Justizministerin Paula Teixeira da Cruz. Bild: Portugiesische Regierung
Justizministerin Paula Teixeira da Cruz. Bild: Portugiesische Regierung

Portugal: Die Pädophilenliste der Justizministerin

Mit falschen Zahlen versucht Portugals Justizministerin die Veröffentlichung einer Pädophilenliste durchzubringen. Eine populistische Maßnahme, die nicht für mehr Schutz der Kinder, dafür jedoch zu Lynchjustiz führen wird. Therapiemaßnahmen spielen hingegen keine Rolle bei der geplanten Justizreform.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Portugals Justizministerin Paula Teixeira da Cruz, plant eine Pädophilenliste zu erstellen. An und für sich ist eine solche Liste vorteilhaft, wenn von den Behörden benutzt um rückfallgefährdete Pädophile zur Einhaltung von Auflagen oder gar freiwillige und selbstauferlegte Vorgaben zu unterstützen. Aber die Ministerin hilft den Tätern nicht eine Therapie zu machen oder den Trieb unterdrückende Medikamente zu nehmen. Das wäre vielleicht sinnvoll, aber nicht sonderlich populär (populistisch). Die Ministerin möchte aber eine Liste, die für besorgte Eltern einsehbar ist. Um ein solches Unterfangen zu rechtfertigen, gab Teixeira da Cruz eine Rückfallrate von 80 Prozent an. Eine Lüge, da Studien auf weniger als 18 Prozent hindeuten. Bei diesem emotionalem Thema, vergisst man schnell,was sinnvoll ist und lässt sich noch schneller verführen, um selbst zum Monster zu werden. Das Ziel der Regierung ist aber nicht der Schutz der Kinder. Sie wollen von ihrer Inkompetenz ablenken.

Die Justizministerin von Pedro Passos Coelhos konservativer PSD mag als Anwältin ja vom Fach sein, ist aber nichtsdestotrotz, eine der inkompetentesten Mitglieder dieser Regierung. In ihrer Amtszeit wurde schon 3 oder 4 mal mit Nachdruck ihr Rücktritt gefordert. Doch wie inkompetent ein Mitglied dieser Regierung auch sein mag, Passos Coelho und Präsident Cavaco Silva halten ihre schützende Hand über sie oder ihn. Außerdem gibt es noch die Taktik der Ablenkungsmanöver. Ein wenig Populismus, ein Gesetzesentwurf voller Polemik, ein Vorschlag aus zweiter oder dritter Reihe und dann abwarten, wie das Wahlvolk reagiert und wie das Echo in den Medien und sozialen Netzwerken ausfällt. Ein Abtasten, wie weit man gehen kann und ein „so tun als ob“ sie die Justizreform wirklich ernsthaft wollte.

Paula Teixeira da Cruz hat bereits den Justizapparat ins Chaos gestürzt, als sie das Computerprogramm CITIUS modernisierte, bevor es überhaupt fertig war. Auch hat sie Tausenden einen Zugang zur Justiz erschwert, als sie Gerichtsgebäude in kleineren Städten des portugiesischen Hinterlandes schließen ließ, oder verschiedene Fachbereiche zusammenlegte und in die Distriktshauptstädte verlegte. Des weiteren hatte sie oft Probleme mit der Wahrheit, machte Aussagen, die einer Ministerin nicht würdig sind und hat nicht zum ersten mal eine Idee, die das ganze Land in Aufruhr versetzte und in ein Diskussionsforum verwandelte. Ein gutes Beispiel, war der Vorschlag, weiche Drogen zu legalisieren, um Steuern auf ein Geschäft zu erheben, das derzeit dem Organisierten Verbrechen zugute kommt. Doch hat Premierminister Passos Coelho gleich klargestellt, dass dies nicht die Position der Regierung sei.

Anders verhält es sich mit der Pädophilenliste. Der Ministerrat hat dem neuestem Projekt von da Cruz grünes Licht gegeben. Im ursprünglichen Entwurf, hatte die Ministerin keinerlei Kriterien für den Zugriff auf diese Liste bekannt gegeben. Nach einem erstem Aufschrei und vielen Fragen wie das ganze funktionieren und was es überhaupt bringen soll, wurde schon einmal grob umrissen, was sich Doutora Paula Teixeira da Cruz denn vorgestellt hat.

