Foto: Wikimedia Commons / Boban Markovic CC-BY-SA 3.0

EU: Kurz vor dem Crash?

Im Jahr 2020 soll die Idee von einem vereinten Europa Geschichte sein. Viel zu lange habe man den Zerfallserscheinungen nichts entgegengesetzt. Mehrere Krisen, Abbau sozialer Errungenschaften und Erstarkung nationalistischer Tendenzen geben der Europäischen Union den Todesstoß. Der Traum oder auch Albtraum namens Europäische Union ist zu Ende. 

Von Andre Eric Keller

Die italienische Regisseurin Annalisa Piras zeichnet mit ihrem Film "EU-Kurz vor dem Crash" ein Untergangsszenario, welches teilweise realistisch anmutet. Im weiteren Verlauf findet man sich jedoch in einem Werbefilm über die Europäische Union wieder. Das war jedenfalls mein Empfinden. Was zu Beginn des Filmes noch einleuchtend erscheint, wird gegen Ende immer mehr zu einer EU-Propaganda, wie wir sie bereits jetzt schon kennen. Alles läuft auf das hinaus, dass wenn wir nicht den Zusammenhalt und die Solidarität der europäischen Völker stärken, wir alle dem Untergang geweiht sind und danach völliges Chaos herrschen wird. Für mich stellt sich hier die Frage: worin besteht der Unterschied zu heute? 

Das Chaos bestimmt doch längst unseren Alltag. Nichts scheint durchdacht, alles hängt an einem seidenen Faden. Eine Konzeptlosigkeit löst die nächste ab. In diesem Europa ohne Grenzen und der scheinbaren Freiheit gibt es nur einen einzigen Gedanken der uns zusammenhält. Wir müssen zusammenstehen, denn wir fürchten uns vor dem was nach der Europäischen Union kommt. Das ist unsere einzige Angst. Wer glaubt denn wirklich noch an all die Versprechungen die uns einst gemacht, welche aber - kaum ausgesprochen - auch schon wieder hinfällig wurden? Wenn es keine Lügen waren, dann war es Schönfärberei und Blauäugigkeit.

Wer kann bei diesem Desaster vernünftig in die Zukunft blicken? Wer macht sich keine Sorgen um Arbeitsplatz und Rente? Wer glaubt eigentlich noch an diesen Wertekanon der immer wieder aufs Neue ausgegeben wird? Wir wurden doch alle nicht zu EU- und Eurokritikern weil es uns Spaß macht, sondern weil wir die Gefahren sehen, die andere bloß schönreden. Wir wollen doch gar nicht Recht behalten mit unserer negativen Meinung. Aber die Zeit die bis jetzt verging, hat uns gelehrt, dass wir den Eurokraten nicht vertrauen können. Mehr noch: Wir können nicht einmal unseren eigenen Regierungen trauen. 

Darum müssen wir uns widersetzen. Und wir tun dies, weil wir unsere Nationen lieben, nicht hassen. Für manche - so auch für mich - wird der Kampf gegen diese Art von einer Europäischen Union, wie wir sie jetzt kennen, zur Lebensaufgabe. Dieser Kampf ist friedlich und wird mit Worten geführt. Wo auch immer ich Gespräche führe, ernte ich stets Zustimmung. Millionen Europäer denken genauso wie ich. Und darum fürchte ich mich nicht vor einer Zeit nach einer Europäischen Union.

 

Da die Eurokritiker immer darauf beharren, dass es uns ohne die EU besser gehen würde, habe ich mir überlegt, wie diese Welt ohne EU aussehen würde. 

Annalisa Piras, Regisseurin 

 

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6 Kommentare

  1. "Da die Eurokritiker immer darauf beharren, dass es uns ohne die EU besser gehen würde" - damit beginnen die verleumdungen - niemand kann ein "europa" abstreiten - nur so wie es gehandhabt wird ist es terror !

  2. "EU kurz vor dem Crash" ist leider nur wieder eine propagandistische Veranstaltung in deren Verlauf weder der Imperialismus noch der diktatorische Charakter der EU (Europas Untergang) konkretisiert werden. Das Konstrukt EU dient dem Großkapital der Finanzeliten und der billigen Beschaffung von Arbeitskräften, es werden bewusst die europäischen Völker gegeneinander ausgespielt.  

  3. sophie ostermann

    Hat es nicht in den früheren Jahren ohne EU ganz gut geklappt mit dem Handel. Ich habe den Eindruck das jedes Land besser und zufriedener lebte. Jedenfalls der Bürger. Die Ersparnisse die uns die EU vorrechnet gehen im Verwaltungsapparat drauf und natürlich in den sehr gutbezahlten Jobs. Obwohl wir seit dem Euro für jedes Produkt wesentlich mehr bezahlen, meist  zwischen 60 bis 80 % (als zu DM Zeiten) bekommt der Hersteller immer weniger. Spanien oder Kalabrien bekommen 13 Cent pro Kilo Orangen. Die meisten Betriebe mussten schließen. Nur ein Beispiel. Wollen die Bürger das ? Wir haben das Geld nicht. Wer hat es dann. Fairer Handel wie früher und so das der Hersteller und deren Arbeiter davon leben können. Denn wenn ich 13 Cent für ein Kilo Orangen mit Pflege bekomme kann ich auch keinen Stundenlohn zahlen. Und bitte sage mir keiner das der Aufschlag der Preise nicht stimmt. Haben wir zu DM Zeiten für Äpfel 5oder 6 Mark bezahlt? FOCUS schreibt wir sollen pro Mann 4000 Euro für Griechenland bezahlen. Wir haben noch 27 verschuldete EU Länder !!! Vielleicht rechnen mal die EU-Befürworter was wir zahlen bei ca.11 Billionen Schulden der EU. Wo ist das Geld ?

  4. Timmy - wir brauchen einen neuen !

    Die EU vor dem Crash? Die Mächtigen werden das System natürlich nicht zusammenfallen lassen, sondern notfalls mit Gewalt ausbauen. Wo liegt denn da die Logik? Erst machen Sie jahrelang ihre EU-Gesetze, Gründen die EZB und die dazugehörigen Zwangsverordnungen und dann lassen die gleichen Leute alles zusammenfallen? Sie lassen nur die Zustände soweit eskalieren, bis der Bürger wieder "nach einer starken Hand" fleht. Ich kann nur jedem raten, gewaltlos zu bleiben - denn als erstes werden die Steinewerfer und Autonomen von heute werden ihrer eigenen Gesetzlosigkeit eingeholt - von der künftigen Militärregierung.

    Da hilft nur eins: ausharren und auf Gott vertrauen.

    • hjdelle brd waldburg

      ich hoffe doch der letzte satz dem allgemeinen sprachgebrauch geschuldet ist -  denn jeder glaube ist im kern faschistisch und das lehne ich als atheist rundum ab

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