Der Grexit ist eine Lüge

In den Medien wird zurzeit eine seltsame Panik geschürt vor dem Austritt oder Rauswurf Griechenlands aus der Eurozone (Grexit). Wir werden von Fakten erschlagen. Zwei der entscheidendsten Fakten werden aber nicht erwähnt: die Schuld der EU-Politik am Elend in Griechenland und die Unmöglichkeit des Grexit.

Dr. Christian Weilmeier

Sicher hat Griechenland geschummelt als es darum ging dem Euro beizutreten. Aber welche Regierung hätte das nicht? Wurde der Euro doch als quasi-religiöses Erlösungswerk von allen Übeln angepriesen. Wer hätte da draußen bleiben wollen. Im Euro ist Heil, ohne Euro stehst du am Rande, bist ein Nichts, wirst überrollt von der strahlenden Macht des künftigen Europa. Die EU-Propagandisten haben so dick aufgetragen wie es geht. Dann kam die Finanz- und Eurokrise. Riesige Summen gingen an Griechenland, na ja, nicht ganz, sie gingen an die griechischen Banken. Die wollte man retten, französische und deutsche Banken hatten eine Menge Verpflichtungen dort. Die Griechenlandhilfe war also nicht ganz uneigennützig. Irgendwoher muss das Geld aber kommen und darum hat man die griechische Regierung zu einem harten Sparkurs verpflichtet, der das Land zerrüttet und die Menschen in Armut gestürzt hat. Nach neuesten Zahlen leben in Athen 500.000 Menschen als Obdachlose, in Autos oder sonstigen nicht dafür gedachten Unterkünften. Es ist ja nur recht und billig, dass die Menschen mit ihrer Armut den Reichtum der europäischen Banken bezahlen, dachte man sich wohl in Berlin, London und Paris.

Dann kam der Wahlsieg von Tsipras und seinem Finanzkrieger Varoufakis. Während Varoufakis seinen Finger sofort in die Schwachstellen der EU-Führer bohrte, legte Tsipras nach und stürzte sich in ein monatelanges Tauziehen mit den EU-Mächtigen. Wer gibt als Erster nach? Bis jetzt, nach vielen verwirrenden Wendungen, gibt es immer noch keine Klarheit. Ende Juni ist Stichtag, bis dahin muss eine Lösung her, dann laufen die alten Hilfsprogramme aus. Die deutschen Mainstream-Medien haben Schaum vor dem Mund, Politiker schlagen auf Griechenland ein, drohen mit dem Rauswurf Griechenlands aus dem Euro und sind doch baff, wie eiskalt die Sozialisten in Athen die Macht-Kamarilla in Brüssel auflaufen lassen. Woher kommt dieser Mut? Nun, er kommt aus der Einsicht in die europäischen Realitäten.

Lesen Sie auch:  Geht die NATO am Mittelmeer baden?

Griechenland ist ein geopolitisch enorm wichtiger Staat, vor den Toren des Nahen Ostens. Auf seinem Staatsgebiet wurden zudem große Erdgaslagerstätten gefunden, die so viel Geld abwerfen werden, dass es in der Zukunft seine Schulden wird bezahlen können. Die USA unterstützen den Verbleib Griechenlands im Euro, weil die Amerikaner keinesfalls eine Zunahme des russischen Einflusses in der Region wollen und natürlich sollen die US-Banken ihre griechischen Kredite zurückbekommen. Ein ungeordneter Bankrott Griechenlands oder der Grexit würden das ganze Weltfinanzsystem gefährden und die Eurozone womöglich zerstören. Zu guter Letzt ist ein Rauswurf Griechenlands aus dem Euro vertraglich gar nicht möglich. Brüssel müsste in einem Putsch die Verträge brechen und Griechenland illegal rauswerfen. Das wäre gelinde gesagt kein gutes Signal. Es wird also nicht passieren. Fazit: Die ganze Sache mit dem Grexit ist reine Drohkulisse, eine Lüge, mit der die Deutschen auf ohnehin geplante neue Finanzspritzen vorbereitet werden. Das Gerede um den Grexit ist nichts als EU-Schmierentheater, niemand sollte darauf hereinfallen. Tsipras und Varoufakis wissen das und darum können sie ganz locker bleiben.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Loading...

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

5 Kommentare

  1. sie hätten auch die übrigen gelder aus dem 2. rettungspaket überweisen können, aber sie wollen nicht. stattdessen lassen sie GR schon seit august 2014 die letzten reserven verbrennen. der einzige grund dafür ist, dass man einen totalen zusammenbruch will, und dieser soll vom gr. staat ausgehen (der privatsektor wird ja über ezb-kredite am leben gehalten). die bluffen nicht, sie ziehen es durch. mit maximalen schadenswirkungen für die eurozone. das weltfinanzsystem wird wie ein kartenhaus zusammenfallen, aber wahrscheinlich breiten sie schon ein neues vor…

    1. … bis jetzt hat sich die griechische Armee noch zurückgehalten… Bis jetzt. Wir stehen jedoch kurz vor dem Abbau dieser Hemmschwelle bzw. die Bevölkerung erwartet diesen Schritt beinahme. Es kann also ganz schnell gehen.

