Boris Nemzow. Bild: Facebook / Boris Nemzow

Ein gefundenes Fressen für die Russlandhasser und NATO-Verteidiger war die Veröffentlichung des Berichts des ermordeten Oppositionellen Boris Nemzow. Natürlich stürzte sich diese Woche auch die Westpresse auf diesen Bericht, der doch darlegen soll, dass Putin für den Krieg in der Ost-Ukraine verantwortlich ist. Beweise wollen sie auch haben – nur, wo sind die Beweise?

Von Andre Eric Keller

Es dürfte sich weniger um "vollständige Beweise" als um Behauptungen handeln. Behauptungen, welche beweisen sollen, dass die russische Regierung den Einsatz des Militärs im Donbass verfügt hat. Doch bevor Boris Nemzow diesen Bericht veröffentlichen konnte, wurde er ermordet. Jetzt passt für die Einheitspresse alles ganz gut zusammen. Dass aber der Tod Nemzows nichts an einer Veröffentlichung ändern würde, war doch im Vorhinein schon klar. So kam es auch am Dienstag zur Veröffentlichung des 65-seitigen Berichts durch einen seiner Mitarbeiter: den Oppositionellen Ilja Jaschin. Die Informationen sollen aus öffentlichen Quellen stammen, auch Famillien der Hinterbliebenen der Soldaten wurden befragt. 

Der Kreml soll demnach die eigenen Soldaten dazu gezwungen haben, aus dem Militärdienst auszutreten – und verdonnerte sie angeblich zu Stillschweigen. Jeder Kämpfer soll für 1.600 Euro im Monat für Novorossija in den Kampf gezogen sein. Mehr als 220 tote russische Soldaten habe diese Intervention gefordert. Die Hinterbliebenen wurden dem Bericht zufolge mit umgerechnet 50.000 Euro Schmerzensgeld oder auch "Schweigegeld" abgespeist. Natürlich durften diese ebenfalls kein Wort über die Vorkomnisse verlieren. Der Tenor lautet einstimmig, die armen russischen Soldaten müssen in Putins Krieg ziehen. 

Hier nochmal ein paar Fakten für sie zusammengefasst:

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Nach dem Maidanputsch gerät eine faschistische Junta unter Führung von Jazenjuk – in Abstimmung mit der Obama-Adminstration – in der Ukraine an die Macht. Die Krim, welche mehrheitlich ethnische Russen beheimatet, wurde nicht besetzt – wie gerne immer wieder behauptet wird – sondern es befanden sich reguläre russische Soldaten in den russischen Kasernen auf der Krim. Nebenbei befand und befindet sich heute noch die russische Schwarzmeerflotte im Hafen von Sewastopol. Ein Abkommen darüber besteht seit der Unabhängigkeitserklärung der Ukraine. Die Bewohner der Krim wollten der neuen Ukraine nicht mehr angehören und führten ein Memorandum durch, welches über eine Seperation entscheiden sollte. Also kann man hier schon nicht von einer Annektion, sondern nur von einer Seperation sprechen. Mit großer Mehrheit stimmte die Bevölkerung der Krim einem Anschluss an Russland zu. Infolgedessen erklärten sich die Volksrepubliken Lugansk und Donezk ebenfalls als unabhängig, was dazu führte, dass die ukrainische Regierung die Armee und diverse Freiwilligen-Bataillone in den Osten berief, um das Territorium wieder zurückzuerobern. Dabei setzte das ukrainische Militär auch schweres Gerät ein und bombardierte, ohne Rücksicht auf Verluste, nicht nur die militärische Infrastruktur, sondern auch Schulen, Altenheime ect., Frauen, Kinder und alte Menschen wurden getötet, wie man auf einschlägigen Videoplattformen feststellen kann. Auch hier ist die Bevölkerung mehrheitlich russischer Abstammung. 

Die westliche Berichterstattung war von Anfang an unausgewogen und machte – genauso wie die politischen Führungen der USA, der EU und der NATO – Russland hauptverantwortlich für den Krieg im Donbass. Russland solle die Separationsbewegungen angestoßen, die Seperatisten mit Waffen versorgt und Kämpfer in das Kriegsgebiet entsendet haben. Obendrein seien die "prorussischen Seperatisten" und Russland für den Abschuss des Flugs MH17 verantwortlich. Auch hier sind immer noch keine eindeutigen Beweise vorhanden. 

Angenommen es kamen russische Soldaten und russisches Kriegsmaterial im Donbass zum Einsatz, was würde das ändern? Die Volksrepubliken Donezk und Lugansk sehen sich aus der Ukraine gelöst und dürfen sich aussuchen wer die Schutzmacht stellt. Ob die Volksrepubliken von der Staatengemeinschaft anerkannt werden oder nicht, ist nicht die wichtigste Frage. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker steht über nationalem Recht. Oder wie war das noch mit dem Selbstbestimmungsrecht z.B. im Kosovo? Das Selbstbestimmungsrecht kann man sich nicht einfach zusammenreimen und muss für alle Völker gleich gelten.  

Wer der russischen Sprache mächtig ist, kann diesen Bericht hier als pdf lesen:

www.putin-itogi.ru

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2 KOMMENTARE

  1. Ein ausgewogener kritischer Bericht sieht anders aus. Speziell die Annaktion der Krim. Es war tatsächlich nur ein Memorandum und keine Volksabstimmung. Ein demokratischer Prozess sieht anders aus, insbesondere wenn Soldaten mit der Kalaschnikow vor dem Wahllokal stehen.  Alle anderen Merkmale einer freien Volksabstimmung fehlten ebenso (politische Diskussionen, freie Parteien, keine Einschüchterung politischer Gegner oder Volksgruppen etc etc.) Es wurden Fakten geschaffen mit militärischer Gewalt, so wie es die USA auch gerne machen. Mag sein das die Mehrheit zu Russland wollte. Aber auf diese Art und Weise? So ist die Annktion anfechtbar.  Hier mit dem Völkerrecht zu argumentieren ist recht seltsam. Im übrigen ist das Völkerrecht spätestens seit 1918 wertlos, oder hatte es überhaupt irgendwann einen verbindlichen Wert? Kindlich-Naiv noch daran zu glauben.

    • Für sie ist es wirklich besser, wenn sie bei den Mainstreamern weiterlesen. Schauen sie sich einmal um und sagen sie mir wie viel Demokratie sie in Deutschland haben ? …Bitte nichts von Demokratie faseln, davon bekomme ich nur Brechreiz, danke!

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