Inflation: Sind die Realeinkommen tatsächlich gestiegen?

Eigentlich sollte man keinen Statistiken trauen, die man nicht selbst gefälscht hat – aber gerade in Sachen Inflation und Nettoeinkommen lohnt sich ein Blick auf die Entwicklung seit dem Jahr 2000. Verdienen Sie wirklich noch gleich viel oder gar mehr als damals?

Von Marco Maier

Wenn man die offiziellen Inflationszahlen hernimmt, muss man eigentlich immer einen Aufschlag miteinberechnen. Denn in die Zahlen fließen auch Geräte mit ein, die der Durchschnittsverbraucher nur alle paar Jahre anschafft. Doch gerade diese Dinge – wie Autos, Fernseher, Computer und dergleichen – werden tendenziell eher billiger oder steigen kaum im Preis, während vor allem die Güter des alltäglichen Bedarfs deutlich teurer werden. Doch beim verwendeten Zahlenmaterial für Statistiken – unter anderem bei der Entwicklung der Realeinkommen – werden nur die geschönten Zahlen verwendet.

Nach einem Blick auf die offiziellen Inflationsstatistiken und der Nutzung eines Taschenrechners werden uns folgende Zahlen präsentiert: In Deutschland steig das allgemeine Preisniveau seit dem Jahr 2000 um rund 27,5 Prozent, in Österreich gar um 32,5 Prozent. Unter Berücksichtigung der "Beschönigungen" (u.A. die sogenannte "hedonische Preisberechnung und natürlich die Gewichtung der einzelnen Produktgruppen) dürfte für die meisten Menschen die reale Teuerung bei etwa 35 Prozent (Deutschland), bzw. 40 Prozent (Österreich) liegen.

Das heißt: Ein Arbeitnehmer der im Jahr 2000 noch (umgerechnet) 1.700 Euro netto verdient hat, müsste heute zur Erhaltung der Kaufkraft deutlich mehr verdienen. Geht man nur nach der offiziellen Inflationsrate, dann müsste ein deutscher Arbeitnehmer heute etwa 2.170, ein österreichischer Arbeitnehmer schon mindestens 2.250 Euro verdienen, um sich zumindest auf dem Papier gleich viel wie damals leisten zu können.

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Berücksichtigt man die ganzen Statistiktricks, dann sieht die Situation schon deutlich anders aus: Ganze 2.300 Euro müsste man in Deutschland demnach verdienen – in Österreich sogar 2.380 Euro – um wirklich noch auf dem selben Niveau zu befinden. Eigentlich ein Wahnsinn, nicht? Vor allem sind dann noch nicht einmal die Gehaltssprünge drin, die in vielen Berufen für die jahrelange Erfahrung bezahlt werden (sollten). Schlussendlich ist es oftmals so, dass die zusätzlichen Lohn- und Gehaltserhöhungen eigentlich gerade einmal so die Kostensteigerungen bei den täglichen Einkäufen decken.

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Wenn Sie in den letzten Jahren nicht in einen ohnehin schon besser bezahlten Job gewechselt sind – vergleichen Sie doch einfach ihre noch vorhandenen Lohn- und Gehaltszettel mit jenen von heute. Verdienen Sie netto tatsächlichch um 35-40 Prozent mehr als noch im Jahr 2000? Wenn nicht, dann gehören Sie zu den Verlierern dieser Entwicklung.

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