Nach der Wende expandierten viele griechische Banken in die südosteuropäischen Länder. Ein Zusammenbruch Griechenlands hätte auch Auswirkungen auf die dortige Bankenlandschaft.

Von Marco Maier

Der Fall des Eisernen Vorhangs sorgte für eine Expansionswelle westeuropäischer Banken nach Osten. In der südosteuropäischen Nachbarschaft waren vor allem griechische Banken sehr aktiv. Derzeit kontrollieren die Hellenen allein in Bulgarien und Mazedonien rund ein Fünftel des Bankgeschäftes, aber auch in Rumänien, Serbien und Albanien sind diese präsent.

Sollte das griechische Finanzkartenhaus zusammenfallen, träfe dies auch die Banken. Immerhin zählen sie neben den öffentlichen Geldgebern EU-Staaten, EZB und IWF zu den größeren Gläubigern des griechischen Staates. Eine Staatspleite würde sie angesichts des niedrigen Eigenkapitals mit in den Abgrund reißen und damit auch die Tochterbanken im Ausland treffen. Die Folge: Ein zerbröseln des Bankensystems in diesen Ländern.

Zwar versuchen die Zentralbanken der betroffenen Staaten die Menschen zu beruhigen, doch Vorsorgemaßnahmen wurden bereits getroffen. Wirklich sicher ist man sich nämlich nicht, ob ein Zusammenbruch der griechischen Bankenlandschaft nicht vielleicht doch zu einem Bankrun und einer übermäßigen Belastung der Einlagensicherungssysteme führt. Immerhin geht es hierbei um Milliardenbeträge, die angesichts des Systems der Giralgeldschöpfung nur minimal gedeckt sind.

3 KOMMENTARE

  1. Ich halte, aufgrund der Größenordnung und der damit verbundenen Interventionsmöglichkeiten, diese Gefahr für leicht beherrschbar.

    Es geht doch um etwas ganz anderes. Um es zu verstehen, muss man die Zeitschiene etwas dehnen.

    In 2011 gab Schäuble der NYT ein Interview in dem er unverholen deutlich machte, dass in der EU eine Krise erforderlich wäre, um eine Fiskalgemeinschaft zu realisieren. Als Zeitfenster hatte er seinerzeit 2013 genannt. Auch hält er die alten Konstrukten von Staaten für überholt und betonte seinerzeit vor einer Bänkerversammlung, dass er erwartet, dass die alten Strukturen fallen werden, zugunsten eines Supra-nationalen Gebildes. Er dürfte die EU gemeint haben, als Inkassounternehmen der Wallstreet und City of London.

    Vergegenwärtigt man sich jetzt die Alternativen, die Griechenland bei den Verhandlungen hatte, so wird einem klar, dass sowohl eine Zustimmung, als auch eine Ablehnung der EU-Angebote ( in Wahrheit sind es Angebote der Hochfinanz ) in den endgültigen Abgrund geführt hätten. Das war auch so gewollt, um die Fiskalunion und entdemokratisierende Zentralisierung voranzutreiben.

    Der einzige Ausweg aus diesem Dilemma war die Volksbefragung, da Tsipras und Varoufakis damit sowohl bei NEIN als auch bei JA die Schuld für den weiteren Verlauf nicht auf sich nehmen müssen.

    Müssten sie dies, wäre der Plan der Hochfinanz Handlanger in der EU aufgegangen und die lästigen Quereinsteiger in der Politik, Tsipras und Varoufakis, hätten Neuwahlen ausrufen müssen. Wie diese direkt und indirekt manipuliert werden ist ja allen bekannt.

    Deshalb spucken diese Antidemokraten und Pinscher der Globalisten Gift und Galle.

    Bleibt abzuwarten, ob irgendwer „gemöllemannt“ wird oder eine andere „MH17“ Situation eintritt, die die Karten neu mischt.

    Ich wünsche den Griechen eine Parallelwährung, den Anschluss an die BRICS und im Übergangszeitraum viel Glück beim zwischenzeitlichen ausplündern der Brüsseler Politschauspieler.

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