Weil sich Athen nicht den völlig überzogenen Forderungen der Euro-Finanzminister beugen will, sind die heutigen Gespräche geplatzt. Am Samstag soll weiter diskutiert werden. Doch eine Einigung ist nicht in Sicht.

Von Marco Maier

Eine Einigung im Schuldenstreit scheint unmöglich zu sein. Vor allem die völlig überzogenen Forderungen der Euro-Finanzminister stoßen bei den Griechen auf Ablehnung. Denn die Durchführung dieser Punkte würde das Land wirtschaftlich noch weiter destabilisieren.

So fordert die EU die weitere Senkung des Mindestlohnes. Dieser beträgt aktuell 683,76 Euro im Monat. Oder schlicht: 3,95 Euro pro Stunde. Kaufkraftbereinigt liegt der Stundenlohn jedoch bei etwa 4,65 Euro. Diesen also noch weiter zu senken (wie z.B. in Portugal, wo dieser bei 500 Euro im Monat liegt), wäre ein weiterer Schritt in die Verarmung. Allein schon aufgrund der Tatsache, dass Griechenland keine nennenswerte Exportindustrie hat und somit auf die Binnenkonjunktur angewiesen ist, kann ein solcher Schritt nur weiteres Elend mit sich bringen.

Vor allem auch deshalb, weil die EU die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 23 Prozent (wie in Portugal) besteht. Auch auf Lebensmittel (in Deutschland gibt es darauf 7 Prozent, in Österreich 10 Prozent). Allein schon diese Kombination aus weiteren Lohnsenkungen und Preiserhöhungen durch die Mehrwertsteuererhöhung wäre schon einmal ein wirtschaftlicher Schlag, der die essentielle Binnenwirtschaft noch stärker zusammenbrechen lassen würde. Aber so weit zu denken, ist scheinbar zu viel verlangt.

Weiters verlangt die EU die Einführung einer Nächtigungssteuer von 13 Prozent auf Hotelübernachtungen. Für ein Land, welches auf die Tourismuseinnahmen angewiesen ist, wäre dies jedoch fatal. Zumal beispielsweise die Türkei – nur einen Steinwurf entfernt – jetzt schon oftmals deutlich günstiger als Griechenland ist. Will die EU jetzt auch noch den Tourismussektor in Griechenland abwürgen?

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Selbst bei den Rentenausgaben wird ein dreckiges Spiel gespielt. So liegt der Anteil der Renten am Bruttoinlandsprodukt in Griechenland zwar bei starken 14,1 Prozent (EU-Schnitt: 11,2 Prozent), doch man darf nicht vergessen, dass die Wirtschaftsleistung Griechenlands um fast ein Drittel eingebrochen ist und bei den Renten schon stark gekürzt wurde. Weitere Kürzungen (die vielleicht noch bei jenen der "oberen 10 Prozent" sinnvoll wären) sind da einfach nicht mehr drin, wenn man die Rentner nicht vollends auf die Straße setzen will.

Zu Glauben, dass die Griechen angesichts solcher Forderungen darauf eingehen könnten, ist reichlich naiv. Vor allem jedoch ist das Ganze nur noch purer Populismus, um die Griechen als Bösewichte dastehen zu lassen und ökonomisch zudem noch völlig schwachsinnig. Hätte man den Griechen wirklich helfen wollen, gäbe es schon seit spätestens 2010 ein wirkliches Aufbauprogramm zur Stabilisierung des Landes.

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14 thoughts on “Griechenland-Krise: Verhandlungen vorerst gescheitert”

  1. Trotzdem, wie man es dreht und wendet, ob man hofft, dass sich was zum Guten wendet. Die Amerikaner werden doch immer bekommen was sie wollen und wir Europäer lassen uns weiter von ihnen fertigmachen. Am 30.6. werden die Griechen wie aus Zauberhand ihre Rate zahlen und dann werden die Griechen soweit aufgehetzt, dass sie ihre Regierung absetzen und dann kommen wieder die braven Amerikavasallen in die Sessel. Stehen ja schon genügend bereit. Wie man es dreht und wendet, Europa kommt da nicht mehr heil heraus.

