Wie nicht anders zu erwarten, hatte die alte griechische Regierung beim Staatshaushalt massiv getrickst und von Erfolgen geschwärmt, die es gar nicht gab. Die neue Regierung darf diese Misere nun bei den Verhandlungen mit den Geldgebern ausbaden.

Von Marco Maier

War ursprünglich noch davon die Rede, dass das Haushaltsdefizit mit 1,3 Prozent der Wirtschaftsleistung sogar einen sogenannten Primärüberschuss (also ein Plus ohne Schuldendienst) erreicht, zeigen die realen Daten inzwischen ein völlig anderes Bild. Mit einem Minus von 3,5 Prozent liegt das Defizit nicht nur deutlich über den ursprünglichen "Erwartungen", sondern auch über der Maastricht-Grenze von 3,0 Prozent.

Angesichts dessen stieg auch die Staatsverschuldung deutlich stärker an. Anstatt der von der Europäischen Kommission erwarteten 176,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts beläuft sich der Schuldenberg nun auf ganze 177,1 Prozent. Zumindest so lange, wie die Wirtschaftsdaten nicht noch nach unten korrigiert werden müssen, weil auch dort die "Erwartungen" und Prognosen falsch lagen.

Damit gerät die von der Syriza geführte Regierung jedoch noch stärker unter Druck, weil die Glaubwürdigkeit der offiziellen Angaben weiter angezweifelt werden. Die Verhandlungen über die Reformmaßnahmen werden so eben nicht erleichtert. Insofern kann man durchaus sagen, dass die vorherige Regierung von Konservativen und Sozialdemokraten ein "nettes" Abschiedsgeschenk hinterließen.

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2 thoughts on “Wie zu erwarten war: Griechenlands Defizit 2014 höher als prognostiziert”

  1. Söldnerbanden wie Blackwater/Academi gehören auf Beschluss der UNO ebenso geächtet wie z.B. der Einsatz von Streumunition gegen Zivilisten oder die Verwendung von Chemiewaffen. Diese für die USA typische "Innnovation" wird uns ein gutes Stück weit zurück ins Mittelalter bringen. Wer es sich leisten kann, wie z.B. lokale Warlords im Dienst multinationaler Konzerne, Oligarchen wie in  der Ukraine oder Geheimdienste, die aus taktischen Gründen für bestimmte Operationen keine regulären Truppen verwenden können, werden sich der Söldner bedienen. Der menschliche Abschaum, der sich für solche Dienste unter Vertrag nehme lässt, sollte generell und weltweit als vogelfrei gelten und zum Ziel professionell vorgehender Widerstandsgruppen werden, und zwar nicht nur in ihrem Operationsgebiet, sondern auch am Ort ihrer jeweiligen Herkunft.

  2. Bei der Euroeinführung hat auch die damalige Bundesregierung mitgespielt und mitgeschummelt. Bei den nun letzten Zahlen der vorigen griechischen Regierung 2010-2014 hat unsere Bundesregierung wieder mitgespielt, konnte sie diese geschönten Zahlen auch als "Erfolg" für sich bei den hiesigen Wahlen verkaufen. Alle reden es schön, um die Bevölkerungen ruhig und damit bei Euro zu halten. Aber der Euro wird an der Ungleichheit der Wirtschaften zerbrechen, das was die Kritiker des Euro schon von Anfang an vorausgesagt haben. Früher konnte man die nationalen Währenung auf- oder abwerten. Mit dem Euro geht das nur noch über die Löhne, aber wenn die Löhne schon auf Existenzminimum sind, auch Deutschland tendiert dorthin, geht nichts mehr. Selbst das Gelddrucken der EZB geht nur begrenzte Zeit. Dann kommt die Stunde der Nationalen Währungen, deren Wiedereinführung "alternativlos" sein wird. Der Euro kann als Verrechnungswährung bleiben und gegen die nationalen Währungen floaten. Anders wird es nicht funktionieren.

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