Bild: Flickr / Brian Giesen CC-BY 2.0

Die jahrelange Vorarbeit zahlt sich zunehmend aus: an China kommt man kaum mehr vorbei. Die gewaltigen Goldreserven dienen als Basis für die Etablierung des Yuan als Weltreservewährung und auch beim Goldpreis selbst will Peking künftig mitentscheiden. Gehen die Pläne Pekings auf, ist die transatlantische Vorherrschaft zu Ende.

Von Marco Maier

China ist längst schon der weltweit größte Goldproduzent und avancierte ab 2013 zum größten globalen privaten Goldmarkt. Auch in Sachen staatlicher Goldreserven spiegeln die offiziellen Zahlen wohl nur einen Teil der Realität wider. Zum Vergleich: Allein im Jahr 2013 produzierten Chinas Minen 430 Tonnen des begehrten Edelmetalls, weitere 1.540 Tonnen wurden über Hongkong importiert.

Offiziell besitzt die Volksrepublik derzeit 1.054,1 Tonnen an Gold als Reserven bei der Zentralbank. Analysten gehen jedoch anhand des vorhandenen Datenmaterials der letzten Jahre davon aus, dass Peking in Wirklichkeit jedoch mindestens 25.000 Tonnen an Gold mehr besitzt. Eventuell sogar insgesamt über 30.000 Tonnen. Dies wäre ein Goldschatz, wie ihn kein anderes Land hat. Selbst die USA mit ihren offiziell noch 8.133,5 Tonnen an Goldreserven sehen da alt aus.

Diese Fixierung auf das Gold hat mehrere Gründe. Einerseits gilt das Edelmetall bei den Chinesen traditionell als Wertanlage, andererseits möchte die Volksrepublik die Landeswährung Renminbi Yuan auch international stärker verankern und sie ins IWF-Weltleitwährungssystem integrieren. Als Export-Weltmeister ist dieses Interesse natürlich nachvollziehbar, zumal das Reich der Mitte angesichts der wirtschaftlichen Stärke dort ein Wörtchen mitreden will.

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Nun möchte der Shanghai Gold Exchange (SGE) zudem einen deutlich größeren Einfluss auf die Gestaltung des Goldpreises ausüben und einen neuen Standard-Preis für physisches Gold schaffen. Das bisherige System des Londoner Goldfixings durch die Gruppe von Banken der London Bullion Market Association (LBMA) steht nämlich – nicht nur seitens China – in der Kritik. Denn der Goldpreis wird von Märkten bestimmt, in denen man kein physisches Gold besitzen muss. Die Übermacht des sogenannten "Papiergoldes" von 92:1 – wie die Reserve Bank of India über den Zustand von 2010 berichtete – wirkt sich dementsprechend verzerrend auf die Preisgestaltung aus.

Sollte es China gelingen, auf beiden Feldern die gesteckten Ziele zu erreichen, ist der Status der USA als wirtschaftliche und finanzielle Weltmacht dahin. Davon profitieren würde dann unter anderem Russland, welches wie China dem Gold eine bedeutende Rolle zur Absicherung des Rubels beimisst. Vom derzeitigen globalökonomischen Zentrum des Nordatlantikraums würde sich dieses dann deutlich nach Osten in den zentral- und ostasiatischen Raum verlagern.

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4 KOMMENTARE

  1. Und wo ist das Deutsche Gold, was in den USA lagert. Haben die "Menschenfreunde", das nicht bereits verballert? Die deutsche Vogel Strauß-Politik, darf da nur die Fresse halten und das in Kauf nehmen.

    • China aufhalten ? Wozu ? Damit du gänzlich unter 24/7 Kontrolle der USA bleiben kannst ? Das was man unseren EU-Politikern vorwerfen MUSS ist, dass sie die Zeichen des Wandels nicht erkennen (wollen). Die Richtung "Osten" ist schon lange vorgegeben und lediglich die USA-Hegmonie bildet sich ein, dass sie eine Region mit ca. 4 Mrd ( also einiges mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung) mit ihrem die Menschen verachtenden Wahnsinn unter Kontrolle bringen könnten.

      Selbst die chinesischen Kommunisten hatten vor langer Zeit bereits erkannt, dass eine völlige Kontrolle einer Milliarden-Bevölkerung nicht auf Dauer klappt und dadurch begonnen sich zu öffnenen und freien Markt (bis zu einem gewissen Masse) zuzulassen.

      Man vergisst das sehr leicht aber wenn sich da unten nur 10% der Bevölkerung erheben, ist das wie wenn ganz Europa zu laufen beginnt.

      Aus wirtschaftlicher Sicht, ist für uns kleinen Bürger die Version des kontrollierten Kapitalismus die einzige Rettung. Der amerikanische Weg des globalen uneingeschränkten Raubtierkapitalismus dagegen, bringt uns Sklaventum und völlige Abhängigkeit.

      Jetzt such dir einfach aus, was du für dich bevorzugst.

      p.s.: sorry, das ist nur eine Kurzfassung aber für Details würde es das Forum sprengen.

    • Aber doch nicht durch Faulheit  , durch inzwischen nachweisbare kriminelle Machenschaften . Manipulation , lügen und betrügen  steckt hinter der vordergründige Stärke des $ und € . Dagegen sind die Chinesen geradezu soliete im Umgang mit Finanzen und ihren Geschäftspartnern . Wir im Westen sind inzwischen in der internationalen Finanzpolitik zu einem kriminellen Haufen verkommen !

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