Die ukrainische Regierung ruft US-Konzerne dazu auf, in die zerbröselnde Wirtschaft des Landes zu investieren. Faktisch will die Oligarchenriege aus der Ukraine einen gewaltigen Flohmarkt machen, auf dem sich die US-Finanzoligarchie nach Lust und Laune bedienen kann.

Von Marco Maier

Der ehemalige russische Präsident Boris Jelzin dürfte quasi das Vorbild für die regierende Klasse Kiews sein, wenn es um den totalen Ausverkauf des Landes geht. Nicht nur das aktive Lobbying von Premierminister Jazenjuk in Washington verdeutlicht dies, sondern auch die Webseite der ukrainischen Regierung. Dort heißt es: "Der Ministerpräsident der Ukraine hat den US-Partnern angeboten, die Investmentmöglichkeiten – vor allem im Energiesektor – die durch die Privatisierungskampagne in der Ukraine angeboten werden, aktiv zu nutzen."

Im Endeffekt bedeutet dies nichts Anderes als die noch vorhandenen Industrieunternehmen zu verhökern und eine Volkswirtschaft zu gestalten, deren Gewinne an die US-Finanzoligarchie fließen sollen. So wie es nach dem Zerfall der UdSSR mit Russland hätte geschehen sollen und wie es beispielsweise in Deutschland (wo fast zwei Drittel der Aktien von DAX-Unternehmen ausländischen Anteilseignern gehören) längst schon Realität ist.

Zu glauben, dass eine stärkere Investitionstätigkeit von US-Konzernen eine Besserung der wirtschaftlichen Lage der Ukraine mit sich bringt, ist höchst naiv. Das Land befindet sich wirtschaftlich inzwischen auf dem Niveau von akrikanischen Entwicklungsländern – dementsprechend wird es von den US-Oligarchen auch klassifiziert. Nicht umsonst haben US-Investoren (wie z.B. Monsanto, Gargill und DuPont) landwirtschaftlich nutzbare Flächen in der Ukraine im großen Stil aufgekauft (derzeit ca. 1,6 Millionen Hektar). Immerhin besitzt das osteuropäische Land etwa 32 Millionen Hektar fruchtbares Land.

3 KOMMENTARE

    • Bitte hier schauen: wikipedia schreibt: In den USA wurde der Begriff während des wirtschaftlichen Aufschwungs im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert auf Personen angewandt, die in einer Region ihre eigenen Regeln aufstellten, wenn es dort an Vertretern der allgemeinen Rechtsordnung mangelte, etwa in manchen Städten des Westens oder in Alaska.

  1. Anfang der 1990er erreichte die Konvertierung von staatlichem Eigentum zu privatem ein neues Level. Große und kleine Ressourcen des auseinanderbrechenden Imperiums wurden flink in Privatbesitz überführt. Dieser Prozess wurde wahrhaftig zu einer nationalen Angelegenheit, und an ihm beteiligten sich zig Millionen von Bürgern. Jemand ergatterte mehrere Säcke Zement, ein anderer staatliche Technologien und schließlich noch ein anderer ein ganzes Unternehmen.

    Natürlich hat sich das sowjetische Erbe äußerst ungleichmäßig in privater Hand angesiedelt und die Personen, die um ein Vielfaches mehr als andere erhielten, riefen den Volkszorn hervor. Aber dies ist nicht die Abneigung des ehrlichen Bürgers gegen Diebe, sondern vielmehr der Hass des Privatisieres im Kleinen gegen den Privatisierer im großen Stile.

    Glaubt jemand wirklich, dass ein einfacher Arbeiter, der Gegenstände durch den Werkkontrollausgang schleppte, davon Abstand nehmen würde, die ganze Fabrik sich anzueignen – falls er eine solche Möglichkeit bekommen sollte? Sein Scheitern war nicht durch sein besorgtes Verhältnis zum Volkseigentum bedingt, sondern durch den Mangel an Einfallsreichtum, Unternehmergeist, Chuzpe und guten Beziehungen. Viel wurde zwar von der Position in der sowjetischen Hierarchie bestimmt, doch auch diese hing von den persönlichen Fähigkeiten ab.

    Es versteht sich von selbst, dass der Gedanke, dass man arm ist, gerade weil man ehrlich ist, sehr angenehm ist, ebenso wie der Gedanke, dass es das eigene Gewissen nicht zuließ, zu den unwürdigen Methoden der ukrainischen Elite zu greifen. Indem er das demütigende “Ich konnte nicht” in ein stolzes “Ich wollte nicht” verändert, bewahrt der Mensch seine Selbstachtung und hebt das eigene Selbstwertgefühl. Dies ist eine typische psychologische Rationalisierung im Geiste des Fuchses bei Äsop, der keine grünen Trauben essen wollte. (Quelle: Die Elite der Ukraine)

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