Während US-Präsident Barack Obama der EU Ratschläge in Sachen Schuldenkrise geben will, sitzt er selbst zu Hause auf der anderen Seite des Atlantiks auf einem gewaltigen Schuldenberg. Ganze 18,2 Billionen Dollar sind es bereits, die der Staatsapparat den Gläubigern schuldet – ohne auch nur den Hauch einer Chance zu haben, diese jemals umfassend zu begleichen. Außer, es findet sich ein anderer Weg.

Von Marco Maier

Noch können die Verantwortlichen mit Statistiktricks über die tatsächliche finanzielle Misere hinwegtäuschen. Ein stark aufgeblähtes Bruttoinlandsprodukt, welches längst nichts mehr mit der realen Wirtschaftsleistung in absoluten Zahlen zu tun hat, erleichtert die Sache ungemein. Offiziell erwirtschafteten die USA im vergangenen Jahr 17,53 Billionen Dollar. Konservativen Schätzungen zufolge lag die reale monetäre Zahl jedoch bei gerade einmal 13,5 bis 14 Billionen Dollar.

Das heißt: Bei einem Schuldenstand von 18,2 Billionen Dollar entspricht der Verschuldungsgrad nicht den offiziell ausgewiesenen 103 Prozent des BIP, sondern in Wirklichkeit schon 130 bis 135 Prozent. Und täglich kommen neue Milliarden (pro Jahr sogar rund eine Billion) hinzu, weil der Staatshaushalt und jene der Bundesstaaten und Kommunen völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Zum Vergleich: Selbst die marode Eurozone hat derzeit "lediglich" rund 9,6 Billionen Euro Schulden – bei einem offiziellen BIP von 10,2 Billionen Euro.

Der einzige Grund, warum den Amerikanern der Schuldenberg noch nicht um die Ohren fliegt, sind die vergleichsweise niedrigen Zinssätze auf US-Bonds. Im Schnitt liegen diese bei etwa 2,4 Prozent pro Jahr. Das heißt, für die momentane Schuldenlast müssen dieses Jahr mindestens 440 Milliarden Dollar an Zinsen einkalkuliert werden. Bei Staatseinnahmen von etwa 5,43 Milliarden Dollar (2014) entspricht dies einem Anteil von etwa 8 Prozent. Da die Einnahmen jedoch jährlich stark steigen, dürfte der Anteil 2015 etwas sinken. Im letzten Jahr machten die Zinskosten jedoch schon knapp 40 Prozent des Haushaltsdefizits aus.

Angesichts der immer weiter steigenden Staatsausgaben und der geplanten Zinserhöhungen dürften die USA jedoch immer weiter auf einen Punkt zusteuern, an dem die laufenden Kosten der Schulden für den Staatshaushalt untragbar werden. Wenn es so weit ist, wird nur die Gelddruckmaschine zur direkten Staatsfinanzierung via Notenpresse helfen, den Staatsbetrieb aufrecht zu erhalten. Das heißt: Inflationierung. Denn ist der Dollar nichts mehr Wert, sind auch die auf Dollar lautenden Schulden keine finanzielle Last mehr. Geschieht das nicht, ist der Staatsbankrott nur noch eine Frage der Zeit.

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12 KOMMENTARE

  1. Falsch!

    Eine hohe Inflation rettet den Reichtum der Besitzenden.

    Die wirkliche Lösung von der alle profitieren liegt in der Durchsetzung eines Trennbankensystems, dass die illegitimen Zockerschulden der Banken auslöscht.

    Dann bleibt auch wieder genug für Investitionen ins Gemeinwohl übrig.

     

    • @ Uri

      Sie haben grundsätzlich recht. Nur, die Mächtigen werden nie zulassen, ihren Vorschlag in die Ausführung zu schicken. Denn dann müssten sie von ihrem Vermögen merkliche Abstriche machen. Gierige machthungrige Menschen können das nicht. Machtwahn und sein Zwillingsbruder, der Grössenwahn, werden die Mächtigen immer antreiben, nicht nur einen einzigen unnötigen Cent für die Allgemeinheit abzugeben. Und wenn, dann bei einer Charity-Veranstaltung, bei der sie ihr Ego über die Medien x-mal der Öffentlichkeit präsentieren können. Eine bessere Welt ist für sie immer diejenige, bei der sie möglichst viel abkassieren können, egal ob andere dabei zugrunden gehen. Das ist eben krank – insane – Diskussionen dazu sind überflüssig. Nur der brutale Krieg mit Siegesausgang macht solche Menschen so klein, krank und niederträchtig, wie sie eben sind. Leider, leider ist das so.