  2. In ihrem 1. Absatz irren Sie. Die EU-Politik ist nicht schuld an der griechischen Misere, es sind ausschließlich die Griechen selbst, die mit ihrer manischen Wohlstands- und Gefälligkeitenverteilungspolitik ihrer durchgeknallten Regierungen aller Couleur diesen Abgrund, in den sie nun zu fallen drohen, selbst geschaufelt haben :
    Ich zitiere nachfolgend frei über die Verwendung der an GR vergebenen Kredite aus http://www.jjahnke.net/euro127.html, der sich auf eine sehr gründliche Analyse von Prof. Sinn, vom Ifo-Institut München (ruhig mal googeln) stützt:
    „Nach Prof. Sinn kann man grob gesprochen davon ausgehen, dass von den öffentlichen Kreditmitteln, die Griechenland während der Krise seit 2008 bekommen hat, ein Drittel der Rettungsgelder der Finanzierung der griechischen Leistungsbilanzdefizite und damit des griechischen Konsums, ein Drittel der Vermögensanlage von Griechen im Ausland und nur ein Drittel der Tilgung von griechischen Auslandsschulden diente. Damit wären diese Vorwürfe an die Rettungspolitik der öffentlichen Gläubiger weit überzogen.

    Sinn beruft sich zunächst auf das Verhältnis von Griechenlands privatem und öffentlichem Konsum auf der einen und dem griechischen Nettonationaleinkommen auf der anderen Seite. Während das entsprechende Verhältnis in Deutschland vor zehn Jahren bei knapp über 90% lag und danach etwas unter diesen Wert abfiel, lag es in Griechenland in den Jahren nach dem Euro-Beitritt (2001) bei über 95% und sprang danach unter leichten Schwankungen auf Werte von über 110%, wo es bis zum aktuellen Rand verblieb. Im Jahr 2014 lag der Konsum mit 113,7% nach wie vor weit bei über 100% des Nettonationaleinkommens. Angesichts des Umstandes, dass eine Volkswirtschaft normalerweise nicht mehr als das Nettonationaleinkommen konsumieren kann, wenn sie nicht von der Substanz leben will, ist dies eine bemerkenswerte Entwicklung, die nach Sinn nur schwer mit der griechischen These von der „humanitären Katastrophe“ in Einklang zu bringen ist.

    Hinter dem Überschießen des Konsums stand nach Sinn im Wesentlichen die Zinssenkung, die der Euro-Beitritt Griechenland brachte. Angesichts der niedrigen Zinsen war es verlockend, den Lebensstandard durch Auslandsschulden aufzubauen. So stiegen die Nettoauslandsschulden Griechenlands vom Zeitpunkt des Euro-Beitritts 2001 bis zum Vorkrisenjahr 2007 von 68 Mrd. Euro auf 214 Mrd. Euro und die Relation von Nettoauslandsschulden und Bruttoinlandsprodukt stieg von 45% auf 92%. Der Anstieg der Quote der Auslandsschulden kam vor allem durch die Verschuldung des privaten Sektors für Konsumzwecke und zum Teil auch für Bauinvestitionen zustande. Die Kreditfinanzierung der Ausgaben im Verein mit den ersparten Zinsen des Staates ermöglichten einen Anstieg der griechischen Löhne in der Zeit vom Beitritt im Jahr 2001 bis zum Jahr vor der Krise (2007) um 65%, während das griechische Bruttoinlandsprodukt nominal um 53% und real gar nur um 28% anstieg.“

    Wenn man also die
    >>Nationaleinkommensentwicklung seit 2001 GR (95% bis 113%)<>Entwicklung der Nettoausslandsschulden in EURO von 2001 bis 2007 für GR ( von 68 Mrd auf eine bereits sagenhafte Verdreifachung auf 214 Mrd in nur 6 Jahren)<>Lohnentwicklung: Diese kann man bis zum heutigen Tage dahingehend zusammenfassen, dass die
    >>GR-Löhne aktuell 30-50 % über den Löhnen vergleichbarer Länder<>das ist die Denke von Big Spy Brother NSAUSA, die geopolitische Lage durch die all diese Entreicherungen Griechenlands zugunsten aller anderen Europäer angeblich gerechtfertig werden soll.<<
    Das ist so ein Totschlagargument wie in D die allgegenwärtige Nazikeule, so argumentiert, könnten wir alle aufhören zu arbeiten, weil eh sinnlos ist.

    Und last not least ein Rat: Über die Öl- und Gasvorkommen in GR, sollten sie einmal separat recherchieren, da tun sich Abgründe auf. Denn diese Vorkommen grenzen fließend an diejenigen Israels im Mittelmeer und diese wiederum hat Big Support Brother US bereits fest für seinen Appendix Israel reserviert. Deshalb herrscht darüber eisernes Schweigen und Aussprechverbot. MFG RL

    1. Meinen aufrichtigen Dank fuer diesen Artikel der die tatsaechlichen Fakten fuer das Griechenlanddrama schonungslos offenlegt. Wir haben es mit der Regierung Tsipras mit den ueblichen kommunistischen Heilsversprechern zu tun, die ueber uns Europaer  nur lachen werden, wenn wir weiterhin die zum Teil faule Bande mit  unseren Steuergeldern alimentieren.

      Uebrigens die im Eingangsartikel erwaehnten 500.000 Obdachlosen gehoeren auch in die Abteilung kommunistischer Agitation. 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.