Die Finanzminister Jack Lew (USA) und Natalja Jaresko (Ukraine). Bild: Flickr / US-Botschaft in Kiew CC-BY-ND 2.0

Nicht die Misswirtschaft, die Korruption und das totale Versagen der ukrainischen Politik sollen für die finanziellen Probleme der Ukraine verantwortlich sein, sondern die Forderungen der Gläubiger. So sieht das jedenfalls Finanzministerin Jaresko.

Von Marco Maier

Natalia Jaresko, die Finanzministerin mit zwei Pässen, drohte den Geldgebern der Ukraine mit einer Aussetzung der Rückzahlung. Denn die Verhandlungen über den ukrainischen Schuldenberg stocken schon seit einiger Zeit. "Wenn wir keine Fortschritte machen, provozieren die Gläubiger das", sagte sie bei einem Besuch in Washington. Auf die Frage, ob die Verhandlungen über den Sommer hinaus dauern würden, sagte die Politikerin: "Ich glaube nicht, dass wir so viel Zeit haben."

Um ein "Rettungspaket" des Internationalen Währungsfonds in Höhe von 40 Milliarden Dollar zu erhalten, ist die Ukraine jedoch auf eine Einigung mit den Gläubigern angewiesen. Doch vor allem Russland als großer Gläubiger will sich nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen. Allerdings glaubt Jaresko, dass der IWF im Juli trotz fehlender Umschuldungsvereinbarungen eine Kredittranche von 1,7 Milliarden Dollar springen lassen wird. Denn ohne finanzielle Unterstützung steht die Regierung vor dem Aus, was das Verhökern von Staatseigentum an ausländische "Investoren" vereiteln würde. Und das kann der IWF als Erfüllungsgehilfe der US-Finanzoligarchie ja nicht zulassen.

Grund für die finanzielle Misere des Landes ist vor allem die enorme Misswirtschaft. Der Krieg gegen die Rebellen im Osten des Landes zehrt weiter an den Geldmitteln, so dass Kiew inzwischen immer mehr landwirtschaftliche Flächen und Staatsbetriebe verschachert. Der Ausverkauf des Landes wird beispielsweise vom deutschen Sender "n-tv" verniedlicht und verharmlost. Dort heißt es: "Sie und Ministerpräsident Arseni Jazenjuk halten sich gerade in Washington auf, um mit dem IWF zu beraten und für ihr Land als Wirtschaftsstandort zu werben."

2 KOMMENTARE

  1. Das Land war unter Janukowitsch schon Pleite und fand kaum noch Kreditgeber.
    Warum sollte nun ohne Donbass und ohne dem größten Hanelspartner alles anders sein? Mich wundert,daß der Laden nicht schon längst zusammengebrochen ist.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here