Spaniens Premierminister Mariano Rajoy. CC-BY-ND 2.0

Nach langen, harten Jahren der Wirtschafts- und Finanzkrise beginnt in Spanien wieder die Zeit des wirtschaftlichen Wachstums. Doch auf dem Arbeitsmarkt ist davon kaum etwas zu spüren, da erst bestehende Kapazitäten ausgelastet werden müssen. Der konservative Ministerpräsident Spaniens, Mariano Rajoy, wird kaum davon profitieren.

Von Marco Maier

Es scheint, als ob die wirtschaftliche Durststrecke vorbei wäre. Von Januar bis März verzeichnete Spanien nach Angaben des Statistikamts in Madrid ein BIP-Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal – so viel wie seit 2007 nicht mehr. Dem Jahr vor dem Platzen der Immobilienblase, die das Land in eine fulminante Krise stürzte und die Staatsschulden wegen der Rettung der Banken explodieren ließ.

Inzwischen erwartet man für dieses und das kommende Jahr ein Wirtschaftswachstum von jeweils knapp 3 Prozent. Damit dürfte Spanien neben Irland wohl – von einem inzwischen doch niedrigen Niveaus aus – zu den wachstumsstärksten Ländern innerhalb der EU und der Eurozone zählen. Haupttreiber der aktuellen Entwicklung ist der Binnenkonsum, der von den fallenden Energiepreisen profitiert. Hinzu kommt der schwache Euro, der die Exportwirtschaft unterstützt.

In Sachen Arbeitslosigkeit kommt jedoch kaum etwas Bewegung hinein. Diese liegt nach wie vor bei etwa 23 Prozent, was innerhalb der EU nur noch von Griechenland übertroffen wird. Eine deutliche Reduktion der Arbeitslosenquote dürfte jedoch trotz der wirtschaftlichen Aufwärtsbewegung nicht eintreten, da zuerst die bestehenden Kapazitäten ausgelastet werden müssen.

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Bei den Parlamentswahlen Ende des Jahres dürfte Premierminister Rajoy jedoch trotzdem vor einer Abwahl stehen. Sowohl die oppositionellen Sozialisten, als auch die neuen Bürgerbewegungen Podemos und Ciudadanos können Umfragen zufolge derzeit mit jeweils rund 20 Prozent der Stimmen rechnen. Damit ergäbe sich zumindest rein rechnerisch eine linke Mehrheit, die dann Kurskorrekturen vornehmen könnte.

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3 KOMMENTARE

  1. Dem störrischen Galizier muss man Respekt zollen. Unbeirrt troz Podemos hat er seine Hausaufgaben gemacht um genau zu wissen das er dafür bei den meisten Spaniern gehasst wird.
    Das ist „Leadership“.
    Ich wünsche ihm viel Glück und das vorallem das sich der Arbeitsmarkt noch vor den Wahlen erholt. Rajoy ist doch wirklich wohltuend im Vergleich zu den Sprunghaften anderen Regierungschefs in der Eurozone. Mein Wunsch ist das Rajoy noch im Amt sein wird, wenn Tsipras sich aus dem Euro rausmanövriert hat und daraufhin seinen Posten räumen muss.

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