Auch wenn viele Menschen glauben zu wissen, was sie zu wissen glauben, wissen sie doch nicht, was sie glauben sollen. Zu umständlich formuliert? Es geht auch einfacher: Glauben ist nicht Wissen. Auch wenn Mensch ganz ungläubig sich der einen oder anderen Meldung in den Medien verweigert, weiß er doch nicht das, was es tatsächlich zu wissen gibt. Den Wissen ist Wahrheit und die liegt bekanntlich nur im Auge des Betrachters.

Von Marcel Grasnick

Was kann man nun noch glauben und wem kann man noch glauben? Diese Frage zu beantworten ist in der heutigen Zeit nicht leicht. Manch einer munkelt, dem Glauben nach, es wäre das Zeitalter des Belial angebrochen, des Herrn der Lüge. Ein uralter Dämon, ein Fürst der Hölle. Doch man muss nicht dem Glauben verfallen sein, um zu wissen, dass unsere Jetzt-Zeit tatsächlich von einem Lügengeflecht durchzogen ist, in dem der Mensch zappelt und nicht mehr weiß, was er noch glauben soll. Noch was er glaubt zu wissen.

Die Wahrheit ist irgendwo da draußen – sagt ein Filmzitat und man möchte diesem Recht geben. Irgend etwas muss die Wahrheit sein, auch wenn sie verschleiert wurde, verdreht, verzogen und versteckt. Was ist Lüge – was ist Wahrheit? Welchem Medium darf ich noch trauen? Denn jedes Medium, ob Konzernmedien oder alternative Medien wie Blogs oder Magazine, erklären die Wahrheit immer aus ihrer Sicht. Und auch wenn die Beweislast, die Indizien manches Mal erdrückend scheinen, so ist doch Verpackung des Ganzen immer subjektiv empfunden. Lügenpresse, dieses Unwort. Denn dass sie die Wahrheit verzehren, das dürfte klar sein. Doch in welchem Umfang, das ist die entscheidende Frage. Und doch wandert die Tageszeitung täglich wieder aufs neue in die Tasche.

Und man möchte meinen, dass das alte Sprichwort "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht" tatsächlich noch Anwendung findet. Irrtum. Erwiesenerweise gibt es Politiker, die ständig lügen und sich die Wahrheit so hin biegen, wie sie es gerade brauchen. Und doch, sie sind immer noch an der Macht? Immer noch glauben die Menschen untertänigst, was ihnen vorgelogen wurde, heute so, morgen anders erklärt? Kaum zu glauben, dass das Wissen nicht ausreicht, notorische Lügner ihrer Ämter zu entheben. Was nutzt einem das Wissen um die Lüge, wenn man im nächsten Moment doch wieder das glaubt, was vorgelogen wird? Eine Zwickmühle, in der sehr viele, viel zu viele Menschen stecken. Aus Bequemlichkeit.

Denn Wissen anzuwenden erfordert Kraft und Mut. Der Glaube allein kann keine Berge versetzen oder hat schon jemand die Zugspitze in Schleswig-Holstein gesehen? Nicht Glaube, sondern Wissen ist Macht und das wissen auch die Mächtigen dieser Welt, indem sie das Wissen für sich behalten und uns glauben machen, das wir wüssten, was sie wissen. Nur wissen wir das, was wir wissen sollen, was wir glauben sollen. Und da liegt die eigentliche Aufgabe, nämlich aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Sich selbst Wissen anzueignen. Nicht Wissen, welches vorgesetzt wird. Nein, das Wissen selber suchen, die Wahrheit finden und den Glauben einfach – sein lassen.

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5 thoughts on “Glauben heißt nicht Wissen”

  1. Ui, ein philosophischer Artikel im Contra-Magazin 🙂
    Im Endeffekt die Frage: Die Differenzierung zw. GUT und BÖSE.
    ==> Auf welcher Seite man steht

    Eine Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.
    (Martin Luther)

    Kann es sein, dass der Artikel in Anlehnung an diesen entstanden ist ?
    http://www.contra-magazin.com/2015/05/merkels-spionageskandal-das-dreckige-spiel-des-systems-brd/
    Die Lüge macht dem Menschen nichts, der die Folgen nicht ausbaden muss.

