FPÖ-Vormarsch: Asyldebatte, Arbeitslosigkeit & Islamismus

Die starken Zugewinne der FPÖ in der Steiermark und im Burgenland auf Kosten von SPÖ und ÖVP sind hausgemacht. Vor allem das Thema Flüchtlinge, aber auch der hochgepushte Islamismus und die wirtschaftlichen Probleme des Landes trugen dazu bei.

Von Marco Maier

Ganze 27,1 Prozent in der Steiermark und immerhin 15,0 Prozent im Burgenland sind für die Freiheitlichen neue Rekordwerte in diesen Bundesländern. Grund für das starke Plus ist vor allem die Themenführerschaft in Sachen Asyl, Islamismus und Arbeitslosigkeit, wo weder die beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP, noch die anderen Oppositionsparteien der Bevölkerung passable Antworten geben konnten.

Die Asyldebatte trug Analysen zufolge hauptsächlich dazu bei, dass die FPÖ dermaßen zulegen konnte. Die Unterbringung von Flüchtlingen in "Zeltstädten" verstärkte das subjektive Gefühl der Menschen, sich einer "Flut" von Menschen gegenüberzusehen. Ständige Negativschlagzeilen (wie zum Beispiel diese hier: "Asylwerber randalierten in Linzer Zeltunterkünften") tragen auch dazu bei, dass sich die Bevölkerung in ihrer Ablehnung zur Aufnahme von Flüchtlingen bestätigt und ausgenutzt fühlt. Für die Freiheitlichen ist dies natürlich ein gefundenes Fressen.

Auch das Thema Islamismus kommt fast ausschließlich der FPÖ zugute. Medial geschürte Angst vor einer Minderheit, die selbst von vielen Muslimen mit Unverständnis betrachtet wird, verstärkt die Angst der Menschen vor den überwiegend muslimischen Flüchtlingen aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Wer will schon "Terroristen" in der Nachbarschaft?

Hinzu kommt die angespannte wirtschaftliche Lage, die für immer weiter steigende Arbeitslosenzahlen sorgt. Auch wenn gleichzeitig die Zahl der Beschäftigten zunimmt, so kann das Arbeitsplatzwachstum nicht mit dem Zuwachs an Arbeitswilligen mithalten. Dass dies nicht die alleinige Schuld der großen Koalition ist, erscheint hierbei nebensächlich. Genützt hat es jedoch vor allem der FPÖ.

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Es ist halt schwierig, in einem Land in dem hunderttausende Menschen in Armut leben, die Reallöhne seit Jahren rückläufig sind und die sozialen Probleme immer größer werden, der Bevölkerung die Aufnahme von tausenden Flüchtlingen zu erklären. Das Schüren von Sozialneid ist ohnehin eine wirksame Waffe der finanziellen Eliten, um so jene Menschen die ohnehin nicht viel haben untereinander aufzuhetzen. Symptombekämpfung scheint halt wirkungsvoller zu sein als das Beseitigen der Ursachen. Doch zu glauben, dass "einfache Antworten" die Lösung für "komplizierte Fragen" darstellen, ist schon etwas naiv.

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3 Kommentare

  1. „Auch das Thema Islamismus kommt fast ausschließlich der FPÖ zugute. Medial geschürte Angst vor einer Minderheit, ,…“
    Aber was schreiben Sie denn da, es ist doch genau anders herum: Die Minderheit wird medial verhätschelt, hat überproportionale Anteile an wohlwollender Berichterstattung unter z.T. Weglassung von Fakten, diktiert uns wo es lang zu gehen hat, wir verbiegen unsere Gesetze, Extrawurst hier, Sonderwünsche dort, …

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