    • 1932 von Hoover erlassen und1999 von Clinton ,Thatcher und Kohl aufgehoben . Der Druck der Wallstreet war zu hoch…Das hätte uns 2008 auch viele Milliarden erspart. Nicht alle Banken wären systemrelevant gewesen. Man sieht also wer in der Welt die Gesetze macht. Nach 2008 hat man im Falle eines US Banken Crash den Steuerzahler gesetzlich zur Rettung verpflichtet…Nichts hat sich geändert,sogar noch verschärft. OTC Geschäfte müssen nichtmal in den Bilanzen der Banken auftauchen sondern werden nach Abschluß nur gemeldet. Wohl auch besser so,sonst würde morgen jeder seine Ersparnisse vom Konto holen…Man schätzt die Derivategeschäfte auf einige Billionen….

  2. Inflation kann die Schulden eines Staates retten? Man o man, hätt ich nie gedacht. Bei so viel Intellenz kommt man sich ganz klein vor.

  3. "US-Schuldenberg: Nur eine hohe Inflation kann das Land noch retten"

    Was für eine Inflation? Wie hoch müsste die denn sein, dass das Land überhaupt irgendwann wieder auf Gleich käme. Und wieviele Bürger wären bis zu einer allmählichen Erholung dem Hungertod definitiv ausgesetzt? Weil sie die hohen Preise der Lebensmittel nicht mehr zahlen können, wird sich auch Mord und Totschlag ausbreiten. In den USA wird Bürgerkrieg ausbrechen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Dort haben alle in der Regel mehrere Waffen im Haushalt. Wir haben alle keine Vorstellung von dem bevorstehenden unsäglichen Elend, das diese Wirtschaftssituation verursachen wird – auch in Europa. Die USrael-Oberclique kann sich dazu gratulieren. Davon kommen wird sie nicht.

    • Der Niedriglohn in den USA verschärft die Sache nur noch. Lebensmittel können sich ca. 60 Millionen US Amerikaner nur noch sporadisch leisten…Medizinische Versorgung ist ein Fremdwort wie auch soziale Marktwirtschaft. Die FEMA, das Heimatschutzministerium und Nationalgarde proben schon den revolutionären Ernstfall. In Freiluftgefängnissen will man revoltiernde Aufständische inhaftieren. Die Polizei und homeland security hat man mit Kriegswaffen aus den ehem. Beständen der Armee ausgerüstet. Die USA warten wohl auf das worst case szenario in ihrer so demokratischen Geschichte. 

  4. Wessen Einschätzung ist das, dass nur weitere Inflation Besserung bringen kann? Aus dem Text geht nicht ganz hervor, ob das eine US-Einschätzung oder die des Autors ist.

    Weitere Inflation würde die Kaufkraft der Amis nur noch weiter einschränken, in beschleunigtem Maße. Zwar könnte der Apparat weiterlaufen, doch Hungersnöte wären eine potentielle Gefahr. Bereits jetzt gibt es große Zerwürfnisse aufgrund von obszön gefälschten Arbeitslosenstatistiken und den beliebten Lebensmittelmarken, von denen immer mehr ausgegeben werden (müssen).

    Da ist die Frage: Was hat das amerikanische Volk lieber? Eine Regierung oder was zu Essen im Haus?

    Macht Euch keine Illusionen, dass das, was in den USA derzeit passiert, alles reiner Zufall ist. Die USA WERDEN zerfallen. Das ist längst beschlossen. Der US-Regierung geht es nämlich nicht um die USA. Die haben größere Pläne.

     

    Was auch immer da noch kommt, es wird mit einem großen Knall enden. Was danach kommt, hängt allein von uns Menschen ab.

     

  5. In diesem Artikel wurde Janet Yellen nicht erwähnt, die jetzt, nach ihren Aktivitäten als kalifornische Notenbankpräsidentin am Zusammenbruch der Country Wide Financial des amerikanischen Hypothekenmarkts beteiligt war, am ganz großen Rad, nicht nur des Zusammenbruchs des amerik.Finanzmarkts, drehen darf, sondern in Zusammenarbeit mit Mario Draghi den ganz großen crash weltweit herbeiführen wird!
     

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