Frankreichs Präsident, Francois Hollande. Bild: Flickr / Saly Bechsin CC-BY-ND 2.0

WikiLeaks veröffentlichte Beweise, dass die Amerikaner drei französische Präsidenten bespitzelte. Chirac, Sarkozy und Hollande heißen die Opfer und der amtierende Führer der Atommacht Frankreich kocht vor Wut. Die neusten Enthüllungen zeigen zudem neue Einblicke in die Schnüffelpraxis der Amerikaner.

Von Christian Saarländer

 

 

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Ehrlich gesagt: Eine Sensation ist es nicht, dass Frankreich ein Opfer der Schnüffelei der Amerikaner ist. Frankreich vermag zwar in politischer Hinsicht Deutschland überlegen sein, aber das ist für Amerika kein Grund nicht zu schnüffeln. Ob die USA noch weitere Staaten und deren Regierungschefs ausspionieren, kann offen bleiben.

Diese Enthüllung war zwar nicht vorhersehbar, obwohl WikiLeaks in sozialen Medien das nun „arme“ Frankreich als Land andeutete, um welches die neusten Leaks gehen sollen. Überraschend aber: Auf einmal interessieren sich die lieben westlichen Medien um die neusten WikiLeaks-Enthüllungen, während man sich sonst verhalten zeigte, was die Berichterstattung über WikiLeaks betrifft.

Bei den Sony-Leaks sprach man sogar von "gestohlenen Daten", obwohl WikiLeaks noch nie so viel Wert auf die Einwilligung der Besitzer der Daten gelegt hat. Allerdings ist WikiLeaks seit dem heutigen Tag wieder in aller Munde. Das Besondere an den Leaks sind die Details. Da ist mehr Material dahinter als bei der Enthüllung von Merkels Handy.

Details sind aber – wie man sieht – nicht für jedermann einfach zu verstehen. Zudem sind die neuen Fakten zunächst zu lesen, zu hinterfragen und zu verstehen. Vorab halten diese Enthüllungen dem Bürger wieder mal die nackte Wahrheit vor Augen: Die umfassende Überwachung durch eine Großmacht ist leider real existierend. Und ein Ende ist auch nicht vorhersehbar. Vorhersehbar wird nur eine allgemeine Empörung sein.

"Keine Verbündeten, nur Vasallen"

Stichwort Empörung: Der französische Präsident scheint sich vor allem über die Veröffentlichung generell zu ärgern. WikiLeaks arbeite mit „unakzeptablen Methoden“, so Hollande. Deswegen wahrscheinlich, weil der Präsident vor der Öffentlichkeit nun mit heruntergezogener Hose sich eingestehen muss, dass Frankreich genauso machtlos gegen die USA ist, wie die Bundesrepublik Deutschland oder jeder Nutzer von elektronischen Kommunikationsgeräten.

 

 

Neben den drei Präsidenten Frankreichs wurden weiters, wie aus einer geleakten und redigierten Telefonliste hervorgeht, Kabinettsmitglieder und andere Staatsdiener in ihrer Kommunikation überwacht – bewiesenermaßen. Es bleibt abzuwarten, was die Staaten aus diesen Enthüllungen machen. Der Abgeordnete Jean-Jacques Urvoas fand auf jeden deutliche Worte auf Twitter.

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2 KOMMENTARE

  1. Was ist das schon wieder für eine Halbwahrheit? Die USrael-Oberclique lässt alle europäischen Politiker und noch andere ausspionieren. Etwas beruhigt mich an der Spionage. Die Russen – und vermutlich auch die Chinesen – sind gerade so gut – wenn nicht um Einiges besser – in diesem Metier wie ihre US-Widersacher. Sie werden uns zu allen verlogenen US-Behauptungen sicher auch die Gegendarstellung bringen können – und das mit handfesten Beweisen.

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