„Die Welt“ fordert Lohnzurückhaltung für die Wettbewerbsfähigkeit

Die Binnenkonjunktur ist nach wie vor das Rückgrat einer jeden Volkswirtschaft. Nach Jahren der Stagnation steigen die Löhne nun endlich wieder. Doch die Springer-Presse in Form der Tageszeitung "Die Welt" interveniert dagegen. So schreibt man für die "oberen 5 Prozent" des Landes.

Von Marco Maier

Mit den sogenannten Hartz-IV-Reformen wurde in der Bundesrepublik ein neuer Niedriglohnsektor geschaffen, der das einst mit breitem Wohlstand gesegnete Land zunehmend spaltete. Ein-Euro-Jobber, Minijobber und Dumpinglöhne sind seitdem keine Ausnahme mehr. 2 oder 3 Jobs zu haben um überhaupt über die Runden zu kommen ebenfalls nicht.

Doch trotz dieser Entwicklung, die zur Ausmerzung der Mittelschicht in Deutschland beiträgt, wird wieder einmal vor den "Gefahren" ordentlicher Löhne und Gehälter gewarnt. Allen voran: das Springer-Blatt "Die Welt", welches vor den steigenden Löhnen warnt, die "das deutsche Jobwunder" gefährden und die "Wettbewerbsfähigkeit zerstören" würden.

Die verquere Logik der Propagandisten: Der deutschen Wirtschaft würde es gut gehen, wenn es den Arbeitnehmern finanziell schlecht geht. Ganz nach dem Motto, dass Deutschland so weiterhin ordentlich exportieren könne, auch wenn dafür immer mehr Deutsche als "Aufstocker" ihr Leben fristen sollen. Dass das "Arbeitsmarktwunder" zu einer massiven Steigerung bei den prekären Arbeitsverhältnissen führte, ist hierbei uninteressant. Profitabel ist dieses Geschäftsmodell der "BRD GmbH" lediglich für die finanzielle Oberschicht, die damit satte Renditen einfährt.

Vor allem jedoch fehlt hierbei das volkswirtschaftliche Verständnis. Denn, wenn ein Land ständig massive Exportüberschüsse hat, werden diese schlussendlich nur mit Schuldscheinen bezahlt. Dies führt dann zu "Kunden" wie Griechenland oder die USA, die zwar fleißig konsumieren, aber nicht bezahlen können. Zu glauben, dass dies eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung sei, ist äußerst naiv. Denn irgendwann bricht jedes Land unter den angehäuften Schuldenbergen zusammen, was dann für exportstarke Länder wie Deutschland oder China Probleme mit sich bringt.

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Insbesondere ein fehlender Fokus auf den Binnenmarkt, der das Rückgrat einer jeden Volkswirtschaft darstellt, rächt sich in solchen Augenblicken. Für Deutschland heißt dies: Gibt man den Forderungen nach Lohnzurückhaltung nach, werden die Arbeitsplätze dermaßen stark von der Weltkonjunktur abhängig, dass "externe Schocks" zu einem massiven Anstieg von Arbeitslosigkeit und Armut führen können. Den Geschäftsführern und Anteilseignern der Konzerne kann dies egal sein, zumal sie in den "Boomjahren" ordentliche Gehälter und Dividenden bekamen, so dass sie nicht um Hungertuch nagen müssen.

Einwände, wie sie beim "Welt"-Artikel geäußert wurden, wonach höhere Löhne kurzfristig gut seien, mittelfristig jedoch zu einem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit führen würden, erweisen sich bei genauerer Betrachtung als verfehlt. Denn die Schaffung von Billiglohn-Arbeitsplätzen für die Exportindustrie ist deutlich weniger sinnvoll als die Schaffung von gut bezahlten Jobs für die Binnenwirtschaft. Damit macht man sich auch nicht so sehr von den Entwicklungen in Übersee abhängig, sondern kann sich auf die eigene wirtschaftliche Entwicklung konzentrieren.

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3 Kommentare

  1. Das ist ja der Zweck dieser Propagandablätter, das Land zu schwächen und der Kapitalelite zu dienen, denen diese Schmierblätter ja auch gehören. 

  2. Widerspricht halt gänzlich der gängigen Wirtschaftslehre.

    Wartet mal was dann beim TTIP passiert; dann ist das neue Sklaventum des 3 Jahrtausends endültig umgesetzt und zurück gibt es dann auch keines mehr. Was mich am meisten an dieser anmaßenden Haltung unserer unsäglichen Politiker ärgert ist, dass sie wirklich glauben jeder von uns hat in Mathe oder Wirtschaft die Schule geschwänzt.  Wenn ich da an die jetzige Strategie der EU denke (O-Ton TTIP-Ausschussleiter vor 3 Wochen / Namen schreib ich absichtlich nicht, wegen der Suchmaschinen^^), dass es um die weitere Exportsteigerung für die KMU´s geht, dann frag ich mich ernstlich ob er auch lesen kann und ob er das Außenhandelsdefizit der USA mit 750Mrd jährlich nicht kennt. Dazu der Verschuldungsgrad von 118% offiziell und 1200% an expliziter Verschuldung, sind die USA ein Land welches seit Jahren Konkursverschleppung in betrügerischer Absicht betreibt. 

    Ja ja, ein echt feiner Handelspartner (vorsicht ironie)

  3. Was verdienen eigentlich die Schmieranten bei der Springerpresse,- (Lügen inbegriffen?) Man sollte denen auch weniger Geld zahlen, damit sie nicht mehr aus lauter Gier, nur das schreiben, was sie schreiben dürfen-,das, was CIA konform ist.

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