Poroschenko: „Das ist ein echter Krieg mit Russland“

Gegenüber dem britischen Staatssender BBC sagte Poroschenko, dass sich die Ukraine in einem "echten Krieg" mit Russland befinden würde. Grund dafür sind angebliche russische Soldaten, die von ukrainischen Truppen gefangen genommen wurden. Indessen versuchen die Rebellen konstruktiv an einem politischen Frieden zu arbeiten.

Von Marco Maier

Zwei bei Kämpfen in Lugansk gefangen genommene Männer wurden gestern von Kiew diversen Medienvertretern vorgeführt. Bei ihnen soll es sich um Mitglieder einer 200 Mann starken russischen Aufklärungseinheit handeln, die vor rund 2 Monaten in die Ukraine gekommen seien. Dies gaben sie in einer aufgezeichneten Befragung an. Das russische Verteidigungsministerium dementierte die ukrainische Darstellung und erklärte, die Gefangenen seien "ehemalige russische Soldaten".

Der ukrainische Präsident, Petro Poroschenko, nutzte diese Vorstellung dazu, um weiter von einem "echten Krieg" mit Russland zu sprechen. "Das ist nicht ein Kampf gegen Separatisten, die von Russland unterstützt werden, das ist ein echter Krieg mit Russland", sagte Poroschenko in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview mit dem britischen Rundfunksender BBC. Die Tatsache, dass die ukrainischen Streitkräfte "reguläre russische Soldaten" gefangen hätten, sei ein "starker Beweis" dafür. Angesichts der Tatsache, dass sich viele Freiwillige aus der ganzen Welt den Rebellen im Donbass angeschlossen haben, genauso wie auch viele Freiwillige auf Seiten der ukrainischen Battailone kämpfen, müssen diese festgenommenen Kämpfer nicht zwangsläufig russische Militärangehörige (mehr) sein.

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An und für sich müsste die ukrainische Regierung nur einlenken und den Rebellen ein passables Maß an Autonomie innerhalb des ukrainischen Staates zugestehen. Moskau hat oft genug deutlich gemacht, dass seitens des Kremls kein Interesse an der Einverleibung der Ostukraine besteht, jedoch eine Föderalisierung klar begrüßt wird. Der russische TV-Sender NTV berichtete, dass die Führungen der beiden separatistischen Gebiete – Donezk und Lugansk – laut Russlands Außenminister Sergej Lawrow einen Verfassungsentwurf veröffentlichten, in dem sie weiter Teil der Ukraine bleiben wollen. Allerdings eben auf dezentralisierter Basis.

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Poroschenko, der sich im deutschen Staatsfernsehen (ZDF) als "Präsident des Friedens" bezeichnete, während er weiterhin den Krieg gegen die Rebellen forciert, scheint jedoch auf das konstruktive Angebot einer politischen Lösung nicht eingehen zu wollen. Stattdessen übt er sich lieber in Anschuldigungen und Provokationen. Würde ihm wirklich etwas an einem Frieden und der staatlichen Einheit des Landes liegen, würden den ganzen Worten auch endlich Taten folgen.

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2 Kommentare

  1. Der Typ hat sie nicht mehr alle. Wie kann solch eine Pfeife Präsident eines Landes sein?

    Meldung von heute: Putin stundet der Ukraine auf Wunsch des IWF die Fälligkeit seiner Kreditschulden. Was für eine Engelsgeduld dieser Putin/Russland mit den Verbrechern in Kiew hat ist erstaunlich. Trotz fortwährender Beschimpfungen und Kriegsdrohungen aus dem Westen.

  2. @uri

    volle Zustimmug. "Ein echter Krieg mit Russland", " Russische Soldaten" von was träumt diese Nachtjacke eigentlich? Und was ist mit den amerikanischen Rambos auf Kiews Seite? Was haben die dort verloren? Nur noch Vollpfeifen auf westlicher Seite.

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