Nordzypern hat einen neuen Präsidenten gewählt. Mustafa Akıncı gilt als Verfechter des Ausgleichs mit dem griechischen Süden und als Kämpfer gegen die Bevormundung des international nicht anerkannten Landes durch die Türkei.

Von Marco Maier

Der Versöhnungsprozess zwischen dem vorwiegend griechischen Süden und dem hauptsächlich türkischen Norden der seit 1974 geteilten Insel könnte nun wieder an Fahrt aufnehmen. Mit der Wahl von Mustafa Akıncı, der mit 60,5 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 64 Prozent einen deutlichen Sieg gegen bisherigen Amtsinhaber Derviş Eroğlu einfahren konnte, setzten die Nordzyprer ein deutliches Zeichen.

Nikos Anastasiades, Präsident der Republik Zypern, gratulierte als einer der Ersten zu Akıncıs Wahlsieg, welcher eine hoffnungsvolle Entwicklung für ihre gemeinsame Heimat mit sich bringen werde. Schon im Mai soll es zu einem ersten Treffen der beiden Präsidenten kommen.

Akıncı selbst verkündete vor Tausenden jubelnden Anhängern am Sonntagabend, dass seine Politik auf eine Friedenslösung ausgerichtet sei. "Dieses Land kann es nicht hinnehmen, dass weitere Zeit vergeudet wird", so der frisch gewählte Präsident.

Akıncı war 14 Jahre lang Bürgermeister des türkischen Teils der geteilten Hauptstadt Nikosia (türkisch: Lefkoşa) und gilt eher als Kritiker des politischen Einflusses Ankaras auf die nordzyprische Politik. Der neue Präsident gilt als Sozialliberal.

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