Um mehr Geld in die klammen griechischen Staatskassen zu spülen, greift die Regierung in Athen zu Steuererhöhungen. Vor allem die Reichen und die besser Verdienenden sollen mehr Steuern zahlen. Zwischenzeitlich refinanziert sich Griechenland über kurzlaufende Anleihen.

Von Marco Maier

Weil die Auszahlung der letzten Tranche des laufenden "Hilfsprogramms" fällig wird, die finanziellen Ressourcen jedoch längst nicht mehr ausreichen, sucht die Regierung unter Syriza-Chef Alexis Tsipras nach neuen Einnahmequellen. Darunter ist auch eine Sondersteuer für die 500 reichsten Familien Griechenlands, die auf einem Milliardenvermögen sitzen, weil sie in der Vergangenheit durch die korrupte Politik kaum Steuern zahlen mussten.

Doch auch die Besserverdiener sollen weiter zur Kasse gebeten werden. Demnach soll die Zusatzsteuer angehoben werden, die Beschäftigte ab einem Jahreseinkommen von über 30.000 Euro (2.500 Euro pro Monat) bezahlen müssen. Auch eine Anhebung der Luxussteuer auf teure Autos, Luxusreisen und den Besitz von Inseln steht auf dem Programm.

Anstelle von derzeit drei unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen soll es künftig nur noch einen geben. Und damit die Umsätze auch tatsächlich versteuert werden, sollen Barzahlungen nur noch bei Beträgen von bis zu 70 Euro erlaubt sein. Höhere Beträge dürfen dann nur noch mit Karte bezahlt werden, was jedoch schon einem faktischen partiellen Bargeldverbot gleich kommt.

Indessen hat die griechische Regierung laut Berichten des staatlichen Radios, welches sich auf die Schuldenagentur PDMA beruft, insgesamt 875 Millionen Euro für 26 Wochen in Form von kurzlaufenden Staatspapieren zu einer Rendite von 2,97 Prozent aufgenommen. Das sind aufs Jahr gerechnet gut 6 Prozent Zins. Doch binnen der nächsten zwei Tage muss Athen insgesamt 1,4 Milliarden Euro auftreiben, um so die nächste Rückzahlungsrate zu begleichen. Deshalb geht man davon aus, dass die griechische Regierung weitere Anleihen auf den Markt wirft.

1 COMMENT

  1. So dürfte es ein hoffnungsloses Unterfangen sein von ins Ausland geschaffte

    Vermögen Steuern zu erlangen. Die weitere Finanzierung wird über das ELA

    System der EZB gehen, die gerade die 'Hilfskredite' auf 80 Milliarden Euro auf-

    gestockt hat und über die 'Bankenunion' – Bestimmung der rückzahlungsfreien

    präventiven Rekapitalisierung auf die Steuerzahler abgewälzt wird um ja nicht

    einen Staatsbankrott Griechenlands zu riskieren, der mit dem Zusammenbruch

    des CDS den Finanzsektor ins Wanken bringen würde!

     

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