  2. Griechenland hat keine nennenswerte Exportindustrie, das ist Richtig.
    Aber Griechenland ist ein Agrarstaat, der mittlerweile sogar Oliven aus Italien Importiert, weil diese Billiger sind als die Oliven aus dem eigenen Land! Und das hat was mit der Relation zwischen Lohnniveau und Produktivität zu tun, ob Sie das wahr haben wollen oder nicht. Griechenland müsste sich nur dazu durchringen endlich die Steuern von seinen Bürgern und Unternehmen einzufordern und diese Forderungen auch durchzusetzen, dann wären alle Probleme beseitigt. Aber genau dazu ist die griechische Regierung nicht bereit.

    1. Griechenland müsste sich nur dazu durchringen endlich die Steuern von seinen Bürgern und Unternehmen einzufordern und diese Forderungen auch durchzusetzen, dann wären alle Probleme beseitigt.

      Was Sie alles wissen, Herr Winzig, das macht mich immer total gierig nach mehr.

      Was ist denn mit den anderen Kandidaten (diese hier fallen einem gerade spontan ein: Bulgarien, Estland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarnsowie auf Abruf: Albanien, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei, Bosnien und Herzegowina, Kosovo. Haben die denn ein Steuersystem, was sich mit den strengen Auflagen der Theorie messen kann?

      Puh, ich habe so meine Zweifel…so eine Art Bauchgefühl, verstehen Sie !

      Und dann zwickt mein Bauch noch an einer anderen Stelle. Nämlich wenn ich das blablabla der Mainstreampresse – z.B. Alle Griechen sind böse, weil sie keine Steuern zahlen – im Kommentarbereich der alternativen Presse wiederfinde. Nein, ich bin keiner von Ihnen, und Sie sind keiner von uns. Und wenn sich der Herr noch so klein mache, wir erkennen ihn immer: was er von sich gibt 🙂

  3. Das ganze Schmierentheater kann man nicht mehr ertragen! Tagtäglich fließen Milliarden, nicht Millionen, von der EZB nach Griechenland. Warum sollten die Griechen einlenken, läuft doch super. Schaut mal auf Immonet oder Immobilienscout, wie viel in Griechenland Häuser und Wohnungen kosten. Die können nicht arm sein bei den Preisen. Der Preis ist das Ergebnis der Marktnachfrage. Bei einem Monatseinkommen von über 3.000 EUR mit fast keinen Abzügen (nicht wie bei uns 52 %) kann man sich natürlich solche schicken Buden leisten. Seit der Krise haben die Griechen 200 Mrd. EUR von Konten abgehoben. Die sind übrigens nur 10 Mio. Einwohner. Arm sieht anders aus – guck nach D, hier siehst du Armut zu Hauf. über 10 Mio. Harzer, 3 Miio. Arbeitslose, Mio. Rentner mit Existenzminimum und die, die sich schämen zum Amt zu gehen, nicht mitgezählt.

    1. Es gibt sie nicht, „die Griechen“

      Gut 1/5 der Griechen sollen schwer reich sein – der Rest säuft aus der Gosse und hat kaum was zu fressen.

      Wie in anderen Ländern übrigens auch.

  4. Wieviele Länder sind nicht im Euro,denen es stabil bis gut geht ?
    Und ? -zerfällt die EU deswegen ?
    Was wird wohl passieren,wenn Griechenland aus der EU austritt ?
    Genau !!! -dann wollen noch mehr Länder aus der EU austreten,wegen
    den Ländern,die nicht in der EU und im EURO sind !
    Und was bricht dann zusammen ?
    Den Sklavenhaltern ihr Unterjochungs-Projekt von unterjochten Menschen,
    Ländern und Wirtschaften !!!
    Monsanto und co. zerplatzen,TTIP zerplatzt,Brüssel zerplatzt und dessen
    abkommandierte Unterjocher verschimmeln !

    1. hähä, der Grieche hat aber Geld gekriegt. Wenn Griechenland aus der Euro-Spielgeld-Zone austritt, und wieder eine richtige Währung bekommt, denn kann er die Schulden locker zurückbezahlen. Auch wenn ich mich täusche, aber ich behaupte jetzt mal, wenn Griechenland nicht mehr im Innenverhältnis des großen Monopolie am Spiebrett sitzt, muss die Währung gegen über dem EUR steigen, und zwar egal welche Währung das ist. Exporte in die EU sind dann passe, aber die Schulden zahlen sich im Nu. Der Euro ist nämlich – genau wie der Dollar – im Außenverhältnis Ramschniveau.

