Während der Westen darauf hofft, mit den Sanktionen gegen Russland dem Land wirtschaftlich und politisch nachhaltig zu schaden, sieht Russlands Präsident Putin darin vor allem eine Chance zur langfristigen Stärkung des Landes. Damit könnte er durchaus Recht haben.

Von Marco Maier

Der wirtschaftliche Abbau Russlands während der Jelzin-Jahre, der das Land zumindest in einigen Bereichen in eine gewisse Abhängigkeit von Westimporten machte, wurde leider auch in den nachfolgenden Jahren nicht behoben. Zu sehr verließ man sich darauf, Maschinen und Technologie mit den Einnahmen aus dem Rohstoffgeschäft kaufen zu können. Dies rächte sich nun zumindest teilweise, als die westlichen Staaten infolge der Ukraine-Krise das Land sanktionierten.

Doch anstatt aufzugeben und sich dem Druck aus Washington und Brüssel, sowie der Wall Street und der City of London zu beugen, erwachte in weiten Teilen der russischen Bevölkerung der trotzige Kämpfergeist. Ganz nach dem Motto: Wir können das auch selbst lösen. Diesem Naturell entspricht auch Präsident Putin, der sich vom Westen nicht unterkriegen lässt.

"Es geht nicht um die Sanktionen, sondern darum, dass wir unsere Wirtschaft nach modernen Methoden organisieren", appellierte Putin bei der Fernsehsprechstunde "Direkter Draht" heute in Moskau. Russland müsse die Strafmaßnahmen zur Entwicklung nutzen. Massenentlassungen und Lohnkürzungen wegen der Wirtschaftskrise machen vielen Russen Sorgen. "Experten glauben, dass wir den Höhepunkt der Krise überwunden haben", sagte Putin in der Sendung.

Und er hat damit Recht. Das große Land mit einem sehr guten Ausbildungssystem bietet genügend Voraussetzungen dafür, die Wirtschaft auf mehrere Beine zu stellen und sich nicht mehr vorrangig auf die Rohstoffindustrie zu verlassen. Vielleicht sollten die Russen dem Westen für die Sanktionen sogar dankbar sein, zumal sie durch die hiermit eingeleitete Neuausrichtung sogar längerfristig ein ökonomisches Potential schaffen können, welches Russland auch industriell zu einem "global player" werden lassen könnte.

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2 thoughts on “Putin: Sanktionen sind eine Chance für Russland”

  1. Bravo! Freut mich für Russland und natürlich für Putin, ein Regierender, der mit seiner Regierungs-Mannschaft für sein Land kämpft. Ihm und seinen Regierungskollegen können die verräterischen West-Politiker als US-Vasallen-Speichellecker nicht das Wasser reichen.

    Ich wünsche Russland eine gute Zukunft und viel Erfolg bei seinen Projekten. Hoffe sehr, dass die westeuropäischen Länder eines Tages wieder normale Wirtschaftsbeziehungen zu Russland entwickeln können. Die Sanktionenpolitik des Westens ist ein wirtschaftliches Terrorsystem, insbesondere für den Westen selbst.

     

  2. Jetzt ist endlich mal Zeit, die Dinge in Ordnung zu bringen, die immer vor sich hergeschoben worden sind.

    Der Artikel gehörte in die Tagesschau.
     

    Die Festung Hohensalzburg soll einmal von Feinden belagert worden sein. Da meinte der Burghauptmann, man solle ihm den letzten Stier geben.

    Er nahm den Stier am Morgen aus dem Stall und ließ in von seinen Leuten schwarz bemalen. So führte man den Stier auf einer Bastion spazieren, damit die Feinde ihn sehen konnten. Zu Mittag führte man denselben Stier, jetzt jedoch weiß bemalt, auf einer anderen Bastion vor.

    Genauso wurde er am Abend neu bemalt und wieder dem Feind gezeigt. Dies ging auch den nächsten und den übernächsten Tag so.

    Da wurde es dem Heerführer der Feinde zuviel. Er befahl den Abzug, da die Verteidiger der Festung scheinbar noch soviel Vorräte hatten. Damit war die Festung, die Stadt und der Erzbischof gerettet.

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