    Als nächstes wird der Staatsmann billige Lügen erfinden, die die Schuld der angegriffenen Nation zuschieben, und jeder Mensch wird glücklich sein über diese Täuschungen, die das Gewissen beruhigen. Er wird sie eingehend studieren und sich weigern, Argumente der anderen Seite zu prüfen. So wird er sich Schritt für Schritt selbst davon überzeugen, dass der Krieg gerecht ist und Gott dafür danken, dass er nach diesem Prozess grotesker Selbsttäuschung besser schlafen kann.
    (Mark Twain – ‚Der geheimnisvolle Fremde‘)

    Es ist keine Freundschaft, wenn der eine die Wahrheit nicht hören will, der andere zum Lügen bereit ist.
    (Marcus Tullius Cicero)

    Oft zeigt die Lüge deutlicher als die Wahrheit, was in einem Menschen vorgeht.
    (Maxim Gorki)

    Aus Lügen, die wir glauben, werden Wahrheiten, mit denen wir leben.
    (Oliver Hassencamp)

    Die Lüge ist die Tarnkappe eines feigen Menschen.
    (Ernst R. Hauschka)

    Wer eine Lüge sagt, merkt nicht, welch große Aufgabe er übernimmt; denn er wird gezwungen sein, zwanzig weitere zu finden, um diese eine aufrechtzuerhalten.
    (Franz VII, Herzog von La Rochefoucauld)

    Vom Wahrsagen lässt sich wohl leben in der Welt, aber nicht vom Wahrheit sagen.
    (Christoph Lichtenberg)

    Wir leben in einem lügenhaften, sehr heruntergekommenen Zeitalter. Die heutige Jugend zeigt kaum noch Respekt vor den Eltern. Sie ist von Grund aus verdorben, voller Ungeduld und ohne jede Selbstbeherrschung. Über die Erfahrungen und Weisheiten der Älteren spotten sie. Das sind sehr bedenkliche Zeiten, und man muss vermuten, dass sich darin Verderben und Untergang des Menschengeschlechts drohend ankündigen.
    (Ägyptische Steintafel, ca. 3000 vor Christus)

    ***

    Der Unterschied zwischen dem Mittelalter (man kann genausogut die Steinzeit nehmen) und heute ist nur die Infrastruktur und der Umgang damit: Die Gewöhnung an Luxus und Technik. Der Mensch selbst hat sich keinen Millimeter weiter entwickelt; es sein denn, nach rückwärts.

    1. Ja, ab und an gibt es auch mal Artikel mit philosophischem Hintergrund. 😉 Und nein, der Artikel entstand nicht in Bezug auf meinen Artikel, da ich meinen erst später schrieb. 🙂

  2. Lüge ist zu harmlos wir haben es mit gezielter Täuschung und vorteilsnahme zu tun-wann werden wir uns endlich eingestehen, dass das so genannte human Animal sich in seinem grundlegenden Verhalten nicht vom Tier unterscheidet

  3. Viele wissen vielleicht, aber leiden unter dem Stockholm-Syndrom.

    Viele wissen das sie Lohnabhängig also Sklaven sind und Regierungen Geiselnehmer sind.

    Viele wissen das sie mit der besten Lüge, den Halbwahrheiten beglückt werden.

    Viele wissen vielleicht, das ein Konto bei einer Bank ohne Bankgeheimnis das gleiche ist, wie wenn man sein Portmonnaie einer X beliebigen Person anvertraut, die man nicht kennt.

     

    Lohnabhängig und ohne Lohntüte und nur ein Konto bei einer Bank ohne Bankgeheimnis, dann  ist das so als wenn mein Portmonnaie bei der Bank irgend ein X-beliebiger Dritter hat, den ich nicht kenne und jeder Gangster sieht rein ob noch was zu holen ist.

    Am 1. April 2005 verschwand das Bankgeheimnis in Deutschland nun vollständig.

    Hauptbetroffene sind Rentner, Erben, Studierende, Empfänger von ALG I+II(HartzIV), Sozialgeld, BAföG, Kindergeld und Wohngeld.

    Ein Anfangsverdacht oder ein richterlicher Beschluss sind dann nicht mehr nötig.

    Fünf Tage vor Weihnachten, am 19. Dezember 2004 wurde dieses Gesetz heimlich still und leise von Hans Eichel im Bundestag eingebracht und vollzogen.

    Wenn damals nur mit der Lohnabhängigkeit A. H. alles machte, um wieviel mehr lässt sich mit der Kontoabhängigkeit für Regierungen heute erreichen?

     

    Udo Meurer

     

     

    Verwechseln wir bitte nicht unseren vom Kapital erlaubten Freiaum nicht mit Freiheit,denn der erlaubte Freiraum ist nur ein Knast ohne Gitter der mit Freiheit nichts zu tun hat, aber die Kunst zu beherrschen sich Unabhängig zu versorgen ist die wahre Freiheit.Wir, das sind über 90% der Weltbevölkerung, dürfen nicht von Freiheit reden, da über 90% der Weltbevölkerung Lohnabhängig sind,was gleichbedeutend ist mit Versklavung durch Lohnabhängigkeit.
     

     

    Den Wissen ist Wahrheit und die liegt bekanntlich nur im Auge des Betrachters.

    Betrachte ich das jetzt richtig oder falsch?

