US-Oligarchie: Familienclans und Vetternwirtschaft

In den Vereinigten Staaten hat sich ein neuer Adel etabliert, der sowohl die Wirtschaft als auch die Politik dominiert. Ganze Clans kontrollieren mittlerweile das Land, welches eigentlich die Freiheit der Menschen sichern wollte. Der Feudalismus bleibt damit faktisch bestehen.

Von Marco Maier

Wer kennt sie nicht: die Prescott-Bushs, die Kennedys, die Clintons, die Rockefellers, die Fords und die Morgans, die Warburgs und die Kochs. Auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder neue Entrepreneure aufstiegen, so kommt das ganze Land nicht um die alteingesessenen Familiendynastien herum, die seit der Unabhängigkeitserklärung der ehemaligen britischen Kolonien die Geschicke der Nation leiten.

Auch wenn sich die Namen infolge von Ehen immer wieder änderten, neue Familien aufgenommen wurden und so manche Sippschaft wieder in der Versenkung der Geschichte verschwand, so etablierte sich mit der Zeit ein System der Familiendynastien und Clans, welches in Anlehnung aus dem alten System des Adels eine Oligarchenherrschaft etablierte. Gerade in der Politik führt kaum ein Weg an die Spitze an diesen Familien vorbei.

Wenn nun Jeb Bush und Hillary Rodham-Clinton als Aspiranten auf das Amt des US-Präsidenten auftreten, dann folgen sie lediglich dem Ruf ihrer Dynastien. Schon im 19. Jahrhundert folgte John Quincy Adams seinem Vater John Adams – mit einem Vierteljahrhundert Verspätung – auf den "US-Thron". Die Kennedys sind bis heute noch in der US-Politik aktiv. Politikerfamilien bleiben sich eben gerne treu.

Umso weniger verwunderlich ist es, dass man auch davon ausgeht, dass die Kinder der Bushs und Clintons bald schon in die Fußstapfen ihrer Eltern treten werden. Vor allem die Bush-Dynastie gilt diesbezüglich als besonders ambitioniert. An Vetternwirtschaft mangelt es da ohnehin nicht, zumal die Familien durchaus einen recht großen politischen Einfluss haben.

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Im Grunde genommen kann man sagen, dass die Amerikaner sich ihre Freiheit vom britischen Adel schlussendlich damit erkauften, nun mit neuen Familiendynastien als Herrschern leben zu müssen, die nun entweder selbst als Gouverneure, Abgeordnete oder Präsidenten agieren, oder zumindest großen Einfluss auf die Wahl der Kandidaten ausüben. So wird zwar der Deckmantel der Demokratie über die Sache gelegt, doch am feudalen politischen System ändert sich eigentlich nichts.

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3 Kommentare

  1. Und.wenn man dabei tiefer gräbt, kommt.man zu der Erkenntnis, dass diese ganzen Clans untereinander ebenso verflochten sind und dass deren Wurzeln bis in das britische Königshaus reichen. Und: Obama ist nur ein Vetter von Bush. Wen wundert da noch diese Politik?

    1. Man sah es doch bei seinem Staatsbesuch bei der Queen, wie herzlich Obama dort empfangen und selbst hofiert wurde, beste Laune, man verstand sich. Die Queen machte anläßlich des Siedlerjubiläums sogar einen Gegenbesuch in den USA, was ja sonst äusserst selten vorkommt.

      Auch Amtsvorgänger G. Bush hielt private Kontakte zum britischen Königshaus, besonders über seine Kinder. Mit den protegierten Familienclans hält sich die City of London ihren Einfluss über bereits Generationen in den USA. Im letzten Wahlkampf half als Berater Obamas kein geringerer als Tony Blair, ebenfalls ein Günstling des britischen Geldadels, der damit sorgt, das ihr "Vizekönig" Obama weiter im Amt bleibt. Der Einfluss geht sogar über den Teich soweit, das sie letztendlich mitbestimmen, wer es ins Weiße Haus schafft und wer nicht. Sie sorgten dafür, das weder Bush noch Obama ernstzunehmende Gegenkandidaten hatten und sollten die Wähler doch anders abstimmen, dann wird eben mal etwas "anders" ausgezählt…die amerikanische Revolution ist noch nicht zu Ende. Sie ist es erst, wenn sämtliche Einflüsse des britischen Geldadels samt seiner Ableger in den USA nachhaltig entmachtet sind.

  2. Dieses ganze politische System in den USA ist so niederträchtig, erbärmlich und korrumpiert, dass man nur noch kotzen möge! Es ist selbstbezeichnend für ein Volk, wenn Teile davon, bei Wahlkämpfen mit Hütchen, Plakaten und weiß der Geier was noch, herumturnen und sich politisch indoktrinieren und missbrauchen lassen für ein paar Superreiche, nur um andere Teile des Volkes eventuell zu überzeugen, wie wunderbar demokratisch es angeblich zugeht!

    Diese Zustände stehen synonym für Europa. Bei diesen mittlerweile herrschenden Zuständen wünscht man sich lieber einen gerechten Monarchen!

    Dass diese dann bei drastischen Verfehlungen eventuell sogar entsprechend bestraft werden können, hat doch Cromwell hinreichend untermauert!

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