mit dem nötigen Kleingeld die USA lahmlegen und sind selbst unangreifbar. Und dann die bösen russischen Hacker. Die kommen ja auch so auf Ideen. Z.B. Estland abzuschalten.

      Stellen sie sich technikallergisch. Das bin ich auch. Dokumentar-Film "Mobilfunk, die verschwiegene Gefahr".

       

       

  2. Der Chip begrenzt den Konsumrahmen. Privatgeschäfte werden erschwert. Wer ein Auto mieten will, kommt um eine Kreditkarte kaum noch herum. Monats- und Jahreskarten werden verchipt. Aldi hat die Bezahlung per Handy eingeführt. Die Bargeldeinführung kommt schleichend, die Unfreiheit damit ebenso.
    Wir wissen auch nicht, wozu die Datenbanken mal nützlich sein wird. Irgend ein Behördengang kann ein Konsumverhalten entlarven und schon steht man am Pranger.

    Das Handy ist die Falle. Wer für das Bargeld ist, der sollte sein Handy abschalten und sich technisch dumm stellen. In der Bank und an jedem Automaten. Bankgechäfte sollten dann nicht mehr am PC getätigt werden und die E-Mail-Adresse verweigert. Kenne ich mich nicht mit aus.

    Im Übrigen ist im Handelsblatt ein Artikel erschienen zur GEZ. Der Konsument ist berechtigt, die GEZ bar zu bezahlen. Wer seine Einzugsermächtigung storniert und darauf besteht, den läßt die GEZ – zumindest vorläufig – in Ruhe.

  3. RFID-Chips sind doch prima. Sie liefern ein perfektes Bewegungsprofil; die entsprechenden Stellen wissen genau, wann wo was wieviel gekostet hat . Man braucht mich nicht mehr mit unnützer Werbung vollballern , sondern kann mich ganz gezielt  befeuern. Und das Allerschönste zum 1…. ich merke nicht mehr , wie schnell das Konto überzogen wird. Ein gutes Geschäft für die Banken . Zum 2….. ich werde nie wieder die Backe aufreißen, denn die Gefahr, daß mir von behördlicher Seite der Hahn abgedreht wird, ist um etliche Punkte nach oben geschnellt

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