Ungarns Premierminister Viktor Orban. Bild. Flickr / EPP CC-BY 2.0

175 Kilometer lang und 4 Meter hoch, so lang soll der Grenzzaun Ungarns zu Serbien werden. Damit will das Land Flüchtlinge draußen halten und sorgt für politische Verstimmungen mit Serbien und Kroatien.

Von Marco Maier

Vor allem Syrer, Iraker und Afghanen sind es, die auf der sogenannten "Balkanroute" nach Nord- und Mitteleuropa gelangen wollen. Diese führt direkt durch Serbien und Ungarn. Doch die rechtskonservative Regierung von Viktor Orbans Fidesz will das nicht länger hinnehmen und plant einen 4 Meter hohen Grenzzaun zum Nachbarland.

"Wir halten es nicht für richtig, dass sie uns die Flüchtlinge schicken, sie müssen auf serbischem Gebiet aufgehalten werden", sagte Orban am Freitag dem staatlichen Rundfunk. "Wir ziehen alle Optionen in Betracht, darunter die Möglichkeit einer vollständigen Schließung der Grenzen."

In Serbien selbst ist man damit nicht glücklich. Der sozialdemokratische Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für EU-Integration, Aleksandar Senic, sprach sich vehement gegen diesen Schritt aus. Dieser Zaun könne nicht als Symbol der Solidarität unter den europäischen Völkern betrachtet werden. In Wirklichkeit dürfte es jedoch eher darum gehen, nicht selbst auf den Flüchtlingen "sitzen" zu bleiben.

Auch Kroatien ist mit der ungarischen Entscheidung nicht glücklich. Dort wächst die Befürchtung, dass sich mit dem Grenzzaun die Balkanroute verändern könne – und auf kroatisches Territorium führt. Da Kroatien bislang noch kein Mitglied des Schengen-Raumes ist und somit Grenzkontrollen zu Slowenien und Ungarn an der Tagesordnung stehen, war der Weg von Serbien nach Ungarn und somit in den Schengen-Raum (ohne weitere Grenzkontrollen) bisher die am meisten favorisierte Variante. Doch Kroatien sollte im Laufe des Jahres ebenfalls Vollmitglied werden, wodurch das Land für Schlepper wieder interessanter wird.

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Schätzungen zufolge trafen im letzten Jahr rund 43.000 Flüchtlinge in Ungarn ein, die jedoch angesichts der besseren Versorgung den Weg in die reicheren EU-Staaten wählten. In diesem Jahr waren es jedoch schon bisher mehr als 50.000, so dass für das Gesamtjahr 2015 gar mit mehr als 100.000 Flüchtlingen gerechnet wird. Doch Ungarn möchte nicht länger als Transitland dienen.

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13 KOMMENTARE

  1. Macht die ungarische Regierung Politik für Ungarn oder für Serbien und Kroatien?
    Und warum macht das Merkel – Regime keine Politik für Deutschland?

    • Und warum macht das Merkel – Regime keine Politik für Deutschland?

      Weil das Merkel die neue Nazi- Führerin Washingtons ist .

  2. Und warum macht das Merkel – Regime keine Politik für Deutschland?
    Weil das Merkel , die neue Nazi-Führerin Washingtons ist .
    Genau wie ihre Donatoren aus dem Sumpf der feinen Gesellschaft !

  3. Und warum macht das Merkel – Regime keine Politik für Deutschland?
    Weder die CDU noch SPD oder Grüne und Linke haben jemals Politik für Deutschland gemacht. Die Frage müsste lauten: Warum wählen die Deutschen keine Politiker, die ihre Interessen vertreten?
    Warum lassen sie sich Ziegenhirten und Bananenpflücker aus Afrika als „Fachkräfte“ verkaufen? Warum jeden „Kamelficker“ als kulturelle Bereicherung? Warum finanzieren sie hochbezahlte Migrationsexperten, Genderwissenschaftler. Rechtsextremismus-Experten, Islamwissenschaftler etc., während viele naturwissenschaftliche Hochschulabsolventen keine Perspektive erhalten und Forschungsabteilungen ins Ausland ausgelagert werden? Warum wählen sie nicht mal eine wirkliche Protest-Partei???
    Heimreise statt Einreise! Aber die wählt eben keiner, sind halt „rechte Dumpfbacken“. Dabei haben sie schon vor dem Euro gewarnt als Lucke noch begeistert zustimmte. Luckes Kritik begann erst, nachdem wir für die Schulden der anderen garantiert hatten.
    Und im Gegensatz zu Lucke warnen sie seit Jahrzehneten vor Überfremdung. Lucke wird das erst merken, wenn auch in seiner schmucken Villengegend die Miris regieren.

  4. Ein BRAVO der ungarischen Regierung! Serben als auch Kroaten und Rumänen halten es wie die Italiener! Den „Krampf“ haben dann die Deutschen und wir Österreicher. Wäre Orban ein linker Faschist, hätte ihm die EU schon applaudiert und es ihm nachgemacht. Wirklich effektiv wäre eine Erweiterung des Grenzzaunes auch zu den Nachbarn Kroatien, Rumänien und der Ukraine. Geschriebene Gesetze müssen exekutiert werden und anscheinend funktioniert das nur mit einem Grenzzaun! Na, dann her damit!

