In Deutschland wird es für Bahnfahrer am Mittwoch und Donnerstag wieder schwierig. Aufgrund des Streiks der Lokführergewerkschaft GDL stehen viele Züge still. Im Fernverkehr zwei von drei Zügen, im Nahverkehr je nach Region 40 bis 85 Prozent der Verbindungen.

Von Marco Maier

Seit nunmehr rund 10 Monaten schwelt schon der Tarifstreit zwischen den GDL-Mitgliedern und der Deutschen Bahn. Nun gibt es schon den siebten Streik, weil sich die Tarifparteien nicht einigen können. Im Güterverkehr trat der Streik schon heute Nachmittag in Kraft, ab morgen sollen dann bis Freitag Früh auch die Personenzüge größtenteils stillstehen. Damit dauert der Streik insgesamt 66 Stunden – im Personenverkehr 43 Stunden.

Für Bahnreisende sei seit dem Mittag eine kostenlose Hotline freigeschaltet, zudem sei das Personal in den Reisezentren und an den Bahnhöfen verstärkt worden, sagte Bahn-Vorstand Homburg. "Wir unternehmen alles, was in unseren Kräften steht, um für die Kunden die Auswirkungen zumindest zu minimieren." Dennoch wird der Weg zur Arbeit und zur Schule für viele Menschen zu einem großen Problem werden.

Die Führung der Deutsche Bahn selbst reagierte mit großem Unverständnis auf den neuen Arbeitskampf der Lokführer. "Wir waren uns nahezu in allen Punkten einig", sagte Weber mit Blick auf die Verhandlungen zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft. "Einen Meter vor der Ziellinie", dem gewünschten Zwischenergebnis, habe die GDL wieder zu Streiks aufgerufen. Dies sei für die Bahn "in keiner Weise nachvollziehbar".

Weber bezeichnete die Vorwürfe der GDL, dass die Bahn kein schriftliches Zwischenergebnis vereinbaren wollte, als falsch. "Wir haben alles schriftlich festgehalten", sagte der Personalvorstand. Das "Papier" sei zudem von der Bahn unterschrieben worden, nur die Unterschrift der Gewerkschaftsführung habe gefehlt. GDL-Chef Claus Weselsky hatte den Streikaufruf unter anderem mit dem fehlenden schriftlichen Zwischenergebnis begründet.

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Es scheint also, dass der Disput zwischen der Bahn und der GDL wohl noch einige Runden weiter gehen wird, auch wenn dies für die Bahnkunden Unannehmlichkeiten mit sich bringt. Dennoch muss es auch Verständnis für die Anliegen der Gewerkschafter geben, zumal die Arbeitnehmerrechte in Deutschland seit Jahren immer weiter ausgehöhlt werden.

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