Die einzige Sache, welche die Menschen (momentan noch) nicht unmittelbar beeinflussen können – und darüber regen sie sich meistens auf, weil es ihnen im jeweiligen Zustand nicht passt – ist das Wetter. Scheint die Sonne, ist es zu warm – fehlt sie, ist es zu kühl. Der Winter zu warm, der Sommer zu kalt – gern auch andersrum. Keine andere Sache gibt es, bei der sich Menschen so einig sein können.

Von Marcel Grasnick

Wenn die Menschen sich doch einmal mit eben solcher Inbrunst und Hingabe über andere, wichtigere Dinge echauffieren könnten, dann wäre allen geholfen. Aber nein, diese werden meist als unabänderlich und gegeben hingenommen. Überall Kriege auf der Welt, ein desaströses Finanzsystem, moderne Sklaverei in der Arbeitswelt. Ungerechtigkeit allerorten – und die Menschen haben weiter keine Probleme, als sich über das Wetter zu echauffieren.

Man könnte, man möge meinen, der fehlende Sonnenschein ist nicht nur wetterbedingt, sondern auch gesellschaftlich verankert. Die Sonne hat, wenn sie fehlt, auch keinen Platz im Herzen? Wenn der Spaß im Freibad, an den Stränden ausbleibt – warum dann nicht einfach mal etwas Sinnvolles für die Gesellschaft tun? Warum nicht einmal die Zeit nutzen, jeder auf seine Weise, die ihm, von mir aus auch ihr, am besten liegt?

Am Wetter können wir (noch) nichts ändern, das wird uns von der Natur gegeben und wir müssen es hinnehmen. Aber an den gesellschaftlichen Zuständen auf der Erde, da können wir etwas tun. Auch ein steter Tropfen höhlt den Stein, kleine Dinge bewirken Veränderungen, nicht nur die großen. Vergessen wir doch einmal das Wetter und regen uns nicht darüber auf, sondern gehen auf die Straße und lassen da unseren Unmut raus. Zeigen der Welt, dass wir uns auch sinnvoll echauffieren können, dass wir noch eine Stimme haben, die wir auch zum nutzen anderer erheben können.

Loading...

Wer den Kopf in den Sand steckt, wird niemals die Sonne sehen. Wer auf Änderungen wartet, sei es beim Wetter oder in der Gesellschaft, wird umsonst warten. Unnütze Meckerei nutzt auch niemanden etwas. Lassen wir doch einfach mal das Wetter sein und konzentrieren uns auf die wichtigen Dinge. Dinge, die wir ändern können, wenn wir wollen. Wenn wir den Mut dazu haben. Wir können Großes bewirken, das hat die Menschheit in den vergangenen Jahrhunderten oft bewiesen. Wir haben die Möglichkeit, das Schicksal zu ändern, aber nicht das Wetter.

Ein paar Gedanken an einem Sonntag, dem die Sonne fehlte ….

Loading...

1 KOMMENTAR

  1. Wer will denn hier schon was ändern? Laut Sonntagsfrage (Bundestagswahlen), bleibt CDU und SPD kostant auf ihrem Prozentsatz. Entweder ist das Volk blöd oder es befürchtet, dass es noch schlimmer wird. Wie die Angst bei Kohl, auch zu feige etwas anderes zu wählen-, bis dann Hasardeur Schröder mit der Agenda 2010 kam. „Ist die Pille bitter, dann schluck sie schnell“ heißt es doch so schön, aber das Volk hofft, dass Merkels „Virgo intacta- Lächeln“ alles löst. Es ist zudem ein Zeichen, dass es vielen noch nicht schlecht genug geht. Kommt es dann ganz dicke und es ist überhaupt kein Geld mehr da, dann wird nach dem Retter geschrien, der aber dann, nur noch zerstören kann. Diese Politik kann nur ins Chaos führen. Hier macht doch jedes Groß- Unternehmen was es will. Die Geblendeten in der Politik werden von den Lobbyisten am Händchen geführt. Politik ist nur noch hochdotierte Phrasendrescherei.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here