      Es wird irgendwann nicht mehr funktionieren, dass die USA jedes Land in den Untergang schicken, was den Schneid hat, diese Dreckswährung … DruckDruckRattatatatatt … in Frage zu stellen. Und dieser Tag kommt schneller als man glaubt. Scheint so, als wüssten die Griechen das. Wenn griechische Politiker in Russland waren, wissen sie es auf jeden Fall. Und ich bilde mir ganz bestimmt nicht nur ein, dass Varoufakis neben dem Schäubelmann ohne Grund hämisch grinst 🙂

      PS: Ich warte immer noch drauf, dass Griechenland der Russischen Föderation beitritt. Dann fall ich um und lach und lach und lach …

  5. Jetzt fallen die Mächtigen des Westens in ihre eigene Falle und wissen nicht mehr, wie sie sich wenden und drehen sollen. „Too big to fail“ ist das griechisch-globale Verschuldungs-Geschäft, in dem viele namhafte Banken und Staaten des Westens mit dem Kauf griechischer Staatsanleihen und durch Wetten gefangen sind. Wird der Bankrott Griechenlands ausgesprochen, ist Europa samt den USA im Nu – dann offiziell – pleite. Inoffiziell sind sie es eh schon. Und auch auf diesen Bankrott sind schon längst saftige Wetten abgeschlossen. Nur, auch diese nützen nichts mehr, wenn Euro und Dollar sich rasend schnell entwerten. Schrott sind sie schon heute, auch wenn die Börse sich krankhaft aufbläht. Dann kann die Welt mal erstaunt zuschauen, wie rasch die mit Gold hinterlegten Währungen Rubel und Yuan aufwerten.

    Die griechische Regierung weiss sehr wohl um diesen Sachverhalt und will – was jeder verstehen kann – nicht mehr – mit jedem weiteren Kredit – das sich vergrössernde Schuldenfass der Spekulanten sein und der zunehmenden Verarmung und Verwahrlosung ihrer Bevölkerung tatenlos zusehen. Im Hintergrund warten die Russen, schauen gespannt und ruhig diesem Treiben zu, gleich dahinter China, Indien und der Iran. Verhandlungen mit dieser Seite sind im Gange.

    Wird kein Bankrott ausgesprochen, muss der Westen zinsfreien Kredit geben mit einem Rückzahlungsdatum auf den Nimmerleinstag. Will heissen, jetzt muss der Westen ohne Griechenland – denn die Griechen haben für diese Spiele schon lange kein Geld mehr – selbst für seine Wettschulden aufkommen. Entweder „verblast“ es dann gleich mal einige grosse Banken, oder dieser Crash wird – wie in den vergangenen Jahren gehandhabt – mit pausenloser Gelddruckerei verzweifelt hinausgeschoben. Lange geht das nicht. Die westlichen Industrienationen haben sich – USA und EU-Regierungen sei Dank – in eine wirtschaftlich völlig ausweglose Situation hineinmanövriert. Die eurasische Seite mit Russland, China, Indien und Iran stehen in hellwachem Angriffszustand, wie ein Jagdtier vor seiner Beute. Und diese Situation haben die westlichen Regierungen ganz alleine selbst heraufbeschworen. Die Bevölkerungen sollen nun diesen Wahnsinn ausbaden. Was für eine Katastrophe!

    1. wie ein Jagdtier vor seiner Beute

      Nur dass die ‚Beute‘ auch ein Raubtier ist. Das macht die ganze Situation so unglaublich delikat. Der gespannte Zuschauer kann sich auf einen atemberaubenden Kampf gefasst machen, bei dem das Blut bis in die Popcorntüte spritzt. Wohlmöglich auch das eigene Blut.

      Die Leute haben völlig die Nerven verloren, leider Sie auch. Es gibt keinen ‚chinesischen Retter‘. Falls die USA tatsächlich untergeht, und China noch steht (was ich in Zweifel stelle: kein Land wird mehr dastehen), dann wird der Chinese uns (die Herde der Schlachttiere) übernehmen, und das war’s dann. Ob es uns in chinesischen Schlachthöfen dann besser geht, wage ich zu bezweifeln.

      Wir -Bürger- sind eben nur Schlachtvieh. Es ist egal, wer am Steuer des Viehtransporters sitzt – die Route geht IMMER in den Schlachthof.

