Das "Schwundgeld" könnte bald Realität werden: Mittels RFID-Chips könnte man Banknoten nicht nur ganz einfach orten, sondern auch gezielt entwerten. Der Negativzins auf Bargeld ist damit keine Utopie mehr.

Von Marco Maier

Nachdem die Diskussion über die Abschaffung von Bargeld in den letzten Wochen immer wieder aufflammte, gibt es inzwischen einen weiteren "Aufhänger", der die Bargeld-Diskussion anheizt: Gechipte Banknoten. Damit wäre es den Behörden nicht nur möglich, die elektronischen IDs an Terminals gezielt zu orten, sondern auch eine Entwertung per Funk zu initiieren.

Letzteres gewinnt vor allem deshalb an Bedeutung, da die "bargeldlose Gesellschaft" ein ideales Instrument zur Durchsetzung von Negativzinsen auf finanzielle Guthaben darstellt. Da jedoch der Widerstand in vielen Ländern gegenüber der Abschaffung von Bargeld zu groß wäre, müssten andere Mittel gefunden werden, um auch die Besitzer der "geprägten (heute eher gedruckten) Freiheit" eines Teils des Geldwerts zu entledigen.

Über die sogenannte "Dice-Cloud" des österreichisch-deutschen Unternehmens EDAQS, die eine solche Technik entwickelt hat, besteht schon heute die technische Möglichkeit zur Umsetzung solcher Pläne. Damit würde man das Papiergeld dem Buchgeld – welches die privaten Banken mittels Giralgeldschöpfung aus dem Nichts zaubern – auf eine Ebene stellen können. Ganz nach dem Motto: Wenn man bei Sparguthaben durch den Negativzins zum Beispiel 3 Prozent verliert, dann müssen auch die Geldscheine entsprechend entwertet werden.

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Unter Umständen wäre es jedoch ebenso machbar, dass man diese Technik auch zur Bestrafung von Dissidenten einsetzt. Teilnehmer von Demonstrationen die Bargeld mit sich führen könnten zumindest theoretisch per Knopfdruck ihres Geldes entledigt werden. Man müsste sie nur an entsprechenden Terminals vorbeiführen. Angesichts der Entwicklung der Europäischen Union zu einem repressiven System, klingt dies gar nicht einmal so abwegig.

Allerdings sollten sich auch Befürworter des Bargelds stets dessen bewusst sein, dass die Banknoten und Münzen schlussendlich nur fiktive Werte darstellen, da auch das Bargeld mangels Deckung durch reale Werte nur eine Glaubenssache sind. Denn auch Banknoten können – wenngleich mit etwas größerem Aufwand als beim Buchgeld – beliebig vermehrt werden, was ebenfalls zur Entwertung beiträgt. Über kurz oder lang muss man sich eingestehen, dass lediglich (z.B. durch Edelmetalle gedeckte) nicht beliebig inflationierbare Währungen einen dauerhaften Schutz vor dem Absturz in die Wertlosigkeit schützen.

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5 KOMMENTARE

  1. Grundsätzlich ist nichts gegen Negativzinsen, auch auf dem Bargeld, einzuwenden, siehe auch Silvio Gesell. ABER es geht nicht darum, das Geld im Umlauf zu halten wie Gesell es gedacht hat, sondern um Misswirtschaft zu "handhaben". Wenn man das Machen von öffentlichen Schulden unter Strafe stellt (und dies auch durchsetzt) würden Negativzinsen durchaus Sinn machen.

    Nun ist die Absicht aber, die Inflation anzuheizen um dann die Zinsen ins masslose steigen zu lassen. Deswegen ist die Idee, Banknoten zu verchipen auf äusserst bösen Absichten aufgebaut.

  2. Dass wird sich nicht durchsetzen. Die leute würden sofort wieder zum Tauschhandel zurückkehren und keiner könnte an ihnen verdienen.

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