BND Berlin-Lichtenfelde. Bild: Wikimedia / A. fiedler CC-BY-NC 2.5
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Wer die Spionageaffäre, die Vorwürfe gegen die Bundesregierung, für ein aktuelles Thema hält, der lebt noch im Gestern. Die Geschichte der Spionage des BND reicht bis zur Gründung dessen. Und wer noch blauäugig glaubt, dass die eigenen Bürger der BRD GmbH davon verschont bleiben, der glaubt auch an die Existenz des Weihnachtsmannes.

Von Marcel Grasnick

Dass wir Deutschen ausspioniert werden, ist ein alter Hut. Spionage gibt es, seit es gekrönte und ungekrönte Häupter gibt. Und nicht nur wir Deutschen werden ausspioniert. Wer an der Macht bleiben will, sichert sich diese durch Wissen. Wissen ist Macht. Und wenn man etwas über den Nachbar weiß, sei es nun ein Staat oder der Mieter nebenan, der kann dieses Wissen einsetzen, um Vorteile gegenüber dem anderen zu besitzen.

Natürlich hat auch der Nachbar(-staat) die Möglichkeit zur Gegenspionage. Und ob es nun Freund ist oder erklärter Feind, das ist einerlei. Jeder Mensch an der Macht ist auf seinen Vorteil bedacht, gegenüber jedermann. Da spielt Freundschaft keine Rolle. Wer an der Macht sitzt, hat schließlich das erklärte Ziel, diese zu behalten. Zu schön sind die Vorteile durch diese. Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut (John Emerich Edward Dalberg-Acton, 1. Baron Acton).

Spionage auch der eigenen Freunde ist nun mal der Versuch, mit Wissen dem Machtverlust vorzubeugen. Das war schon damals so, anno irgendwas und wird weiterhin so bleiben. Wozu also die ganze Aufregung? Gut, es ist ans Licht gekommen. Wo kein Kläger, da kein Richter – sagt ein altes Sprichwort. Doch was bringt es, das es ans Licht gekommen ist? Wahrscheinlich werden 1-2 Köpfe rollen, das nennt man dann Bauernopfer. Weiterhin gibt die Regierung dubiose Versprechen ab. Was man von Versprechen einer Regierung halten kann – darüber brauchen wir uns gar nicht erst zu streiten. Und schon weht der Sand der Zeit darüber, in ein bis zwei Monaten kräht kein Hahn mehr darüber und alles gerät in die Vergessenheit. Die Regierungen und Geheimdienste spielen weiterhin ihr dubioses Spiel, nun vielleicht etwas vorsichtiger um nicht wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu geraten. Punkt.

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Doch mal ehrlich. Warum so eine Gewese darum machen? Schön, dann wissen eben BND und NSA, wann ich mit welcher Kreditkarte den Zug wohin auch immer gebucht habe. Da könnt ihr euch gern ein Ei drauf backen. Und was bringt das den Geheimdiensten? Was bringt das der Werbemafia? Da ich – persönlich gesehen – nie nach Werbung einkaufen gehe, können die mich doch gerne mit Werbung zu bombardieren, schon habe ich einen Grund mehr, den beworbenen Artikel gar nicht erst zu kaufen. Gut, es ist lästig – genau wie die Spionage auch. Doch ganz abwenden wird man dieses niemals, verbieten lassen ebenfalls nicht. Bleibt nur, damit bis zu einem gewissen Teil zu leben und für sich selbst klar zu stellen, was wer wann wie und wo wissen darf – und was nicht.

Mittel und Wege zur Wahrung eines Geheimnisses gibt es viele. Was im Kopf ist, kann sowieso keiner einsehen. Und den Rest – den verbuchen wir ganz einfach als Leben in der Öffentlichkeit. Als gläserner Mensch, der wir vor dem Spionageskandal ebenfalls schon waren und weiterhin sein werden. Es gibt eh nur einen Weg, um Spionage abzuschaffen und der ist nicht wirklich vorteilhaft. Eingrenzen lässt es sich ebenfalls nur oberflächlich, zur Beruhigung der Bürger.

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