Demnach werden neben Polizei und Justizbehörden, auch besorgte Eltern Zugriff bekommen. Allerdings nur, wenn es Polizei und Justiz für sinnvoll erachten. Doch was ist sinnvoll? Welche Kriterien gelten da? Der blinde Aktionismus und die populistischen Propagandamethoden sind Merkmale, die diese Regierung von Anfang an auszeichnet. Ob etwas sinnvoll ist oder nicht, spielt hierbei keine Rolle und nicht selten ist das Resultat verheerend. Hier sind Fälle von Lynchjustiz vorprogrammiert. Mag ja sein, dass Kindesmissbrauch je nach Art des Verbrechens eine so abscheuliche Untat darstellt, dass unsere niedersten Instinkte geweckt werden und man tatsächlich Rache für das zerstörte Leben der Kinder nehmen möchte. Doch wären wir dann selber die Monster. Abgesehen davon, dass ein Pädophiler eine psychische Anomalie aufweist, die in einer Therapie behandelt werden muss, ist es an den Spezialisten zu entscheiden, wie jemand Bestraft und/oder behandelt wird. Wenn jemand auf freiem Fuß ist, dann darf er keine Gefahr mehr für die Gesellschaft darstellen.

Die Ministerin aber, wie sich herausstellte, ist eine pathologische Lügnerin. Sie behauptete – gegen besseren  Wissens – dass die Rückfallrate bei 80 Prozent liegt. Doch die angebliche Studie, die diese Zahl erwähnt, wurde wissentlich von ihr manipuliert und falsch zitiert. Die von ihr genannten Ersteller dieser Statistik empörten sich dagegen. Es sind vielmehr 18 Prozent – und dabei wurden nicht nur pädophile Straftaten gezählt. In dem Moment, in dem ein Ex-Häftling mit Triebsucht seine Medikation absetzt und nicht zu seinen Terminen erscheint, muss die Justiz handeln. Eine Liste bringt Menschen dazu, sich fälschlicherweise sicher zu fühlen, wenn in ihrer Nachbarschaft niemand auf der Liste steht. Wo doch die Gefahr oft in der eigenen Familie lauert.

Andererseits ist kaum anzunehmen, dass sich besorgte Eltern an die Schweigepflicht halten. Die Ministerin muss sich nicht wundern, wenn Menschen zu Monstern werden und auf den Marktplätzen bald wieder die Scheiterhaufen brennen. Wir sollten nie vergessen, dass Pädophile krank sind. Gefährlich, aber krank. Diese Menschen gehören in eine geschlossene Psychiatrie und nicht auf eine Liste für den Scheiterhaufen. Wer seine Strafe abgesessen hat, für sein Verbrechen gebüßt hat, darf auch ein neues Leben beginnen. Zumindest, solange wir in einem Rechtsstaat leben, der vielleicht nicht perfekt, aber auch nicht wie Saudi Arabien oder Nordkorea. Vor allem aber, ist hier ein weiteres Ablenkungsmanöver im Gange. Bleibt zu hoffen, dass die Portugiesen diese Taktik durchschauen.

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5 Kommentare

  1. Mal kurz angemerkt.
    Mag es sein das Pädophilie psychisch kranke sind, aber ich muss selber sagen, das solche Leute für immer und ewig weg gesperrt gehören. Genau wie alle anderen Sexualstraftäter und Mörder. Sowas wieder, nach abgesessen er Strafe, wieder auf die Bevölkerung los zu lassen, ist in meinen Augen grob fahrlässig.
    Man muss sich nur mal vorstellen was ein einziger Pädophiler alles für physischen und seelischen Schmerz an einem Opfer und deren Angehörigen anrichten kann. Sowas verheilt nie!
    Und das betroffene Menschen darauf mit Lynchjustiz reagieren, kann man ihnen ja nicht verübeln. Immerhin ist der dabei verusachte seelische Schmerz bei solchen Taten so immens groß, das es fast schon in der Natur des Menschen liegt sich dafür zu rächen, in der Hoffnung ein bisschen seelischen Frieden wieder zu erlangen.
    Ich würde mich dabei nicht ausschließen.

  2. Immer wenn aus der besonderen Klientel der rot-grünen einer auffliegt, dann ist diese Fachkraft kein Krimineller, sondern hat einen Dachschaden. Kinderschänder oder islamische Kopf-Ab-Typen, alles gestörte, hat nie etwas mit der Ideologie (Religion) zu tun.

    Entschuldigung, das Spiel ist völlig durchschaubar. Entweder sind urplötzlich riesige Massen an Leuten Fälle für die Gummizelle und daher schuldunfähige Kinderschänder, dann frage man sich, warum es in früheren Jahrzehnten so viel weniger Gestörte gab und was die Leute zu Psychiartiepatienten heute macht, oder es sind schlicht Kriminelle, die sich bietende Gelegenheiten ausnutzen und den Schutz der rot-grünen Seuche hinter sich wissen.

