Auch wenn die Auslistung trotz umfangreicher Kritik etwas dauerte, so geschieht in Sachen Glyphosat wenigstens etwas. Das Unkrautvertilgungsmittel von Monsanto wird bei Coop und Migros nicht mehr verkauft.

Von Marco Maier

Nachdem die UN-Gesundheitsorganisation WHO das Unkrautvertilgungsmittel Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" einstufte, haben die beiden Schweizer Großverteiler Coop und Migros beschlossen, sämtliche Produkte die diese Substanz beinhalten aus dem Sortiment zu nehmen. Auch wenn das Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft weiterhin behauptet, dass Glyphosat "unbedenklich" sei und für den Hobbybereich zugelassen bleibe.

Coop selbst hatte sich dazu entschieden, die Monsanto-Produkte unverzüglich aus den Regalen der Supermärkte und der Bau-Hobby-Märkte zu entfernen. Migros will diesen Schritt nächsten Dienstag vollziehen. Ursprünglich wollte Migros dies erst nächstes Jahr machen, doch der Druck von Umweltorganisationen und Konsumenten dürfte zu groß gewesen sein.

Zwar seien die wissenschaftlichen Studien zur Wirkung des Herbizids auf Menschen "widersprüchlich", schrieb Coop, dennoch will man sich für "alternative Herbizid-Lösungen" einsetzen. Bislang habe man keine Konzentrate des umstrittenen Mittels verkauft, sondern lediglich "stark verdünnte, gebrauchsfertige Produkte", die bis zu 48-Mal niedriger dosiert wären als jene, die in der Landwirtschaft verwendet werden.

Erst im Jahr 2013 untersuchte die Umweltschutzorganisation Global 2000 zusammen mit dem Netzwerk Friends of the Earth Urinproben von 182 Testpersonen aus 18 europäischen Ländern auf Glyphosphat. Das Ergebnis: Je nach Land konnte bei 10 bis 90 Prozent der Proben das Herbizid nachgewiesen werden. Umso verständlicher, dass ein Verbot gefordert wird.

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3 thoughts on “Schweiz: Handelsketten werfen Monsantos „Glyphosat“ aus dem Sortiment”

  1. Wenigstens die Schweiz tut etwas / Gratulation !!

    Wenn ich da an unsere Irren im Ministerium denke, wo ich dem nun Ex-Minister Berlakovich schon zu seiner Amtszeit geschrieben hatte, ob er da kein Problem sieht, dass in jedem Baumarkt oder Gartenmarkt jedes Kind ohne Probleme sich Literweise "Agent Orange" alias RoundUp kaufen kann……kam nicht einmal eine Antwort zurück. Selbst auf den 2ten Brief, wo ich ihm dann schon unterschwellig vorgeworfen hatte "ob er den Aufgrund seiner Nichtreaktion Monsanto-Aktien habe" und seine Kinder es ihm danken werden, wenn ihnen wie den Kindern aus Fernost, dank Monsanto selbst in der 4ten Generation nach der Vergiftung durch Monsantos Agent Orange schwerst behinderte und missgebildete Kinder auf die Welt kommen………….keine Reaktion…….und als Landwirt kann er nicht behaupten er kenne RoundUp nicht, denn das wird in Österreich pro Jahr zu tausenden Hektoliter auf die Felder und in den Gärten versprüht. 

    Ja ja, im Augen verschließen sind unsere Europäischen Politiker Weltmeister 🙁

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