Schwellenländer: Dollarschulden könnten neue Finanzkrise auslösen

Der schwache Dollar und die niedrigen Zinsen verleiteten viele Unternehmen in den Schwellenländern dazu, Kredite auf Dollarbasis aufzunehmen. Nun könnte mit der Wiedererstarkung der US-Währung und den drohenden Zinserhöhungen bald schon eine neue Finanzkrise ausgelöst werden.

Von Marco Maier

Ganze 2 Billionen Dollar sollen die Konzerne der Schwellenländer an Dollarkrediten offen haben, dies schätzt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Für den Internationalen Währungsfonds (IWF) ist das Grund genug, vor einer neuen Finanzkrise zu warnen. Zwar viel zu spät, aber doch noch vor dem großen Knall.

Denn die dortigen Unternehmen sind hauptsächlich welche, die im Rohstoffsektor tätig sind. Doch die Rohstoffpreise befinden sich im Keller, wodurch die Erlöse dementsprechend sinken. Gleichzeitig erstarkt schon der Dollar, wodurch die Kreditkosten immer weiter steigen. Dies ist eine sehr bedenkliche Entwicklung, an der die Geldpolitik der Fed und die freien Kapitalmärkte maßgebliche Schuld tragen.

Fehlende Regulationsmechanismen beim internationalen Kapitalverkehr führen dazu, dass sich so lange niemand Sorgen um die Entwicklungen macht, bis es dann endgültig zu spät ist. Hinterher, wenn ganze Volkswirtschaften in den Abgrund gerissen wurden, ist die Jammerei groß. Jene die draufzahlen sind dann zumeist die Teile der Bevölkerung, die gar nichts dafür können.

Wie schwierig die Lage teilweise jetzt schon ist, zeigen die finanziellen Probleme von russischen, ukrainischen und türkischen Unternehmen. Jene in Europa haben das Glück, dass sie sich hauptsächlich in Euro verschuldeten, wodurch sie vom starken Dollar nicht so hart getroffen werden. Hier ist es lediglich der eng vernetzte Finanzsektor, der dann die Realwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen kann.

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2 Kommentare

  1. "Für den Internationalen Währungsfonds (IWF) ist das Grund genug, vor einer neuen Finanzkrise zu warnen. Zwar viel zu spät, aber doch noch vor dem großen Knall."

    Das ist ja zum lachen. Die Schulden der hoffnungslos verschuldeten Länder inkl. USA steigen jeden Tag um Millionen. Sie können schon lange nicht mehr ihre Schulden je zurückzahlen. Es gibt keine neue Finanzkrise, sondern die alte hat nie aufgehört zu existieren. Nur weil man sie mit Geld-fluten sprich Schulden-fluten beschönigend die Realität übertüncht hat, ist sie nicht verschwunden. Im Gegenteil, Die Verschuldungen werden jeden Tag grösser. Spätestens bei der ersten offiziellen Bankrott-Erklärung eines verschuldeten Staates wird ein Chaos an den Finanzmärkten ausbrechen und die Wertigkeiten aller globalen Investments im Nu vernichten. Jeder Staat tut gut daran, eine Reservewährung im Hintergrund für diesen Fall aufzubauen und Notvorräte aufzubauen, damit mindestens die staatliche Wirtschaft rudimentär laufen kann.

  2. könnten? ja tun sie es denn nicht schon seit Juli 2007? aber die USA hat keine probleme weil sie die finanzkrise einfach ignoriern, gell?

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