Fast leer war der Plenarsaal im Bundestag bei der Abstimmung.

Die letzen Jahre seit Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 haben deutlich aufgezeigt, wo die Prioritäten der herrschenden Politikerkaste liegen. Bei den Banken und der Finanzindustrie, nicht bei den Menschen. Schuld daran sind aber auch die Leute selbst, die Wahl für Wahl jene Parteien in die Regierungen hievten, welche uns das erst eingebrockt haben.

Von Marco Maier

Wenn sich eines in den letzten Jahren gezeigt hat, dann ist es die Prioritätenliste der vier größeren politischen Strömungen Europas, bestehend aus Konservativen, Sozialdemokraten, Liberalen und seit einiger Zeit auch den Grünen. Verankert in diversen Vereinen und Clubs, in denen sich die Politiker mit Konzernvertretern treffen und wohlwollend gestimmte "eingebettete Journalisten" den "Hauch der Macht" spüren dürfen, wird die große Politik vorbereitet. In all den Jahrzehnten wurde so ein System geschaffen, in dem nicht mehr die vielen Millionen Menschen relevant sind, sondern "die Wirtschaft" und "die Finanzmärkte.

Die Menschen selbst dienen in diesem System lediglich als "Stimmvieh", welches das oberflächliche Hickhack der Parteien und Politiker über diverse Kleinigkeiten als Beweis dafür nehmen soll, dass sich die Ziele dieser ganzen Kaste von Partei zu Partei unterscheiden würden. Doch ein Schauspiel bleibt ein Schauspiel, so lange jeder Beteiligte seine Rolle authentisch spielt, funktioniert das wunderbar. Denn im Ernst: Egal welche Farbkonstellation gerade regiert – abgewählte Politiker haben Dank der eingangs erwähnten Clubs und Vereine in der Privatwirtschaft ohnehin schnell ausgesorgt, während der normale Bürger nach der Kündigung nicht selten den Gang zum Arbeitsamt antreten darf.

Als Ergebnis dieser Küngeleien kamen dann ab 2008, als das ganze System (nach 2001) erneut partiell kollabierte "Rettungsschirme". Aber nicht für die Menschen, die oftmals unschuldig in Armut und Arbeitslosigkeit getrieben wurden, sondern für die Banken und Hedgefonds, die diese Blase erst aus Gier und unter wohlwollender Duldung der herrschenden politischen Klasse haben entstehen lassen. Erst hat man zugesehen (und teilweise noch mit entsprechenden "Liberalisierungen" nachgeholfen) wie das ganze Finanzsystem zu einer reellen Bedrohung für die Realwirtschaft wurde – und dann wurden die Steuerzahler (zu denen die "Geretteten" zumeist nicht wirklich zählen, da sie vorwiegend über Steueroasen agieren) zur Kasse gebeten.

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Die ganzen bislang regierenden Parteien nun mit dem Krisenmanagement zu betrauen ist also nichts weiter als den Bock zum Gärtner zu machen. Zu erwarten, dass Politiker wie Merkel, Faymann, Juncker, Hollande und so weiter, aber auch die ganzen Notenbanker von Draghi abwärts auch nur ansatzweise einen vernünftigen Kurs zur Behebung der entstandenen Schäden einschlagen würden, ist Traumtänzerei. Die Menschen selbst sind denen offenbar schlichtweg egal, so lange "die Märkte" wieder beruhigt werden können. Dementsprechend werden den Krisenstaaten von Griechenland bis Portugal weiterhin Austeritätsprogramme aufoktroyiert, welche jedoch nur zu einer Zerstörung der Wirtschaftskraft dieser Länder führen. Gleichzeitig bürden sich selbst die noch stabilen Staaten wie Deutschland oder Österreich enorme finanzielle Lasten auf, die früher oder später erdrückend schwer werden.

Dementsprechend ist es höchste Zeit für eine umfassende politische Veränderung, in der es eine wirklich demokratische Grundordnung aus der Masse der Bevölkerung gibt, anstelle der momentan herrschenden Diktatur von Märkten und Kapital, in der die Politiker eher als willfährige Erfüllungsgehilfen agieren, denn als entscheidungskräftige Akteure. Denn das derzeitige Primat, wonach die Menschen der Wirtschaft zu dienen haben muss umgekehrt werden: die Wirtschaft hat den Menschen zu dienen. Nur so kann es auch eine breite Partizipation der Bevölkerung am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben geben. Das was die Politik braucht, sind lediglich die richtigen Prioritäten. Nämlich die Menschen, für die sie verantwortlich ist.

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3 KOMMENTARE

  1. unsere sind nicht bessere wie griechenland bissher hatte inkl grüne  –  aber das volk ist dümmlich und manipulierbar dank unserer mainstreampresse  –  überall nur gier wo der einzelne dann abgespeist wird  siehe joscka fischer  nur noch angewidert

  2. 90% der Bevölkerung kennt die transatlantischen Netzwerke nicht. Bilderberg ist wahrscheinlich ein Restaurant…Das Aspen Institut eine Schönheitsfarm. So gut wie wir informiert sind, ist die Mehrheit das Stimmvieh leider nicht. Man bekommt erklärt, warum die eine oder andere Partei die Richtige ist. Wenn man denen die Grundlagen erklären möchte, das das eine so blöd ist wie das Andere und Argumente vorbringt, kann man fast schon sehen wie sich die 2 Gehirnzellen des Gegenüber im Kreis drehen und die Erde wieder zu einer Scheibe werden lassen. Also überlässt man die Politik den 90% und bestellt bei Bilderberg einen Tisch für zwei…

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