Arabisches Geld: Frankreichs gekaufte Politik

Die immer enger werdenden Beziehungen Frankreichs zu den arabischen Golfstaaten führen zu einem außenpolitischen Kurs, der das Land in eine gefährliche Abhängigkeit bringt. Die Grande Nation wird zunehmend zu einem Vasallen der Saudis und Katarer. Geld stinkt nicht.

Von Marco Maier

Geld regiert die Welt. Und an Geld mangelt es den arabischen Golfstaaten nicht. Frankreich hingegen kämpft mit massiven finanziellen und wirtschaftlichen Problemen, so dass die arabischen Geldgeber sehr willkommen sind. Dafür etabliert sich die Grande Nation zunehmend als Fürsprecher der Saudis und Katarer auf dem internationalen Parkett.

Problematisch wird dies beispielsweise bei den Atomverhandlungen mit dem Iran, wo die USA – die sich stärker dem pazifischen Raum zuwenden – langsam einen Kurswechsel durchziehen und deutlich mehr Kompromissbereitschaft an den Tag legen als früher. Sehr zum Leidwesen der Israelis, der Katarer und der Saudis. Doch mit Paris hat Riad einen wertvollen Verbündeten gefunden, der Dank der einzementierten globalpolitischen Lage seit dem Zweiten Weltkrieg in Sachen Vereinte Nationen auch noch einen fixen Sitz im Weltsicherheitsrat hat.

Für die Saudis und Katarer sind die Investments in Frankreich gleich mehrfach lohnend. Nicht nur, dass sie so im Herzen Europas eine wirtschaftliche Basis aufbauen können, die noch zusätzliche finanzielle Renditen abwirft, sondern vor allem auch auf politischer Ebene. So waren es vor allem die Franzosen, die auf eine alliierte Militärintervention in Syrien drängten, als man der syrischen Armee im Sommer 2013 den Einsatz von Chemiewaffen vorwarf. Selbst als die Briten und Amerikaner wieder zurückruderten, weil es keine Beweise für die Schuld der syrischen Führung für dieses Verbrechen gab und Russland heftigst intervenierte um eine diplomatische Lösung zu finden, schlug man in Paris noch die Kriegstrommeln. Bei der Bewaffnung der syrischen "Rebellen" ist es ähnlich: Auch dort spielen die Franzosen ganz vorne mit. Ganz im Interesse der Saudis.

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Insofern wird auch die Haltung von Paris in Sachen Mistral-Hubschrauberträger für Russland verständlich. Einerseits will man in Paris nicht auf das Geld verzichten, andererseits haben die Saudis ihre Probleme mit Moskau, welches die von Riad finanzierten Dschihadisten in Tschetschenien bekämpft, Syriens Präsidenten al-Assad unterstützt und mit dem Iran gute Beziehungen pflegt. Wenn man dem Kreml deshalb ein paar Steine in den Weg legen kann, umso besser. Doch in Moskau scheint man das falsche Spiel der Franzosen noch nicht wirklich durchschaut zu haben.

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Dabei war es Nicolas Sarkozy, der den damaligen russischen Präsidenten Medwedjew dazu drängte, einer "humanitären Intervention" in Libyen zuzustimmen. Jener Sarkozy, der auch mit Hilfe libyischer Gelder seinen Wahlkampf finanzierte und danach dazu beitrug, dass al-Gaddafi vom Mob misshandelt und ermordet wurde. Doch wo der Mammon regiert, ist die französische Politik nicht weit entfernt. Schließlich muss die inzwischen finnaziell und wirtschaftlich angeschlagene einstige Großmacht dafür sorgen, dass ihr das Geld nicht ausgeht. Und so lässt man sich mit arabischen Petrodollars kaufen und sich vor den Karren saudischer und katarischer Interessen spannen.

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4 Kommentare

  1. Aha. Und zuvor sind die USA nach den Interessen der Saudi und Kataris gesprungen oder wie ? Oder wie einige immer noch glauben das die Israelis die amerikanische Außenpolitik diktieren, das anzunehmen ist doch wirklich dumm wie dieser Artikel. Man sollte froh sein, das wenigstens noch die Franzosen einen Arsch in der Hose haben und HART bei den iranischen Atomverhandlungen auftreten, niemand in der Welt hat ein Interesse an einer "Atommacht Iran". Beim Militärschlag gegen Assad im Sommer 2013 sind die Briten durch einen Parlamentsbeschluss ausgestiegen, Cameron wollte aber konnte nicht. Das Amerikaner und Franzosen am Ende vom Kriegseinsatz abgesehen haben, lag ganz einfach darin, das einen DEAL gab, Assad hat seine Chemiewaffen vernichtet, unter internationler Aufsicht, mehr konnte man nicht rausholen.

    1. @Steffen, wie kann man nur so viel Dummheit und Unsinn in 10 Zeilen schreiben ?! Fakt ist, dass jeder Krieg, in den die USA nach Ende des 2. Weltkrieges verwickelt war, oder den sie gar betrieben hat, ausschlißelich aus finanziellen Intressen heraus geführt worden ist. Fakt ist auch, dass die USA jeden einzelnen dieser Kriege verloren hat. Was nicht weiter schmerzen würde, wenn da nicht die unzählig vielen zivilen Opfer wären. Fakt ist, dass Staaten wie Saudi Arabien und in den letzen Jahren auch vermehrt Katar sich das Druchsezten ihrer Interessen in Amerika und Europa einfach erkaufen. Lesen Sie denn wirklich nur die Bild-Zeitung?

  2. ich glaube eher das die Franzosen, sollte es irgendwann turbulent in Europa zugehen die Saudis nicht mehr kennen werden. Das Geld ist weg.

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