Plötzliche Nachricht von einem Bekannten auf Facebook, der Ihnen eine private Nachricht mit einem Link zu einem vermeintlichen Video schickt? Auf jeden Fall niemals anklicken. Der Account macht sich sonst selbständig und verschickt dieses Video weiter, ohne dass Sie es merken.

Von Christian Saarländer

Besonders im Informationskrieg sind soziale Netzwerke ein Schlachtfeld, welches vom Feind erobert werden möchte. Um sein Ziel zu erreichen, verwendet dieser auch gerne perfide Mittel, die mit wenig Aufwand für Chaos sorgen. Ein Link, wo ein privates Video geposted wird oder ein Link, der dummes Gerede über jemanden Beweisen soll, sind dann der Lockstoff, dass man auch auf solche eher unseriösen Links wie "Snipturl.com" klickt.

Zugegeben – solche schädlichen Programme die in sozialen Netzwerken ihr Unwesen treiben, gibt es schon länger. Und auch Hacker verwenden in sozialen Netzwerken gerne mal den privaten Chatkanal, um mit einer Verlinkung zu beispielsweise ein Passwort auszukundschaften. Betroffen sind hiervon alle sozialen Netzwerke.

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Auf den Screenshots sieht man einen Link, durch den ein PC nach dem Anklicken und dem Öffnen der Seite bereits mit der Schadsoftware befallen werden kann. Auf einen Versuch ließ man es nicht ankommen. Auf Rückfrage mit anderen Chatpartnern, die ebenfalls auf solche Links klickten und daraufhin Rücksprache mit dem Absender hielten, erzählten uns, dass dieser von diesem Link nichts bemerkte und diesen auch nicht in seinem Chatverlauf sah. Insoweit arbeitet dieser Trojaner-Wurm sehr verdeckt. Der obere Screenshot zeigt sogar, dass manche Versionen dieser Art von Schadsoftware sich sogar auf die Pinnwand fixieren, um sich viral zu verbreiten. Viral!

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Mutmaßliches Ziel: Netzwerkstrukturen zerstören

Das sicherste Mittel, um mit so einem Link nicht in Verbindung zu geraten, wäre wohl einfach die Nachricht zu löschen und den Chatpartner zu blockieren, um eine Wiederholung auszuschließen. Allerdings ist letzteres Mittel auch mit Vorsicht zu genießen, weil es gerade das Ziel sein kann, dass man bestimmte soziale Vernetzungen auf Facebook zerstören möchte. Immerhin ist die Hemmschwelle jemanden zu blockieren, den man noch nie gesehen hat weitaus größer als einen Bekannten, den man letztlich nochmal auf eine solche Nachricht anspricht. Wenn man die Links einfach ignoriert, kann es allerdings passieren, dass der infizierte Facebook-Absender, den Link öfters verschickt. Das kann auf die Dauer nerven, so dass jemand dann doch die Person blockiert, so dass ein mutmaßlicher Zweck – wie oben beschrieben – erfüllt wäre.

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Woher solche Programme letztlich kommen, ist auf die schnelle nicht so einfach nachvollziehbar. Oftmals werden solche Trojaner-Würmer in eine Facebook-App implementiert und verbreiten sich nach und nach, da immer wieder jemand auf einen solchen Link reinfällt und dann selbst diesen Link verschickt. Den Autor haben diese Links aus dem eurasischen Raum erreicht, aber auch vormals wurden solche Links auch aus Deutschland verbreitet. Oftmals verbergen sich hinter Facebook-Spielen und kostenloser "ziviler Schnüffelsoftware" solche gemeinen Dinger.

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