Starker Dollar: Die US-Volkswirtschaft lebt stärker auf Pump – Deutschland feiert Exportüberschüsse

Es ist allgemein bekannt, dass die US-Volkswirtschaft seit Jahrzehnten auf Pump lebt. Sorgte der Fracking-Wahn zumindest eine Zeit lang dafür, dass das Defizit beim Außenhandel wieder schrumpfte, so ist dieses im März auf einen Höchstwert seit dem Ausbruch der Krise 2008 gestiegen. Deutschland zählt zu den Hauptgläubigern.

Von Marco Maier

Während Deutschland traditionell einen Überschuss beim Außenhandel aufweisen kann, sind die USA traditionell Netto-Importeure. Der mediale Jubel darüber, dass die Unternehmen der Bundesrepublik derart exportstark sind und es auch in den vergangenen Monaten vor allem Dank des schwachen Euros und des starken Dollars zu einem massiven Anstieg der Exporte in die USA gab, ist jedoch nur ein Teil der Geschichte. Denn die Amerikaner bezahlen die deutschen Waren faktisch mit Zahlungsversprechen.

Allein im März belief sich das US-Handelsbilanzdefizit trotz der extrem niedrigen Ölpreise auf 64,175 Milliarden Dollar. Das sind ganze 43 Prozent mehr als noch im Februar. Der Export von Waren und Gütern der USA sank im März 2015 um -6,0 Prozent zum Vorjahresmonat, auf ein Volumen von 133,325 Mrd. Dollar. Die Importe stiegen um +2,1 Prozent zum Vorjahresmonat an, auf 197,500 Mrd. Dollar. Eine Wahnsinns-Summe, welche die Unfähigkeit der amerikanischen Volkswirtschaft verdeutlicht, sich selbst aus eigener Kraft überhaupt am Leben zu erhalten.

Auf Dauer wird sich dieses Spielchen nicht mehr spielen. Denn die Solvenz der US-Volkswirtschaft ist auch nur auf das Vertrauen darauf begründet, dass sie (Dank der Fed) auch zahlungsfähig bleiben. Doch immer mehr Länder wenden sich vom Dollar ab, was diesen Vorteil langsam aber sicher zunichte macht. Für die deutschen Unternehmen, die sich Dank der US-Kauflaune über "gute Zahlen" freuen, könnte dies allerdings zu einem Risiko werden, sofern sie dieses nicht auf die Bundesbank – und somit auf die Steuerzahler allgemein – abwälzen können.

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Insofern muss man sich fragen, ob dieses Wirtschaftsmodell überhaupt noch zukunftsfähig ist. Weder können die USA für alle Zeiten immer mehr Schulden im Ausland anhäufen, noch Deutschland ewig Überschüsse – und damit Forderungen ans Ausland – erwirtschaften. Dies ist eine globale Finanzblase, die mit den USA und dem Dollar steht und fällt. Dies muss den Leuten irgendwann auch bewusst werden.

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Ein Kommentar

  1. Wie‘ s enden wird… Mit Bürgerkriegen wird’s enden. Drohnen werden gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt werden. Die Polizei spielt dann mal wieder die Söldnertruppe der Drecksäcke. Alle Kriege gehen vom Finanzkapital aus. Die Politik will nichts dazu lernen, weil sie vom Kapital bedient wird. „Denn er Satte schweigt“. Ohne Kapital geht nichts… aber wie lange geht der „Raubtier-Kapitalismus noch gut??

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