Ohne die geopolitische Strategie der Vereinigten Staaten für den Nahen Osten gäbe es heute wohl keinen "Islamischen Staat", der die Menschen in Syrien und im Irak terrorisiert. Das ist keine Verschwörungstheorie sondern gelebte Praxis der US-Hegemonialpolitik.
Von Marco Maier
Wenn es um geopolitische Vorteile geht, kennt man in Washington kein Pardon. Da werden Kriege vom Zaun gebrochen, Regierungen je nach Lust und Laune eben mal unterstützt oder gestürzt, sowie Terrororgansisationen kurzerhand mal via CIA geschaffen, um damit Interventionsgründe zu haben. Eine geopolitisch und geostrategisch besonders wertvolle Region stellt hierbei der Nahe und Mittlere Osten dar. Einerseits sind dort große Öl- und Gasreserven, andererseits ist dieses Gebiet zur Kontrolle Russlands und Chinas unabdingbar. Von einem Fuß in der islamischen Welt ganz zu Schweigen.
Kürzlich geleakte DIA-Dokumente zeigen auf, dass die USA (nach der Gründung der Taliban in Afghanistan) nun wieder einmal an der Etablierung einer islamistischen Terrororganisation beteiligt war. Zwar wird vorwiegend behauptet, dass dies eher der Passivität der US-Offiziellen geschuldet sei, doch sämtliche Indizien und Hintergrundinformationen zeigen eine aktive Beteiligung der Vereinigten Staaten bei der Schaffung des "Kalifats". Denn obwohl sowohl die Medien und die offizielle Politik immer wieder betonten, die syrische Opposition bestünde vorwiegend aus "gemäßigten Kräften", war ihnen von Anfang an klar: hierbei handelt es sich hauptsächlich um radikalislamische Gruppen - die sie groß gewähren ließen.
Für den militärisch-industriellen Komplex der USA war dieser schnell erstarkende "Islamische Staat" geradezu ein Segen. Einerseits bekämpft dieser den im Westen gehassten syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, andererseits konnte man nun für Waffenlieferungen in die Region sorgen. Kriege sind nun mal seit langer Zeit ein wichtiges Konjunkturprogramm für die marode US-Wirtschaft. Das ist ein unumstrittenes Faktum, zumal die Vereinigten Staaten von Amerika seit der staatlichen Gründung beinahe durchgehend in irgendwelche Kriege verwickelt waren. Nicht umsonst sind 7 der 10 größten Rüstungskonzerne in den USA beheimatet.
All dies zeigt wieder einmal deutlich auf, dass man die Führung der Geopolitik nicht den USA anvertrauen darf, zumal diese ohnehin nur im Eigeninteresse handeln. Wer glaubt, dass beispielsweise Europa von der US-Vorherrschaft profitiert der vergisst den Umstand, wie sehr jeder Staat im Normalfall zuerst seinen eigenen Interessen dient. Die USA sind hierbei (wie auch Russland oder China) ein Paradebeispiel dafür.
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