Sonntagspanorama #7

Liebe Leserinnen und Leser,

früher konnte man in jeder Währung Öl verkaufen. Als Amerika1971unter Nixon beschloss, den Dollar vom Gold lösen, da zu viele Dollar im Umlauf waren und diese nicht mehr durch Gold gedeckt waren, war der Dollar als weltweite Leitwährung in Frage gestellt. Als Konsequenz erreichten die Vereinigten Staaten mit Saudi-Arabien 1973 das „Öl-für-Dollar-Abkommen“. Nixon und Kissinger sagten den Saudis: „Ihr verkauft Öl ab sofort nur noch in Dollar“. Saudi-Arabien setzte in Folge als führendes Land in der OPEC das Primat des Dollar im Ölverkauf durch, so dass auf der ganzen Welt Öl nur noch in Dollar gehandelt wurde. Der Petrodollar war geboren. Die Stellung der US-Währung als wichtigste Reservewährung der Welt war wieder gesichert, da alle Staaten nun den US-Dollar bereithalten mussten, um Erdölprodukte zu kaufen. Quelle: KenFM im Gespräch mit Ernst Wolff

Als der irakische Machthaber Saddam Hussein Ende 2000 begann, Öl gegen Euro statt gegen US-Dollar zu verkaufen und  seine nationalen Devisenreserven auf den Euro umzustellen, erklärten ihm die Amerikaner unter George W. Bush 2003 den Krieg. Auch der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi verfolgte „gefährliche Pläne“: Wenige Monate vor dem NATO-Angriff auf sein Land im Jahr 2011 forderte er die arabischen und afrikanischen Staaten auf, eine neue gemeinsame Währung einzuführen mit einem goldgedeckten libyschen Dinar als Leitwährung. Sein Öl hätte er dann nicht mehr gegen den US-Dollar verkauft. Der ehemalige venezolanische Staatschef Hugo Chavez war nach Wikipedia einer der eifrigsten Verfechter einer Euro-Fakturierung des Erdöls. Ihn versuchten die USA 2002 zu stürzen. Nichtsdestotrotz halten laut des Finanzjournalisten Ernst Wolff die Zentralbanken der Welt nur noch etwa 50 Prozent ihrer Reservewährungen in US-Dollar. Er sieht die Ära des Petrodollars zusammenbrechen.

Nach goldseiten.de ist Russland mit einem Anteil von 12 Prozent an der Gesamtproduktion der weltweit größte Erdölproduzent. Auch letztes Jahr lag das Land mit einer Fördermenge von fast 10,4 Millionen Barrel am Tag (b/d) wieder vor Saudi-Arabien.
Die Seite zitiert den bekannten Moskauer Journalisten Dmitry Kalinichenko: „Nur sehr wenige Menschen verstehen, was Putin zur Zeit tut. Und fast niemand versteht, was er in Zukunft tun wird. Egal wie seltsam das vielleicht wirkt, aber im Moment verkauft Putin das russische Öl und Gas nur für physisches Gold." Zwischen dem ersten Quartal 2009 und dem dritten Quartal 2014 seien Russlands Goldreserven um 116 Prozent gewachsen, von 531,87 Tonnen auf 1149,8 Tonnen." Kein anderes Land häuft derzeit so schnell Gold an. Casey Research resümiert: "Wir verfolgen das Geschehen bereits seit Langem und haben die aktuellen Entwicklungen schon vor Jahren vorausgesagt. Die Botschaft ist klar: Mit dem Verkauf der US-Staatsanleihen und den massiven Goldkäufen wettet Russland gegen den US-Dollar und setzt alles auf das gelbe Edelmetall. In Übereinstimmung mit diesen Aktivitäten spielt Russland zusammen mit Staaten wie China, Iran und Kasachstan eine aktive Rolle in der immer bedeutender werdenden internationalen Bewegung zur Umgehung des US-Dollar bei Handelsabkommen.

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Indessen kommt es zu einer vorsichtigen Annäherung zwischen Russland und Amerika. US-Außenminister John Kerry besuchte im Kreml den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Kerry sprach sich dafür aus, die Eiszeit zwischen Washington und Moskau zu überwinden. Es sei dringend nötig, dass sich beide Länder angesichts der globalen Bedrohungen auf eine Zusammenarbeit verständigten. Die Deutsche Welle schreibt über das NATO-Außenministertreffen im türkischen Badeort Belek bei Antalya: „Es war eigentlich wie immer bei den NATO-Außenministertreffen seit der Annexion der ukrainischen Krim-Halbinsel im Schwarzen Meer durch Russland im März 2014: Offiziell scharfe Warnungen und Mahnungen durch den NATO-Generalsekretär an die Adresse Moskaus. Doch hinter den verschlossenen Türen debattieren die Außenminister intensiv darüber, wie sie das Verhältnis zu Russland wieder verbessern können.“ Und weiter: „Die politischen Kontakte zwischen der Militärallianz NATO und Russland bleiben auf allen politischen Ebenen eingefroren. Immerhin sprechen jetzt die Militärs wieder miteinander, um ‚fatale Missverständnisse‘ zu vermeiden. Der ‚heiße Draht‘ zwischen den Militärstäben sei reaktiviert worden, bestätigte die NATO in Antalya noch einmal. Das Bündnis hatte in den vergangenen Monaten verstärkt Übungen russischer Marine- und Luftwaffeneinheiten am Rande des NATO-Gebietes registriert. Die NATO ihrerseits lässt ihre Soldaten an ihrer Ostgrenze mehr Übungen abhalten als zuvor. Im Juni ist ein erstes großes Manöver der ‚Speerspitze‘, der neuen schnellen Eingreiftruppe geplant.“

