Shinzō Abe und sein Kabinett. Bild: Japanische Regierung

Japan gilt als äußerst restriktiv, was die Aufnahme von Flüchtlingen betrifft. Seit 1982 wurden gerade einmal 600 Menschen aufgenommen. Als Ausgleich dafür gibt Tokyo für die Entwicklungshilfe sehr viel Geld aus. Ziel Japans ist es, Fluchtgründe abzuschaffen anstatt immer nur einen nie endenden Flüchtlingsstrom zu akzeptieren.

Von Marco Maier

Wer als Flüchtling in Japan Aufnahme finden will, muss sehr viel Glück haben. Während international etwa 30 Prozent der Asylanträge bewilligt werden, beläuft sich die Anerkennungsquote in Japan auf etwa 0,1 Prozent. Seit 1982 hat das Land so gerade einmal rund 600 Menschen aufgenommen. Im letzten Jahr waren es ganze 11 Personen. Weniger hat kein anderes entwickeltes Land aufgenommen.

Tokyo steht angesichts der äußerst restriktiven Handhabung der Genfer Konvention von 1951, das Asylrecht betreffend, im Fadenkreuz von Flüchtlingsorganisationen und Menschenrechtsgruppen. Doch die japanischen Behörden betonen, bei ihren Überprüfungen während der Asylverfahren lediglich streng nach den Gesetzen und Vorschriften vorzugehen. Mit mangelhaften Papieren ist beispiels eine Legalisierung des Flüchtlingsstatus' faktisch unmöglich. In Europa hingegen wird über solche Dinge oftmals gerne wohlwollend hinweggesehen.

Die japanische Vorgehensweise beruht aber auch auf dem Umstand, dass die Bevölkerung grundsätzlich sehr große Vorbehalte gegenüber Zuwanderern hat. Selbst die mit den Japanern eng verwandten Koreaner haben kaum eine Chance, dort überhaupt gesellschaftliche Anerkennung zu finden. Kinder aus Ehen zwischen Japanerinnen und den auf Japan stationierten US-Soldaten beispielsweise werden größtenteils gemieden und entscheiden sich dann vorwiegend für eine Übersiedlung in die USA.

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Allerdings versucht die japanische Regierung zumindest ihren Teil dazu beizutragen, dass vor allem wirtschaftliche Fluchtgründe reduziert werden. Das ostasiatische Land gilt als einer der größten Geldgeber für Entwicklungshilfe. Allein die Beiträge an die UN-Flüchtlingskommission beliefen sich im letzten Jahr auf 181 Millionen Dollar – nach den USA und Großbritannien liegt Japan somit an dritter Stelle. Dementsprechend hat Japan eine "Charta der staatlichen Entwicklungshilfe" verfasst, in der das Land auf die Strategie der nachhaltigen Hilfe vor Ort setzt, anstatt die finanziellen Ressourcen für Flüchtlinge im eigenen Land aufzubrauchen, während sich die Lage in den Herkunftsländern nicht bessert. Insgesamt belaufen sich die staatlichen Ausgaben für Entwicklungshilfe derzeit auf etwa 12-14 Milliarden Dollar pro Jahr.

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2 KOMMENTARE

  1. 1. Japan hat das Geld für die "Entwicklungshilfe" nicht, sondern verteilt da Schulden an die 3. Welt, schließlich hat kein Staat mehr Schulden als Japan, gemessen am BIP.

     

    2. Wenn die "Entwicklungshilfe" so aussieht wie die der EUdSSR, dann erzeugt Japan damit Elend und bessert nichts.

     

    3. Ist das der einzige sinnvolle Ansatz und müßte mit aller Gewalt auch von der EU / Deutschland praktiziert werden (Gewalt gegen die fremden Fachkräfte und ihre linken-gutmenschlichen Helfer).

  2. Wie wäre es, wennwir die „Entwicklungshilfe“ abschaffen UND die fremden Invasoren hinauswerfen?
    Denn die großzügigen Geschenke samt der gutmenschlichen „Reicher-Onkel-Mentalität“ ist der hauptsächliche „Fluchtgrund“ der derzeitigen Schwemme von Kostgängern, die glauben, daß ihnen hier die gebratenen Tauben ins Maul fliegen werden.

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