  6. Jetzt fallen die Mächtigen des Westens in ihre eigene Falle und wissen nicht mehr, wie sie sich wenden und drehen sollen. „Too big to fail“ ist das griechisch-globale Verschuldungs-Geschäft, in dem viele namhafte Banken und Staaten des Westens mit dem Kauf griechischer Staatsanleihen und durch Wetten gefangen sind. Wird der Bankrott Griechenlands ausgesprochen, ist Europa samt den USA im Nu – dann offiziell – pleite. Inoffiziell sind sie es eh schon. Und auch auf diesen Bankrott sind schon längst saftige Wetten abgeschlossen. Nur, auch diese nützen nichts mehr, wenn Euro und Dollar sich rasend schnell entwerten. Schrott sind sie schon heute, auch wenn die Börse sich krankhaft aufbläht. Dann kann die Welt mal erstaunt zuschauen, wie rasch die mit Gold hinterlegten Währungen Rubel und Yuan aufwerten.

  7. Neben der Frage des Grexit (warum denke ich hier immer an an eine Irrenanstalt?) wurde soeben offenbar noch ein zweites Exit von der Theorie in die Praxis verabschiedet: Der Merxit.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/06/26/deutsche-wirtschaft-fordert-sofortigen-stopp-der-russland-sanktionen/

    Oder will mir einer erzählen, dass der Ausschuss der Wirtschaft erst jetzt den Knall gehört hat? Naja, zutrauen würde ich den hohen Persönlichkeiten das; dort hat niemand mehr Verstand.

    Viel eher scheint es aber so zu sein, dass die Weichen gestellt werden, den Merxit als PR vorzubereiten. Am Ende „will“ dann das Volk den Rücktritt der Rotschildhexe. Wir werden sehen, wenn es erst in der BILD steht, wie schlimm die Frau M. „geworden“ ist – und das viele viele Geld, was den armen Deutschen fehlt – dann geht ein Raunen durch die Bevölkerung … und wir sind noch schlimmer dran, denn Flintenuschi kommt sodann, 🙂

  8. Das läuft übrigens so, wie schon seit hunderten Jahren: Mit der Rotschildhexe wird lediglich der verantwortliche Geschäftsführer ausgetauscht. Um dem Volk zu signalisieren: Hey, wir nehmen euch ernst

    In Wahrheit laufen die schmutzigen Geschäfte unverändert weiter. Und zwar so lange, bis Flintenuschi (die dann wahrscheinlich Muttiuschi heißt; ich würde „Muschi“ vorschlagen) auch verbraucht ist … so in 8 bis 12 Jahren. Dann kommt wieder ein anderer, macht alles besser usw. usf.

    Frau M. weiß bescheid, dass es so kommt und dass sie nicht „abgesägt“ wird, sondern aus strategischen Gründen die Führung gewechselt wird. Raider heißt dann Twix, ansonsten ändert sich nix.

  9. Der Zerfall der Euro-Zone, ist nur eine Frage der Zeit. Eine antike Vision sagt: „Und [der König des Nordens] wird in sein Land zurückkehren mit einer großen Menge an Haben [1945. Dieses Detail weist darauf hin, dass Hitler die Sowjetunion angreifen und bis zum bitteren Ende kämpfen wird], und sein Herz wird gegen den heiligen Bund sein [feindliche Einstellung gegenüber Christen]. Und er wird handeln [dies bedeutet eine hohe Aktivität in der internationalen Arena] und in sein Land zurückkehren [1991-1993. Zerfall der Sowjetunion und des Warschauer Paktes. Die russischen Truppen kehren zurück in ihr Land]. Zur bestimmten Zeit wird [er] wiederkehren“ (Daniel 11:28,29a). Die Rückkehr Russlands in diesem Zusammenhang bedeutet Krise, welche die große Depression in den Schatten stellen wird, den Zerfall, – nicht nur der Eurozone, sondern auch der Europäischen Union und der NATO. Dann werden viele Länder des ehemaligen Ostblocks wieder in den russischen Einflussbereich zurückfallen.

    Im Jahr 1882 besetzte Großbritannien Ägypten und übernahm die Rolle des Königs des Südens. In etwa zur gleichen Zeit weitete Russland seinen Einflussbereich auf Gebiete aus, die zuvor Seleukos I. gehörten und übernahm damit die Rolle des „Königs des Nordens“ (Daniel 11:27).

    Alle Details dieser Vision werden von den Zeiten des alten Persischen Reiches an in chronologischer Reihenfolge in Erfüllung gehen. Diese Vision wird auf unterschiedliche Weise kommentiert. Sie enthält zahlreiche Details, weshalb eine Person, die Einsicht hat, in der Lage ist jeden Fehler oder Sophisterei zu erkennen.

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