Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl.

Neben der zunehmenden Forderungen zur Abschaffung von Bargeld, wie dies vor allem Banker, Politiker und diverse Ökonomen einfordern, gibt es auch gewichtige Stimmen die für die weitere Wahlfreiheit sprechen. Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Christoph Leitl, gehört dazu.

Von Marco Maier

In immer mehr europäischen Ländern werden Restriktionen in Sachen Bargeld geschaffen. Teilweise auf gesetzlicher Grundlage, wie in Italien oder Frankreich mit den Höchstbeträgen zur Barzahlung, teilweise auch durch die Banken und Unternehmen, die nur noch bargeldlos arbeiten. Und das, obwohl die Euro-Banknoten und -münzen gemäß der gesetzlichen Grundlage als "gesetzliche Zahlungsmittel" gelten. Eine Ablehnung der Annahme von Bargeld zum Beispiel durch Handelsunternehmen würde demnach zumindest in Österreich gegen das "Eurogesetz" verstoßen.

Doch der zunehmende Druck zur Abschaffung des Bargelds in Europa sorgt jedoch auch in Österreich zu immer mehr Verunsicherung, zumal die Österreicher nach wie vor hauptsächlich bei Einkäufen bar zahlen: Erhebungen zufolge lag der Umsatzanteil an Barzahlungen in der Alpenrepublik in den letzten Jahren noch bei etwa 85 Prozent. Dies zeigt, dass die Österreicher die bargeldlosen Zahlungsmethoden größtenteils ablehnen.

Auf Anfrage, wie es die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) mit dem Bargeld hält, sprach sich WKO-Präsident Christoph Leitl ganz im Sinne der Bevölkerung aus: "Wer mit Bargeld bezahlen möchte, soll mit Bargeld bezahlen können." Zwangsmaßnahmen – wie ein Bargeldverbot oder umfangreiche Restriktionen – lehnt er kategorisch ab, da "Bargeld einen Stammplatz in Österreichs Geldtaschen" hat. Sollte die österreichische Politik beispielsweise dem europäischen Druck nachgeben, wäre demnach wohl auch von seiner Seite mit Widerstand zu rechnen.

"Natürlich sind bei Bargeld auch Kosten- und Sicherheitsaspekte zu beachten – denn auch Bares und das Angebot, es in Geldinstituten und in Bankomaten rund um die Uhr verfügbar zu halten, hat seinen Preis", so Leitl weiter. Insofern begrüßt er das Angebot von alternativen Zahlungsmöglichkeiten wie dem Bezahlen mit dem Handy (mCommerce), dem kontaktlosen Bezahlen via "Near Field Communication" (NFC), sowie der klassischen Kreditkarte.

Besonders kritisch sieht der WKO-Präsident den Versuch, Bargeld-Befürworter in eine kriminelle Ecke stellen zu wollen, wie dies von den Bargeld-Gegnern immer wieder versucht wird. "Den Menschen nicht nur in unserem Land aufgrund der Verwendung von Bargeld von vornherein unlautere Absichten zu unterstellen, geht ebenso in die Irre wie etwa ein Zwang zu Bargeld", so Leitl, der großen Wert auf die Wahlfreiheit in Sachen Bezahlung legt.

7 KOMMENTARE

  1. liebe österr. bundesregierung. seid couragiert und läuft sturm gegen die schöne neue welt der orwellschen diktatur, solange ihr könnt. es wird leider trotzdem alles nicht aufzuhalten sein. wir bürger werden tauschhandel betreiben und wer kann, sich selbstversorgen mit gemüseanbau….

    • Die Haltung von Hr.Leitl ist sehr lobenswert.

      Die Frage ist allerdings :

      1.Was hat Hr.Leitl überhaupt zu sagen 

      und

      2.wie lange noch ?

      • Er hat solange was zu sagen solange dieses im Interresse der Raiffeisenkasse ist. Denn am ende zählt nur was die Raiffeisenkasse sagt und nicht was Polit Star Leite zu äussern hat.

    • keine Sorge; er hat schon was zu sagen und es steht da eine ganz gute Organisation dahinter. Die Raiffeisen kann sich auch nicht zu offen dafür ausprechen, denn der Verbund zieht ja viel von seiner Stärke aus der Basis und das sind nun mal die Bauern und die vielen "kleinen" Leute. Selbst die RZB u RBI risikieren es nicht sich mit den Kammern offen anzulegen, denn wer will schon plötzlich 1000 Traktoren mit Gülleanhängern vor der Tür stehen haben 🙂

      Es gibt ja ein ganz geiles Gesetz aus Zeiten Maria Theresias, welches jetzt noch Gültigkeit hat, das besagt JEDEM in Österreich steht das unabdingbare Recht zu mittels Bargeld zu bezahlen. Wir haben einen älterern Herrn hier in der Gegend, der besteht darauf, hat es durchgefochten und treibt damit die Wasser-Energie-u. anderen Versorger zur Verzweiflung. Er besteht auf sein Recht seine Rechnung bar zu bezahlen, fährt mit der Bahn zu den jeweiligen Zentralen und die müssen dann vor Ort einen Inkassoberechtigten stellen, welcher seine Zahlung in Bar entgegen nimmt ! :-)))

      hihihi….jeder der mit Konzernen zu tun hat kann sich vorstellen was es bedeutet, wenn in einer Konzernzentrale jemand an den Empfang muss, um Zahlungen in Bar von einem Kunden entgegen zu nehmen ^^

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