Und noch ein Nachschlag des Onlineportals Delfi aus Litauen zum Jahrestag des Weltkriegendes: „Was feiern die Russen und ihre Sympathisanten seit 70 Jahren? Den Sieg gegen den Faschismus? Einen gemeinsamen Sieg des Kommunismus und der westlichen Demokratien? Das Ende des Krieges? So genau weiß das keiner. Genauer gesagt: Man weiß es, es ist jedoch sehr unangenehm, darüber zu sprechen. Die Welt feiert den Sieg eines widerlichen Diktators gegen einen anderen. Das einzige unfragliche Verdienst dieses Tages ist, dass er dem schaurigsten Verbrechen in der Geschichte Europas, der Massenvernichtung von Juden, ein Ende setzte. … Dieser Sieg hat den Russen erlaubt, die Hälfte Europas zu versklaven, weswegen sie in Mittel- und Osteuropa gehasst werden. … Er hat es Russland erlaubt, das kommunistische Regime Stalins bis zum heutigen Tag zu konservieren."

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Schwarzes SchafDas schwarze Schaf der Woche

„Die israelische Armee wird auch in den kommenden Kriegen gegen den Gazastreifen bzw. den Libanon viele Zivilisten und explizit viele Kinder töten.“
Der israelische Verteidigungsminister Moshe Yaalon. Quelle: junge Welt

Die Deutsche Welle schreibt: „Bei ihrem zweitägigen Aufenthalt traf von der Leyen auch mit ihrem israelischen Amtskollegen Mosche Jaalon zusammen, um über die deutsch-israelische Sicherheitszusammenarbeit zu sprechen. Deutschland und Israel haben ein besonderes Verhältnis – nicht erst seit Angela Merkel im Jahr 2008 betonte, dass Israels Sicherheit ein Teil deutscher Staatsräson sei. Die enge Sicherheitskooperation soll für beide Länder auch in Zukunft ertragreich sein. Am Montag wurde bekannt, dass Israel vier deutsche Kriegsschiffe im Wert von 430 Millionen Euro kauft. Die Bundesregierung unterstützt das Rüstungsgeschäft mit 115 Millionen Euro. Experten sind sich uneinig darüber, ob Israel sie mit nuklearen Sprengköpfen bewaffnet. ‚Wenn es Hinweise für eine atomare Bewaffnung der U-Boote gäbe, müsste die Bundesregierung dem nachgehen‘, sagt der Verteidigungsexperte Christian Mölling von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Ich glaube aber, man muss sich damit abfinden, dass es in jeglicher Hinsicht zu Israel ein ganz besonderes Verhältnis gibt und damit auch die Bereitschaft, sich bestimmte Dinge nicht anzugucken.‘“  

Der israelische Amtskollege sagte Anfang Oktober 2009 eine Reise nach Großbritannien ab. Er befürchtete eine Verhaftung wegen Kriegsverbrechen. Er verglich die Palästinenser im Gazastreifen und in der Westbank mit einem Krebsgeschwür, das militärisch mit einer Art Chemotherapie zu behandeln wäre. Quelle: Wikipedia

Weißes SchafDas weise Schaf der Woche

„Gemüse, Gemüse, Gemüse.“
Ein Chinese, der es in den Westen geschafft hat.

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Weiter sagt CEO eines großen Privatunternehmens laut Le Monde diplomatique: „Mein Vater, ein Mann aus dem Dorf, hat mir immer eingeschärft: Wenn du jeden Tag dreimal Fleisch essen kannst, Junge, dann hast du es weit gebracht. Aber jetzt ermahnen mich alle Ärzte, kein Fleisch mehr zu essen, wegen zu hoher Werte. Sie verstehen: Blutfett, Blutzucker, Blutdruck. Gemüse, Gemüse, Gemüse soll ich essen. Tagaus, tagein. Dafür hätte ich nicht das Dorf verlassen brauchen. Dreißig Jahre lang habe ich für das Fleischessen geschuftet. Alles umsonst?!“

Mein Lektüretipp der Woche:

Rationalgalerie: Goodbye England – Rein in die Kampfzone, raus aus der EU

Claus Folger
Frankfurt am Main

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