    Oder wie es Pispers mal ausdrückte, diese Leute hatten ihre Chance, sie haben sie vertan, Rübe ab.

  3. „Mag ja sein, dass Kindesmissbrauch je nach Art des Verbrechens eine so abscheuliche Untat darstellt“ – ja, ja, das mag schon sein …

    Der obige Artikel hätte wortgetreu auch in der linksextremen „taz“ erscheinen können. Ich weiß nicht, wie der Autor dazu kommt, rechtschaffenen Bürgern Lynchabsichten zu unterstellen oder sie aufgrund bloß unterstellter Absichten zu Monstern zu stempeln. Man will nur wissen, wer diese Leute sind, damit sie nicht im Schutze der Anonymität neues Unheil anrichten können, übrigens nicht nur bei Kinderschänderverbrechen, sondern bei den meisten sonstigen Straftaten auch, vorrangig bei Gewaltverbrechen! Einem mehrfach vorbestraften Wiederholungstäter wird damit ganz gewiß kein Unrecht getan. Das Mindeste ist doch, daß Bewerber bei Kinder- und Jugendeinrichtungen auf entsprechende Vorbelastungen geprüft werden.

    Der Wunsch nach Lynchjustiz besteht doch immer nur dort, wo man berechtigterweise davon ausgehen muß, daß das jeweils herrschende Regime den Betreffenden nicht ausreichend zu Rechenschaft zieht und nach kurzer Zeit wieder auf die Menschheit losläßt.

    „Eine Liste bringt Menschen dazu, sich fälschlicherweise sicher zu fühlen, wenn in ihrer Nachbarschaft niemand auf der Liste steht.“ – Wo keine Liste vorhanden ist, fühlt sich die Öffentlichkeit – ebenfalls fälschlicherweise – noch sicherer. Am sichersten ist eine möglichst vollständige Liste!

    „Ein gutes Beispiel, war der Vorschlag, weiche Drogen zu legalisieren, um Steuern auf ein Geschäft zu erheben, das derzeit dem Organisierten Verbrechen zugute kommt.“ – Ein „gutes Beispiel“? Erzählen Sie das mal den Eltern, deren Kinder dann die „weichen“ Einstiegs-Drogen auf dem Spielplatz angeboten werden!

    „Wir sollten nie vergessen, dass Pädophile krank sind. Gefährlich, aber krank.“ – Nein, sondern krank, aber gefährlich – auf GEFÄHRLICH muß die Betonung liegen! Ob sie krank sind oder sonst etwas dafür können oder nicht, spielt für die Notwendigkeit eines Schutzes der Öffentlichkeit nicht die geringste Rolle. Wir lassen ja auch nicht Löwen, Bären, Tiger, Hyänen, Klapperschlangen oder – das hoffe ich jedenfalls – Cholerabazillen in Fußgängerzonen oder Kindergärten frei herumlaufen oder sich ausbreiten, obwohl deren Gefährlichkeit für den Menschen ja sogar in ihrer Natur liegt. Bestimmte Gefahren müssen einfach abgewehrt werden, punktum.

    „Die Ministerin muss sich nicht wundern, wenn Menschen zu Monstern werden und auf den Marktplätzen bald wieder die Scheiterhaufen brennen.“ – Es sind bereits Menschen zu Monstern geworden und wir wollen nicht, daß sie sich weiter an den Schwächsten austoben können, nur weil sie aufgrund irgendwelcher idiotischer und krimineller Geheimhaltungsvorschriften nicht rechtzeitig erkannt und erforderlichenfalls unschädlich gemacht werden konnten!

  4. Selbstverständlich sollten Pädophilenlisten der Bevölkerung vorliegen! Kein Pädophiler sollte für sich das Recht in Anspruch nehmen dürfen, sich auf Datenschutz und sonst dergleichen berufen, wenn dieser eine potentielle Gefahr für Kinder darstellt!

    Vorbestrafte Pädophile sollten auf ewig elektronisch überwacht werden! Wer sich an Kindern sexuell vergreift, dessen Bürgerrechte werden knallhart beschnitten!

    Opferschutz vor Täterschutz!

  5. Pädophilie ist nicht heilbar, wie jeder bei den Friedensreligionisten erkennen kann.

    Dort wird die Kinderschänderei (Kinderehen, Kinderverkauf) seit 1400 Jahren selbst im engsten Familienkreis betrieben und gehört zur "Kültür" und zur nicht zu überbietenden Bestiälität dieser selbsternannten Herrenmenschen ("wahre Gläubige").

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