Jens Stoltenberg. Bild: Flickr / Arbeiderpartiet CC-BY-ND 2.0

Russland modernisiert sein Nuklearwaffenarsenal. Das führt zu Protesten der NATO und der USA. Dabei waren es die Amerikaner, die zuerst ankündigten, die in Europa stationierten Atomwaffen zu modernisieren. Das ganze politische Drama entpuppt sich immer deutlicher als Spiel geopolitischer Hasardeure.

Von Marco Maier

Die Ankündigung von Russlands Präsidenten, Wladimir Putin, in diesem Jahr 40 atomwaffenfähige Interkontinentalraketen anzuschaffen sorgt im Westen politisch und medial für Aufregung. Die Rede ist von "Wettrüsten" und von "nuklearem Säbelrasseln". US-Außenminister John Kerry spach von einem "Rückfall in die Zeit des Kalten Krieges". Dabei waren es vor allem die Amerikaner, die erst diese gewaltige Aufrüstung in Europa in Gang gesetzt haben.

Denn vor nicht einmal so langer Zeit verkündete das Weiße Haus die Modernisierung des US-Atomwaffenarsenals in Europa, dessen Fokus nach wie vor auf Russland liegt. Dann wurde bekannt, dass die USA schweres Kriegsgerät nach Osteuropa verlagern wollen, um so die militärische Aufrüstung der osteuropäischen NATO-Streitkräfte zusätzlich zu verstärken. Ziel dieser militärischen Drohkulisse ist es, die Menschen in Westeuropa zu ängstigen und vor dem "bösen Russen" zu warnen, der nach dem Westen greifen würde. Dass dies gar nicht der Fall ist, interessiert die Propagandaschmieden des Westens aber auch kein Stück.

Denn all dies spielt – vor allem in den westlichen Medien – keine Rolle, wenn Moskau den Versuch unternimmt, sich gegen diese militärische Drohgebärde des transatlantischen Militärbündnisses zu stellen. Feindbilder müssen nämlich intensiv mit Desinformation und Propaganda gepflegt werden. Die beschwichtigenden Worte von NATO-Generalsekretär Stoltenberg, wonach die NATO "keine Konfrontation" mit Russland anstrebe, "sondern ein konstruktives Verhältnis", wird nämlich durch genaus solche Aktionen konterkariert. Dabei bräuchte es mehr Glaubwürdigkeit in der internationalen Diplomatie.

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Zu behaupten, dies sei die Reaktion des Westens auf die Lage in der Ukraine, wirkt angesichts der geopolitischen Bemühungen der westlichen Finanzoligarchie über den Umweg der politischen Vertreter geradezu grotesk. Vor allem auch deshalb, weil die Ukraine als "Anti-Russland" (siehe Youtube-Video unten von Nikolai Starikow mit deutschen und englischen Untertiteln) konzipiert wurde, um so einen dauerhaften Unruheherd in Osteuropa zu haben. Nur aus geopolitischer Sicht – welche vielen Deutschen leider fehlt – können die vielen Einzelaktionen auch als zusammenhängendes Muster erkannt werden. Dies ist keine Verschwörungstheorie, sondern gelebte Verschwörungspraxis.

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1 KOMMENTAR

  1. Fazit: Der Westen darf machen, was er will -und der Russe darf das nicht ! Als Adenauer sagte: Wir wollen die Freiheit und sich für die USA entschied, da hat er mit Sicherheit an das Finanzkapital gedacht, dass auch an dem nächsten Krieg wieder die Schuld „trägt“-, aber leider nicht tragen muss. Der kleine Arsch, wird wieder für das Großkapital büßen müssen, während Merkel mit ziemlicher Sicherheit in Kalifornien ihr Zelluliitis behandeln läßt.

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