Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff. Bild: Flickr / MCTI Brasil CC-BY-SA 2.0

Die derzeitigen wirtschaftlichen Indikatoren sind nicht sehr positiv. Brasilien steht vor einer Rezession, da die Boomjahre nicht richtig genutzt wurden. Präsidentin Dilma Rousseff steht vor einer schwierigen zweiten Amtszeit.

Von Marco Maier

Jahrelang verzeichnete die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt hohe wirtschaftliche Wachstumsraten, die vor allem den hohen Rohstoffpreisen zu verdanken waren. Doch anstatt das Geld in die Infrastruktur zu investieren und den Bildungsgrad der Bevölkerung massiv zu erhöhen, floss dieses in den Konsum. Nun, in Zeiten niedriger Preise für Erdöl, Kupfer und Eisen rächt sich dies. Der Binnenkonsum stagniert, die Einnahmen aus dem Exportgeschäft brechen ein.

Seit 2013 stagniert die brasilianische Wirtschaft und kommt nicht mehr so recht vom Fleck. Nun droht sogar die Rezession, nachdem im ersten Quartal laut Angaben des brasilianischen Statistikamtes das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent sank. Insgesamt geht man davon aus, dass die brasilianische Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 1,2 Prozent sinken wird.

Für Präsidentin Dilma Rousseff ist diese Entwicklung ein Problem. Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen – inklusive Verringerung der Stützung von Strom- und Benzinpreisen – sollen nun den Staatshaushalt in Ordnung bringen. Die Erhöhung des Leitzinses auf 13,25 Prozent soll die Inflation (derzeit etwa 8 Prozent) eindämmen. Doch damit verteuern sich die Kredite, was die Investitionstätigkeit einbremst.

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Allerdings hat Rousseff auch erkannt, dass es ohne Investitionen in Bildung und Verkehrsnetze nicht geht. Dafür soll in den kommenden Jahren mehr Geld zur Verfügung stehen. Doch in der nächsten Zeit wird sich die Regierung damit abfinden müssen, dass es erst einmal schlimmer wird. Mit all den Konsequenzen wie Streiks und Protesten einer Bevölkerung, die unter diesen Entwicklungen zu leiden hat.

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