Flüchtlingsboot vor Lampedusa. Bild: Flickr / Noborder Network CC-BY 2.0

Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilte, sind seit Beginn des Jahres bereits 102.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Ein starker Anstieg im Laufe des restlichen Jahres wird erwartet.

Von Marco Maier

Italien und Griechenland sind die Hauptziele der Bootsflüchtlinge. Sowohl die Insel Lampedusa als auch die vielen griechischen Inseln erweisen sich als nahe Ziele für die größtenteils seeuntüchtigen Kähne, mit denen Schlepper die Menschen in Richtung Europa schicken. Dabei seien nach Angaben der IOM rund 55.000 Menschen in Italien und 46.000 Menschen in Griechenland angekommen. Hinzu kommen noch unzählige Menschen, die auf dem Landweg über den Balkan oder Osteuropa versuchen, in die angeblich reichen Länder Mittel- und Nordeuropas zu gelangen.

Den Angaben zufolge wurde die Marke von 100.000 Menschen die über das Mittelmeer nach Europa gelangten, in diesem Jahr früher erreicht als noch 2014. Aber auch generell erwartet man einen deutlichen Anstieg der Flüchtlingszahlen im Gesamtjahr 2015. Vor allem Menschen aus dem Nahen Osten und aus Afrika sind es, die sich in Europa eine bessere Zukunft versprechen und sich auf den gefährlichen Weg machen. Immerhin sind in diesem Jahr offiziellen Angaben zufolge bereits mindenstens 1.750 Bootsflüchtlinge im Mittelmeer ertrunken.

Angesichts dieser enormen Völkerwanderung wird deutlich, dass die europäische (wie auch die nordamerikanische) Politik einen gewaltigen Handlungsbedarf hat. Man kann nicht ganze Regionen ins Chaos stürzen, eine globale Umverteilungspolitik von Arm zu Reich etablieren, ohne dass dies gravierende Auswirkungen mit sich bringt. Vor allem kann es kein Konzept sein, der Rüstungsindustrie und den multinationalen Konzernen gewaltige Gewinne zu konzedieren, während die Gesellschaften (sowohl in Europa als auch in den Herkunftsländern der Flüchtlinge) die ganzen Kosten in vielfältigster Form dafür tragen müssen.

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3 KOMMENTARE

  1. Falsche Überschrift. Es muß lauten : Erst 100.000 Bootsflüchtlinge seit Jahresbeginn. Aber keine Angst, die Flutung mit Invasoren geht weiter

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