     

     

     

  4. Guten Tag, Grüß Gott,

    Nunja, was könnte man zB anders machen?
    Dutzende Millionen von Christen aus Europa, Rußland, Ukraine, U.S.A,
    Weißrußland,etc könnten auf die Straße gehen und demonstrieren:
    “Kein weiteres Roden, Schlachten, Tierversuchen mehr!
    Für die kleinen Kinder Vegetarismus und für die Anderen anständig vegan!
    Laßt uns Gottes Schöpfung bewahren und Gottes Vollkomenheit darin suchen!

    …..Christentum, Islam und Judentum haben denselben Gott gemeinsam.
    Allerdings haben alle einen anderen Menschen als zentrale Figur:
    Jesus, Mohamed, Moses.
    Laßt uns in Gott harmonisch zusammenleben und Jesus, Mohamed und Moses
    nicht falsch ernst nehmen!”

    (…Moses wäre auf den Berg gestiegen, habe Gottes Gebote in 10 knappen Sätzen erhalten. Angesichts des “Goldenes Kalbes” habe Er die Steintafeln Gottes  – frei nach dem Motto, dass sie Ihm angesichts seines Problems doch offenbar eh nicht helfen könnten – , weggeworfen und – man staune – 5 dicke Wälzer selber geschrieben.
    Klingt doch zunächst völlig irre. Die von Gott gegebenen und geschriebenen Gebote wegwerfen und dann zitieren und hunderte Seiten dazubasteln wo es dann scheinbar um lauter "Ausnahmeregeln" für "in so nem Falle dürfe man dann schon vorsätzlich töten bzw zumindest auf diese oder jene Weise dürfe man gewiß doch", etc geht.

    Nunja, die 5 Peano-Axiome der natürlichen Zahlen, die wenigen Axiome von Kolmogoroff für die Stochastik, die ca 17 Axiome der euklidischen Geometrie
    (zB Hilbert), all diese sind rasch und auf wenig Seite bzw Seiten hingeschrieben und wer sie mal verstanden hat, kommt damit auch klar bzw damit sogar aus.
    Allerdings bedarf es schon auch des Beweises der Unabhängigkeit, Vollständigkeit der Axiome und der Klärung des Themas “Widerspruchsfreiheit
    von Axiomensystemen und in wie weit ist das beweisbar und wie in jedem Einzelfalle”.
    Da werden dann schnell mehrere 100-seiten dicke Bücher daraus.
    So könnte es eben auch Mr. Moses ergangen sein. Und da stehen gar keine "Ausnahmeregeln" drinnen, sondern es waren seine Überlegungen gemäß "also, wenn… dann", um zum Verständnis der Vollständigkeit und Unabhängig jener 10 Gebote zu gelangen bzw zum Begreifen ad des Themas "Widerspruchsfreiheit derselben". Wär's denn so gewesen, wäre jener Mr. Moses ja doch nen echt G'scheiter gewesen.

     

    Nur darf man das “angenommen dass” nicht durch ein “laß mich doch gleich mal ausprobieren, es so zu machen” ersetzen.

    Moses kommt zu “es täte in schrecklichem Leid enden”  und  wer es aber einfach ausprobiert hätte, “säße” in jenem Leid dann mitten d’rin.

    Auch Jesus und Mohamed könnten so oder ähnlich eine vernünftige, seriöse Erklärung finden…..)

    Warum tun jene Abermillionen Christen es nicht?
    Wieso wird diese schöne Schöpfung Gottes, diese schöne Welt jenen Chaoten,Rodern, Schlächtern,Tierversuchemachern,Kriegemachern,FoltererInnen
    überlassen?

     

    Wurde es seit world war II besser oder geht's immer noch mehr und mehr daneben?

    Was hilft alles schöne verkünden  von Freiheit & co, wenn die Realität der Welt "mehr und mehr Leidvollheit tagaustagein" – leider – ist?

    Irgendwas müssen jene Freiheitologen da vernachlässigt, übersehen, (noch) nicht entdeckt oder auch verschwiegen haben.

    Und so war's ja auch mit dem "Glauben": Zumindest konnte die Spirale zum Schlechteren für die Welt hin, nicht gestoppt werden.

    "Die Römer" bauten jene schrecklichen Römerstraßen, rodend und kaputt machend.Heutzutage baut man noch weitaus schlimmere Monster!

     

    Papst Franziskus sagte "man muß sich ja nicht vermehren wie die Karnickel". Aber die Abendländer taten genau das trotz Christentum und mittelalterlicher Alleinherrschaft der "Kirche". Na klar weiß der Papst das, weil zumindest Er es – zumindest bislang – ja nicht tat. Er probierte das eben aus, dass man das nicht "müsse" und andere vor Ihm waren zu selben Ergebnis gelangt.

    Da ist man schon an die Lehren ad "Maya", den "Sumpf aus Täuschung" erinnert.(Siehe "Kleinod der Unterscheidung" von Shanakra, Rishi Vasishta "Yogavasishta",  Shivasutren – "Turia" als Ausweg, usw)

     

    Adios

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