  5. „Gegen Flüchtlinge: Grenzzaun in Ungarn sorgt für Verstimmung“

    Na und? Es gibt so viele Sprichwörter, die sich über Generationen geformt und gehalten haben und immer – meist ein großes – Stück Wahrheit widerspiegeln. Aber alle Tradition, angefangen bei der eigenen Persönlichkeit über Familie, Geschlecht bis hin zur (ethnischen) Nation soll ja (besonders im geographischen Europa) „Dank“ der EUSRAEL zerstört werden, damit geisteskranke Verbrecher ihr falsches „Finanzspiel“ weitertreiben können. Und wenn einer da nicht mitmachen will oder gar aufmuckt, ist er zum schmierenmedialen (und vielleicht auch geheimdienstlich-körperlichen) „Ableben“ verurteilt (Putin und Orban gehören wohl dazu…)

    „Grenzzaun in Ungarn sorgt für Verstimmung“ Na und – was soll’s denn??? „Wehret den Anfängen“ / „Wer nicht hören will muß fühlen“ / „Das Faß zum Überlaufen bringen“ / „Das Boot ist voll“ / „Was Du nicht willst, das man dir tut, das füg’ auch keinem andern zu“ (AMI – MERK DIR DAS ENDLICH MAL! DU KRIEGST AUCH NOCH DEIN FETT WEG – UND ZWAR VON DEINEN EIGENEN LEUTEN, DIE INWZISCHEN AUCH DIE SCHNAUZE VOLLHABEN VON DEINEM GROSSKOTZIGEN VERHALTEN !!!!!!!!!!!!!!)

  6. Warum soll Ungarn eigentlich nicht entscheiden dürfen, was es für sich selbst für gut befindet? Vielleicht, weil es nicht der für Europa vorgesehenen Transformation entspricht?

    Hier ein sehr interessanter Beitrag zu den Plänen gewisser Kreise für Europa: https://www.youtube.com/watch?v=1tqWV9e5LE4

    Und so schließen wir daraus: (Auch) Ungarn hat es wohl noch nicht gelernt…

    Gerade in diesem Zusammenhang ist ja interessant: Israel baut 8 Meter hohe Mauern, um die palästinensischen „Flüchtlinge“ (richtig: Vertriebene!), die sie selbst von deren eigenen Land vertrieben haben, nicht mehr in ihre Heimat zurück zu lassen.

    Aber wie immer: „Wenn zwei das Gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe.“
    Und hier liegt auch eines der heutigen Grundübel schlechthin: Das Messen mit zweierlei Maß!

  7. Solchen Grenzzaun oder -mauer haben doch unsere großen Vorbilder USA und Israel auch, wieso ist das in Europa plötzlich falsch.

  8. Ungarn wird den Grenzzaun bauen, weil die EU zu keinem Umgang mit dem Problem fähig oder einfach unwillig ist und Ungarn sonst finanziell überfordert wird. Die Sozialisten, die zuvor Ungarn durch Misswirtschaft in die Hände des IWF geführt hatten und dessen Büro in Budapest nach Rückzahlung der IWF-Kredite auf Wunsch von Viktor Orban geschlossen wurde, wollen keinen Grenzzaun und Flüchtlinge nach dem Dublin-Modell unbegrenzt aufnehmen !! Sie sind eben Handlanger des Großkapitals.
    Das Problem wäre sehr einfach auf EU-Ebene zu lösen. Erforderlich wären gemeinsam finanzierte Auffangstellen an den Fluchtlinien, wobei Einreisen in die EU nur über diese Stellen möglich sind und illegal Eingereiste an diese Stellen grundsätzlich zwecks Abklärung ist weiteren Status überstellt werden. In diesen Auffangstellen können dann Asylanträge gestellt werden. Asylanträge werden dann positiv entschieden bei : Kriegsflüchtlingen, politisch Verfolgten und Personen, die aufgrund ihrer Qualifikation von der Wirtschaft gesucht werden. Der Rest, deren Asylantrag abgelehnt wird, ist in die Heimatländer auszuschaffen. Bei dieser Personengruppe könnte evtl. ein finanzieller Anreiz zur Rückkehr durch Unterstützung bei Firmen-Neugründungen in ihren Heimatländern geschaffen werden, womit dann die Entstehung von Arbeitsplätzen verbunden wäre, die den Auswanderungsdruck mindern würden.
    Es gibt da verschiedene Möglichkeiten für Hilfen.
    Fazit und wie sagte es Frau Dr. Merkel – Frühstücksdirektorin in der BRD : „Wo eine Wille ist ein Weg“
    Da bei der EU der Wille fehlt, kann es auch keinen Weg geben.

    • Insbesondere bei den "Ausweiswegwerfern" sollte man hart durchgreifen.

      M.E. werfen die ihr Teil nicht ohne Grund weg.

      Wie viele Verbrecher werden wohl unter diesen Typen sein, die so am besten ihre Vergangenheit vertuschen können, um dann in Europa erneut ihren Verbrechen ungestört nachgehen können, zumal sie hierzulande kaum daran gehindert werden.

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