Im ersten Quartal 2015 haben die großen überregionalen Tageszeitungen gegenüber dem Vorjahresquartal auf breiter Front Leser verloren. Die Ursachen dafür dürften vielfältig sein. Bei den Nachrichtenmagazinen sieht es hingegen etwas anders aus. Hat der Vorwurf der "Lügenpresse" dazu beigetragen?

Von Marco Maier

Die etablierte Printmedienlandschaft kämpft mit massivem Leserschwund. Besonders davon betroffen sind die Tages-, Wochen- und Sonntagszeitungen. Selbst die digitalen Ausgaben konnten den Schwund bei der verkauften Auflage nicht stoppen. Dies geht aus den neuesten Angaben der IVW hervor. Vor allem bei den Abos verzeichnen die meisten Zeitungen große Verluste. Ob hier wirtschaftliche Gründe dazu beitragen, der Umstand dass man im Internet schon vorher die Nachrichten erfährt, oder ob der Lügenpresse-Vorwurf dahinter steckt, ist ungewiss.

Der größte Verlierer bei der gesamten verkauften Auflage unter den Tageszeitungen ist die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ), die ein Minus von 12,4 Prozent verkraften muss, gefolgt von der "Bild" mit einem Minus von 8,9 Prozent. Die "Süddeutsche Zeitung" (-6,3 Prozent) und "Die Welt" inklusive "Die Welt kompakt" (-6,1 Prozent) trifft es nicht besser. Nicht ganz so stark vom Leserschwund betroffen waren die beiden linken Tageszeitungen "taz" (-3,9 Prozent) und "Neues Deutschland" (-2,3 Prozent), während das Handelsblatt sogar um 0,3 Prozent an Lesern zulegen konnte.

Bei den Wochen- und Sonntagszeitungen liegt die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) mit einem Minus von 9,9 Prozent ebenfalls an der Spitze, wobei die "Bild am Sonntag" (BamS) dem mit -9,3 Prozent um nichts nachsteht. Etwas moderater fiel der Verlust mit -2,0 Prozent für "Die Zeit" aus, während die "Welt am Sonntag" (+kompakt) die Leserzahl sogar halten konnte (+0,0 Prozent). Deutlich aufwärts ging es für die rechtskonservative "Junge Freiheit", die sogar um 7,5 Prozent zulegen konnte.

Bei den Publikumszeitschriften zählen vor allem die unzähligen TV-Magazine zu den Verlierern. Bei den ganzen Nachrichtenmagazinen selbst verzeichnet das Flaggschiff "Der Spiegel" konnte zwar insgesamt um 0,5 Prozent zulegen, wobei jedoch die Zahl der Abos stark sank, während die Einzelverkäufe durch die "Samstagsoffensive" zulegten. Besser sieht es für den "stern" aus, der sogar um 6,5 Prozent mehr Hefte verkaufen konnte. Für den stets reißerischen "Focus" gab es sogar ein Plus von 8,2 Prozent, wenngleich die Gesamtauflage gerade einmal etwa 40 Prozent jener des "Spiegels" entspricht.

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Wie man sieht, ist das Gesamtbild der Lage der deutschen Medienlandschaft etwas durchwachsen. Über kurz oder lang wird sich vor allem das Tageszeitungsgeschäft etwas einfallen lassen müssen. Bei den Nachrichtenmagazinen selbst wird es sich zeigen, ob die alternativen Magazine wie zum Beispiel das "Compact Magazin", welches von der IVW nicht gewertet wird, sowie andere Titel ihre Position festigen werden können.

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2 thoughts on “Medien: Tageszeitungen verlieren – Nachrichtenmagazine gewinnen”

  1. Was vor fast 14 Jahren noch funktionierte, geht heute Internet sei Dank nicht mehr so einfach wie damals. Die Berichterstattung zu der Ukraine, zum MH 17 Abschuss und über Putin ist so etwas von hanebüchen und ein grosser Teil der Leser hat es bemerkt. Die vielfältige Berichterstattung ist verschwunden – ob nun die öffentlich-rechtlichen oder die anderen es steht überall das Selbe, selten die Wahrheit sondern das was wir zu glauben haben. Die haben das gleiche Problem wie die Politiker! Die Politiker haben nicht das Volk welches sie möchten und die MSM nicht die Leser die sie möchten. Ob Politiker oder die Schreiberlinge der MSM die sind alle zu Pseudologen verkommen – oder man kann es auch so ausdrücken: die Politiker und MSM dichten, das Volk denkt.

    1. Es ist haarsträubend, was über "Putin" berichtet und gehetzt wird, wie unsere Wirtschaft darunter leidet, wie der Schaden heruntergespielt wird, wie die USA und NATO – an einem weltweiten Chaos schuld – von unser Systempresse vergöttert werden. Man muß sich fremdschämen für solche Schmieranten.

      Noch schlimmer die Berichte zu den Flüchtlingen, die man nun "Fachkräfte" nennen wollte, und die Zensurorgien in den Kommentarspalten. Was haben die noch vor?

      Mein Lob an Contra-Magazin, und viele Andere, die lieber an der Wahrheit festhalten, als an Propaganda unserer "Freunde", die so niemand braucht.

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