Im aktuellen weltweiten Währungssystem erfolgt seit einigen Jahren langsam aber sicher eine Veränderung der Gewichtung. Während der US-Dollar an Bedeutung verliert, wird Chinas Währung Renminbi Yuan immer stärker. Die Ausgrenzung Chinas durch die USA funktioniert immer weniger.

Von Marco Maier

In den exklusiven Club der globalen Reservewährungen aufgenommen zu werden, das ist nicht leicht. Immerhin gehören die bislang dort vertretenen Währungen (US-Dollar, Euro, Pfund und Yen) zu jenen Ländern, in denen die globale Finanzoligarchie längst schon auf allen Ebenen das Steuer übernommen hat. Währungen von "Außenseiter-Staaten" wie der Volksrepublik China oder die Russische Föderation – Renminbi Yuan und Rubel – haben es diesbezüglich deutlich schwerer, auch wenn sowohl Peking als auch Moskau seit einiger Zeit daran arbeiten, ihre Währungen international besser zu verankern.

Vor allem zeigt sich jedoch im Umstand, dass das Britische Pfund und der Japanische Yen überhaupt (noch) diesen Stellenwert besitzen, dass die Einteilung nach politischen Motiven erfolgt, nicht auf ökonomischer Basis. Denn die "künstliche Weltwährung" des IWF – die Sonderziehungsrechte – basieren auch auf diesen Währungen. Dabei spielt beispielsweise Exportweltmeister China weltwirtschaftlich eine deutlich größere Rolle. Aber das ist so wie mit den Vereinten Nationen, wo Großbritannien und Frankreich neben den USA, Russland und China einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat haben, obwohl es andere Staaten gibt, die einen solchen deutlich mehr verdient hätten.

Der Umstand, dass der US-Dollar (62 Prozent Anteil) und der Euro (22 Prozent Anteil) zumindest derzeit noch das Gros der weltweiten Währungsreserven darstellen, wird durch die neue Außenhandelspolitik Chinas (und Russlands) jedoch zunehmend unterminiert. Vor allem China kann durch den aktiven und umfangreichen Außenhandel den Yuan immer stärker in den Vordergrund rücken und wickelt auch einen immer größer werdenden Anteil der Geschäfte in der Landeswährung ab. Die Etablierung von diversen Yuan-Handelszentren in Europa verstärkt die Entwicklung noch weiter.

Zwar versuchen die USA ihre ökonomische Macht noch einzuzementieren und China innerhalb der (US-dominierten) internationalen Organisationen auszugrenzen, doch Peking hat diesen Spieß längst umgedreht – und eigene Institutionen wie die AIIB ins Leben gerufen. Nikolaus Jilch von der österreichischen Tageszeitung "Die Presse" drückt die aktuelle Entwicklung in Sachen globale Politik und der sturen US-Haltung sehr passend aus: "Bleibt die Reform aus, droht der IWF zu einem WWF degradiert zu werden – dem "Westlichen Währungsfonds", während die BRICS die Führung der "Weltregierung" an sich reißen."

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